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Multimedia in Coronazeiten
Ostern ohne Ringelpiez

Rund 70 Jahre alte Ostergrußkarte. Ringelpiez mit Anfassen ist diesmal verboten.
Rund 70 Jahre alte Ostergrußkarte. Ringelpiez mit Anfassen ist diesmal verboten. © Foto: Peter Wittstock
René Wernitz / 09.04.2020, 07:15 Uhr
Rathenow (MOZ) Wer hätte vor wenigen Monaten gedacht, dass Leute, die ihr Glück am ehesten in den eigenen vier Wänden finden, mal alles richtig machen würden? Mit den angeordneten Kontaktsperren haben sie wohl die wenigsten Probleme. Frohe Ostern sind ihnen sicher.

Wie geringschätzig waren doch bis vor Kurzem etwa Ansichten über Teile der Jugend von heute. Denn nicht wenige Teenies benötigen kaum mehr als einen Computer, Internetanschluss und Spiele. Stundenlang können sie vor dem Rechner hocken, mit anderen sogar online gemeinsam spielen, selbst wenn sie gar nicht vor dem selben Rechner sitzen. Langeweile ist ihnen größtenteils fremd. Altersgenossen und alle anderen, die es unter Leute ins Getümmel zieht, müssen zwangsläufig Gewohnheiten radikal ändern.

Wo Eltern ihre eigenen Eltern im Blick haben, hat Internet durchaus das Potenzial, liebgewordene Gewohnheiten der Ü65-Generation ändern zu können. Denn das World Wide Web ermöglicht Streamingdienste wie die von Netflix & Co.  Und online auf den Geschmack gekommen, könnten Rechner und Spiele für die Senioren folgen.

Tatsächlich haben schon etliche Leute weit jenseits der 65 multimedial aufgerüstet. Allein zur Handy-Kommunikation per Whatsapp und Skype sind Smartphones zwingend notwendig. Auch aktuelle Nachrichten können so ständig abgerufen werden - ebenso neue und alte Kochrezepte, beispielsweise. Steht im Seniorenhaushalt zudem ein brauchbarer Smart-TV  zur Verfügung, können dank Internetkopplung auch die Online-Mediatheken von ARD & Co. genutzt werden. Die sind voller Krimis, Serien, Medizin- und Geschichtsdokus.

Die multimedialen Möglichkeiten wachsen mit der technischen Ausstattung. Wo sich Kinder und Enkel mit Altvorderen zu Online-Spielen treffen, ist stundenlanger Familienspaß sehr wahrscheinlich. Richtig verrückt wäre es, wenn sich Senioren  untereinander dazu verabreden. Noch ist das eher Zukunftsmusik. Vielleicht ändert sich dies schon durch Corona. Wer braucht dann noch Ringelpiez mit Anfassen?

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