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Handel
Gemüse lockt Balkongärtner nach Woltersdorf

Annette Herold, Bettina Winkler / 09.04.2020, 07:00 Uhr
Erkner/Woltersdorf (MOZ) Das Gelände ist mit 2500 Quadratmetern Fläche nicht gerade klein, dennoch dürfen maximal sechs Kunden zur selben Zeit dort einkaufen. Jeder Siebente also muss warten, bevor er sich beim Woltersdorfer Pflanzenmarkt mit Erdbeerpflanzen, Stauden oder Geranien eindecken kann.

Das klappt tadellos, wie Mitarbeiterin Ines Griebel berichtet. Sie ist als Assistentin der Geschäftsleitung angestellt, ihr Mann Stephan führt die Geschäfte, zwei weitere Mitarbeiter machen das Team komplett.

Dieser Tage geht wie überall, wo Pflanzen und weiterer Gartenbedarf zu haben sind – im benachbarten Schöneiche bei Floraland Arnold ist das nicht anders – auch in Woltersdorf jede Menge über den Ladentisch. "Die Leute decken sich ein", berichtet Ines Griebel. Gemüsepflanzen zum Beispiel seien sehr gefragt – immer mehr Menschen versuchten offensichtlich, sich auch mit selbst angebauten Lebensmitteln zu versorgen. Nicht etwa nur Gartenbesitzer, gegärtnert wird zunehmend auch auf Balkons, hat Ines Griebel festgestellt. Erdbeeren in Blumenkästen, Tomaten in Pflanzkübeln, möglich und gefragt sei vieles.

Soviel jedenfalls, dass Stephan Griebel viel auf Tour ist, unter anderem, um Nachschub zu holen. Gemüsepflanzen etwa kommen aus Sachsen, von einer Gärtnerei, die ihre Ware wegen der Corona-Krise kaum an den Mann bringen konnte. Stephan Griebel unternimmt jetzt weitere Fahrten, auch aus Solidarität, um die Pflanzen vor der Vernichtung zu bewahren, wie seine Frau sagt.

Engpass bei Stiefmütterchen

"Im Frühjahr ist immer viel los. Aber solch einen Andrang hatten wir selten", sagt Anke Bauer von der Fürstenwalder Gärtnerei in der Spreenhagener Straße. Tausende Primeln, die die Gärtnerei über den Winter in ihren Gewächshäusern selbst gezogen hat, sind längst verkauft. Stiefmütterchen gibt es nur noch vereinzelt. "Der Großhandel kann nicht liefern", erklärt Anke Bauer.

Auch Bettina Wagner-Ittermann hat in ihrer Gärtnerei in Neuendorf im Sande ungewöhnlich viel zu tun. "Ich habe Arbeit ohne Ende. Die Kunden bleiben zum Glück nicht aus", sagt die Gärtnerin. Auch ihre Hornveilchen und Stiefmütterchen sind bis auf einige Reste verkauft. Im Gewächshaus stehen kleine Pflänzchen von Kohlrabi, Salat, Tomaten und Paprika. Auch Kräuter sind im Angebot.

Rechtliches zum Blumenverkauf

Die angeordnete Schließung gilt nicht für den Gartenbedarfshandel. Der Verkauf der in diesen Geschäften angebotenen Waren darf auch auf Wochenmärkten erfolgen.

Reine Blumengeschäfte dürfen nicht öffnen, da es sich um Einzelhandel ohne Lebensmittelverkauf handelt. Erlaubt ist jedoch der Handel mit Pflanzen für den Gartenbedarf, also Topfpflanzen (Blüh-/Gemüsepflanzen), Sträucher, Bäume.

Besteht das Sortiment des Blumenladens ausschließlich aus Schnittblumen, Zimmerpflanzen und Dekoartikeln, unterliegt dies der Schließungsanordnung.

Handelt es sich um einen Mischbetrieb (Sortiment besteht aus Schnittblumen sowie Waren für den Gartenbedarf), beurteilt sich die Lage nach dem Schwerpunktprinzip.

Das Geschäft darf komplett öffnen, wenn der Schwerpunkt der Tätigkeit im erlaubten Bereich, also dem Verkauf von Gartenbedarf, liegt. Wenn der Schwerpunkt im nicht erlaubten Bereich liegt (Schnittblumen), darf ausschließlich der erlaubte Teil weiter verkauft werden.

Bei allem gilt, dass die Hygienestandards strikt einzuhalten sind, der Zutritt zu steuern ist, Warteschlangen zu vermeiden sind und der Mindestabstand eingehalten wird.⇥cwa

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