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Neuenhagen
Vertretungspfarrer bewirbt sich um vakante Stelle

Bis Herbst 2019 war Sven Täuber Polizeiseelsorger im Land Brandenburg. Jetzt  bewirbt er sich um die offene Pfarrstelle in Neuenhagen.
Bis Herbst 2019 war Sven Täuber Polizeiseelsorger im Land Brandenburg. Jetzt bewirbt er sich um die offene Pfarrstelle in Neuenhagen. © Foto: Mathias Hausding/MOZ
Thomas Berger / 08.04.2020, 03:00 Uhr
Neuenhagen Erfolg im zweiten Anlauf, so lässt sich der vorläufige Stand der Dinge zusammenfassen. Nachdem es in der ersten Ausschreibung für die Nachfolge des nach Cottbus gewechselten Matthias Scheufele – etwas unglücklich über die Weihnachtszeit – zunächst keinen einzigen Interessenten gegeben hatte, liegt nach der erneuten Frist nun eine Bewerbung vor.

Es handelt sich, wie das Konsistorium (kirchliches Verwaltungsamt) die örtliche Gemeinde offiziell informierte, um Pfarrer Sven Täuber.

Nicht nur aus Sicht von Rainer Berkholz, nebenan in Mühlenfließ tätig und seit dem Jahreswechsel in Personalunion mit der Vakanzverwaltung für Neuenhagen-Dahlwitz betraut, ist das eine doppelt gute Nachricht. Denn Täuber ist vor Ort alles andere als ein Unbekannter, und seine Bewerbung für die offene Stelle hat sich auch ganz direkt aus dem Wirken in den zurückliegenden Wochen ergeben. Als Vertretungspfarrer im Kirchenkreis Lichtenberg-Oberspree kam er zur Unterstützung von Berkholz nämlich schon an mehreren Stellen in Neuenhagen zum Einsatz.

Mehrere Vorzüge

Zudem kennen viele ihn noch als früheren Pfarrer (1993 bis 2006) im Sprengel Mahlsdorf, wozu auch Hönow zählt, bevor Täuber nach seinem dortigen Abschied für 13 Jahre in einen besonderen Bereich jenseits des gemeindlichen Pfarrdienstes wechselte, nämlich zur Polizeiseelsorge. Nicht zuletzt gibt es noch einen sehr praktischen Aspekt, der ebenfalls für diese Lösung spricht: Täuber wohnt in Birkenstein, ist also schon im Gebiet ansässig. Für jemanden, der von außen gekommen wäre, erklärt Rainer Berkholz, hätte die Gemeinde, die über keine eigene Pfarrwohnung verfügt, erst mühsam auf dem freien Markt ein häusliches Domizil für den neuen Pfarrer anmieten müssen. Das bleibe den Neuenhagenern noch erspart. Gemäß den Regularien muss sich nach der jetzigen Mitteilung noch der Gemeindekirchenrat offiziell zu der Bewerbung positionieren. "Da eine Sitzung des Gremiums derzeit nicht stattfinden kann, müssen wir das demnächst möglichst zeitnah nachholen", erklärt der Vakanzverwalter. Voraussichtlich im August könne Täuber dann formell seine neue Stelle antreten.

Neuenhagen-Dahlwitz empfange den Nachfolger Scheufeles, der acht Jahre am Ort wirkte, mit offenen Armen, sei jetzt schon klar. Danach müssen sich beide Seiten zusammenfinden: "Pfarrer sind ja insofern ein besonderer Menschenschlag, dass sie über die Basispflichten ihres Amtes hinaus eine große Freiheit genießen", wie Berkholz zu bedenken gibt. Da könne dann jeder im Zusammenwirken mit der Gemeinde seine speziellen Stärken, Gaben und Talente einbringen.

Täuber wiederum freut sich, wenn er nach der langen Zeit als "Wanderprediger" mit jährlichen Fahrdistanzen von einmal rund um den Erdball nun bald mit Fahrrad und zu Fuß unterwegs sein könne: "Leute auf der Straße oder beim Einkauf treffen, mittendrin sein", auch in einem Ort wie Neuenhagen, wo sich kommunal gerade so viel tue. Den sonst üblichen Vorstellungsgottesdienst zur Bewerbung, der wegen Corona ja verschoben werden müsste, hat er schon als Vertretung gehalten, was nun im Verfahren Zeit spart.

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