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Corona-Pandemie
Trauung ohne Gästeschar in Barnims Standesämtern

Als die Welt noch in Ordnung war: Am 29. Februar heirateten Ceven Meier und Sabrina im Standesamt in Wandlitz – in Anwesenheit all ihrer Liebsten. In diesen Tagen wäre so eine Trauung mit vielen Gästen nicht mehr erlaubt, bliebe das Paar allein.
Als die Welt noch in Ordnung war: Am 29. Februar heirateten Ceven Meier und Sabrina im Standesamt in Wandlitz – in Anwesenheit all ihrer Liebsten. In diesen Tagen wäre so eine Trauung mit vielen Gästen nicht mehr erlaubt, bliebe das Paar allein. © Foto: Wolfgang Rakitin
Tatjana Littig / 09.04.2020, 02:00 Uhr - Aktualisiert 09.04.2020, 08:35
Bernau (MOZ) Der schönste Tag im Leben soll es werden. Weit im Voraus planen viele Paare ihn. Nun müssen sie bei ihrer Hochzeit improvisieren. Bis zum 19. April finden Trauungen unter Ausschluss der Familie, der Verwandtschaft und der Freunde statt. So sieht es eine Weisung des Ministeriums des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg vor. Bei der Trauung dabei sein dürfen einzig mit im Haushalt lebende minderjährige Kinder, für die keine anderweitige Betreuung organisiert werden kann. "Die Paare reagieren mit sehr viel Verständnis auf die Einschränkungen", sagt Carmen Stasik.

Etwa 210 Paare werden jährlich im Standesamt in Bernau getraut. Bisher hätten fünf, die einen Termin vor dem 19. April hatten, ihre Eheschließung verschoben, erzählt die Standesbeamtin. Zwei der Paare heiraten nun 2021. Wiederum zwei wurden erst am Mittwoch im Rathaus getraut. Eines davon hat sich in der vergangenen Woche im Standesamt gemeldet. Das sei nun, wenn alle Unterlagen vorliegen, eben auch möglich: Kurzfristig einen Termin zur Eheschließung zu vereinbaren, so Carmen Stasik.

Hochsaison startet im Mai

Die Standesbeamtin aus Bernau befürchtet, dass sich an den derzeitigen Einschränkungen für Trauungen auch bis Ende April nichts ändern wird. "Mein Bauchgefühl sagt mir, dass sie im Mai gelockert werden."

Für Sylvia Krämer vom Standesamt Biesenthal-Barnim wäre es schön, wenn sich das Bauchgefühl der Kollegin bestätigt. Etwa 70 Trauungen im Jahr werden im Amt durchgeführt, die meisten davon in den Monaten Mai bis September. Am 4. April verheiratete sie zuletzt Paare im Trauzimmer des Rathauses Biesenthal. Die Außenstelle in der Fachwerkkirche Tuchen wird gerade nicht genutzt.

Anders wird es in Wandlitz gehandhabt. Nach einer Bewertung im Haus werden Trauungen sowohl im Rathaus als auch weiterhin im Barnim Panorama und im Schloss Lanke durchgeführt. "Es besteht keine Gefahr der Ansteckung", sagt Katy Scharfe. Das Barnim Panorama ist derzeit für die Öffentlichkeit gesperrt und das Schloss ein Wohnhaus. Wenn sich ein Paar wünsche, in einer Außenstelle getraut zu werden, würde diesem Wunsch auch entsprochen, so die Standesbeamtin. Sie betont: "Die Eheschließung wird feierlich gestaltet."

Filmaufnahmen der Zeremonie

Von Normalität kann indes keine Rede sein. Katy Scharfe trägt zur Eheschließung einen Mundschutz, nicht durchgehend zwar, aber in den Momenten, in denen ein Sicherheitsabstand nicht gewährleistet werden kann, etwa zur Unterschrift der Niederschrift. "Das ist sehr ungewöhnlich", gesteht die Standesbeamtin.

Etwa 200 Eheschließungen im Jahr begleiten sie und Kollegin Simone Schittenhelm. Diese Woche haben zwei Paare "Ja" zueinander gesagt, kommende Woche werden es drei weitere Paare machen. Christian Blaha und seine Verlobte Jessica Morcinek werden am 14. April in Wandlitz heiraten. Ein besonderes Datum für das Paar. Vier Jahre zuvor sind die zwei zusammengekommen. Etwa 15 Gäste sollten sie ins Standesamt begleiten. "Wir haben gehofft, dass die Eltern dabei sein dürfen", sagt Jessica Morcinek. Nun werden sie alleine heiraten und die Zeremonie aufnehmen und später geschnitten und mit Musik unterlegt der Familie, Verwandten und Freunden zeigen.

Doch nicht nur die standesamtliche Trauung des Paares aus Basdorf wird anders ablaufen als geplant. Die kirchliche am 25. April in Polen mit rund 100 geladenen Gästen wird auf das kommende Jahr verschoben. Das ursprüngliche Datum wurde, ebenso wie das der standesamtlichen Trauung, in die Eheringe der beiden eingraviert. Nun lassen sie den 25. April entfernen. "Wir machen das Beste draus", kommentiert Christian Blaha die Situation.

2020 sei ein beliebtes Jahr zum Heiraten, so Katy Scharfe. "Im Verhältnis haben sehr wenige Paare ihre Trauung verschoben oder abgesagt", findet sie. "Feiern kann man später", fügt Kollegin Simone Schittenhelm an.

Doch wann ist später? Vicky Berg hat am 14. Dezember ihren Verlobten Christian Berg im kleinen Kreis in Ahrensfelde standesamtlich geheiratet. Für den 7. Mai ist eine Hochzeitsfeier mit 40 Gästen in Werneuchen geplant. Nun steht in den Sternen, ob die Feier so noch stattfinden kann.

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