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Barrierefreiheit
Rolli-Brücken zur Gedenkstätte Seelow

Ulf Grieger / 09.04.2020, 03:00 Uhr
Seelow (MOZ) Die rund 1,4 Millionen Euro teuren Arbeiten zur Sanierung des Funktionsgebäudes und eines Teils der Außenanlage sind auf der Zielgeraden.

Darüber informierte Kreissprecher Thomas Berendt. In der Woche nach den Osterferien erfolgt der Einzug und für Mai ist die Übergabe des Gebäudes geplant.

Zwei Brücken für Rollstuhlfahrer bauen derzeit Mitarbeiter von Metallbau Eichler aus Elsterwerder an das Empfangsgebäude an. Damit wird künftig ermöglicht, dass man hürdenlos ins Haus und auf den Technikpark unterhalb des sowjetischen Ehrenmals kommt. Bis hoch zum Ehrenmal oder ins Museum der Gedenkstätte funktioniert das aber noch nicht. Denn die Barrierefreiheit ist zwar das große Thema bei diesem im Rahmen von Leader geförderten Projekt.

Ausschreibung aufgehoben

Aber bei der Ausschreibung der Arbeiten der übrigen Außenanlagen lagen die Angebote doppelt so hoch wie die geschätzten Kosten. Somit musste diese Ausschreibung wieder aufgehoben werden, so Berendt. "Der Landkreis hat zwar im Oktober einen Antrag auf Erhöhung der Fördermittel beim Landesamt für Ländliche Entwicklung gestellt. Leider noch ohne Ergebnis", so der Kreissprecher. Deshalb könne auch noch nicht gesagt werden, wann es mit der Umsetzung der 2012 begonnenen Planungen weitergehen kann.

Noch lagern die meisten Einrichtungs- und Ausstellungsgegenstände im Keller des Seelower Kulturhauses. Eingerichtet werden soll das Funktionsgebäude nach den Osterferien. Seit einem Jahr hatten vor allem einheimische Firmen wie die TSU Müncheberg, die Firma Schenk aus Alt Tucheband, die Fliesenlegefirma Angrick aus Lietzen, Stahnke Haustechnik aus Küstriner Vorland, die Malerfirma Mielke aus Seelow und Küchen-Krautzig aus Seelow und die Firma Perwitz aus Fichtenhöhe dort gearbeitet.

Die untere Etage des Gebäudes soll künftig einen großen Multifunktionssaal aufnehmen. Der bekommt eine große Reflexionswand, an der Filme und Vorträge gezeigt werden können. Zudem gibt es dort eine kleine Ausstellungsfläche. Der Saal wird für die digitalen Medien so vorbereitet, dass er modernsten Ansprüchen genügt. Die zweite Etage wird künftig den Empfangsbereich aufnehmen. An Stelle der Balkone führen nun die zwei Rampen hinüber zum Museumsvorplatz und zum Parkplatz an der Küstriner Straße. Dort wird es ebenfalls eine Ausstellung geben und bekommen der Kassenbereich und die Infostände Platz. Zudem sind in dieser Etage alle sanitären Räume zu finden. Die alten Sanitäranlagen wurden komplett herausgerissen. In der obersten Etage schließlich werden die Arbeitsplätze der Verwaltung und der wissenschaftlichen Mitarbeiter sein. Sie arbeiteten in der Bauphase in Räumen im Kulturhaus Seelow. Es wird zudem eine Bibliothek mit Archiv und Leseraum eingerichtet, deren Nutzung aber einer begrenzten Zahl von Besuchern vorbehalten bleiben wird.

Gedenkveranstaltung abgesagt

Eigentlich sollte die Gedenkstätte zum 75. Jahrestag der  Schlacht um die Seelower Höhen Schauplatz eines öffentlichen Gedenkens sein. Doch aufgrund der Corona-Krise und der nötige Maßnahmen zur Eindämmung der Ansteckungsgefahr hat der Landkreis die zentrale Gedenkveranstaltung am 16. April nun abgesagt. Landrat Gernot Schmidt will persönlich dort an dem Tag einen Kranz niederlegen. Es wird aber keine öffentliche Veranstaltung geben, informiert Kreissprecher Thomas Berendt.

Landkreis, Landtag und alle Mitwirkenden erwägen nun auch, aus eben diesen Gründen das am 15. Mai geplante Open-Air-Konzert auf den Seelower Höhen zu verschieben. Die Aufführung der "Leningrader" Sinfonie von Dimitri Schostakowitsch vor der Gedenkstätte "Seelower Höhen" könnte dann am 25. September, dem Geburtstag von Schostakowitsch, stattfinden. Mit dem Konzert wollen der Landkreis und das Brandenburgische Staatsorchester  ein Zeichen zur Mahnung und Versöhnung setzen.

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