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Infrastruktur
Das Kopfsteinpflaster in Birkenwerder verschwindet

Die Industriestraße soll mit einer provisorischen Asphaltschicht überbaut werden, weil demnächst mit Bauarbeiten auf dem alten Industriegebiet begonnen wird.
Die Industriestraße soll mit einer provisorischen Asphaltschicht überbaut werden, weil demnächst mit Bauarbeiten auf dem alten Industriegebiet begonnen wird. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 08.04.2020, 16:30 Uhr
Birkenwerder (MOZ) Damit die Lärmbelästigung ein wenig erträglicher wird, wenn mit der Erschließung der Brache an der Ecke Havelstraße/Industriestraße in Birkenwerder begonnen wird, soll die Industriestraße auf 600 Metern mit einer provisorischen Asphaltdecke versehen werden. Das betrifft das Teilstück zwischen Havel- und Friesenstraße. Die geschätzten Baukosten liegen nach Angaben von Bauamtsleiter Jens Kruse bei zirka 120 000 Euro. Der Investor, die Havelaue GmbH um Gesellschafter Burkhard Kreisel und Dirk Stettner, wird an den Kosten beteiligt. Die Gemeindevertretung hat der Investition auf ihrer jüngsten Sondersitzung unter dem Vorbehalt zugestimmt, dass mit dem Bau der Straße erst begonnen wird, wenn der Baubeginn für das Wohngebiet definitiv gesichert ist. Auf dieser Klausel haben die Gemeindevertreter wegen der unabsehbaren Folgen der Corona-Krise bestanden.

Baubeginn ist noch offen

Derzeit steht der Baustart für das Areal noch nicht fest. Nach Angaben von Bürgermeister Stephan Zimniok (BiF) fassen die Investoren das dritte Quartal dieses Jahres ins Auge. Diese Aussage sei allerdings noch vor der Pandemie getätigt worden.

Im Zuge der Erschließung des früheren Gewerbestandortes – seit 1990 hatte die Firma Haas-Hoco dort Teile von Fertighäusern produziert, die Produktion ist aber vor einigen Jahren eingestellt worden – werden die Gebäude abgebrochen sowie kontaminierter Boden durch unbelasteten ausgetauscht. Im Anschluss erfolgen zunächst die Erschließung des Areals mit Straßen, Wegen und Medienträgern wie Wasser, Abwasser, Strom und Kommunikation. Erst dann werden die ersten Häuser gebaut. "Als Zufahrtsstrecke für Baufahrzeuge wurden ausschließlich die Industriestraße sowie Teile der Havelstraße mit dem Vorhabenträger vereinbart", erklärte Bauamtsleiter Kruse den Hintergrund der provisorischen Straßenbefestigung. Die Industriestraße ist im Bereich zwischen Havelstraße und Friesenstraße mit unebenem Großsteinpflaster befestigt. "Aufgrund des zu erwartenden Schwerlastverkehrs sind die Anlieger der Industriestraße einer erheblichen Mehrbelastung durch Lärm und Erschütterungen ausgesetzt. Zur Minderung dieser Mehrbelastungen wollen wir eine 3,50 Meter breite Asphaltdeckschicht auftragen", so Kruse. Das zirka vier Zentimeter dicke Provisorium soll über den gesamten Zeitraum der Erschließungsmaßnahme bestehen bleiben. Kruse geht zunächst von einer Bauzeit von zirka fünf Jahren aus. "Im Anschluss an diese Maßnahme ist vorgesehen, die Industriestraße grundhaft zu erneuern", blickt der Bauamtsleiter voraus.

Auf dem 6,6 Hektar großen Gelände sollen bis zu 160 Wohnungen entstehen: Einfamilienhäuser und Doppelhäuser zum Verkauf, Mehrfamilienhäuser mit Mietwohnungen. Der Investor selbst rechnet mit 320 bis 350 neuen Bewohnern. Da dadurch auf die Gemeinde erhebliche Infrastrukturmaßnahmen zukommen, wurde ein städtebaulicher Vertrag geschlossen. Darin verpflichtet sich der Investor, sich an den Ausgaben zu beteiligen. So wird zum Beispiel der Neubau der Kita an der Geschwister-Scholl-Straße aus diesem Topf mitfinanziert. Über den Umfang wurde Stillschweigen vereinbart.

Gut 160 Wohnungensind geplant

Schon 1910 wurde auf dem Areal ein Sägewerk in Betrieb genommen. Zu DDR-Zeiten wurden dort Kabeltrommeln produziert.

Seit dem Jahr 2011 wird das Areal schrittweise entwickelt.

Nachdem zunächst die Fläche südlich der Havelstraße mit dem Teil-Bebauungsplan Nummer 37-1 entwickelt worden ist, wurde die Planung nördlich der Havelstraße fortgesetzt.

Auf dem Areal sind maximal 160 Wohnungen in Ein-, Mehrfamilien- und Reihenhäusern möglich.⇥zeit

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