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Krankenhaus
Sana Kliniken können keine Corona-Infizierten aufnehmen

3 000 Knieprothesen pro Jahr: Seit neuestem hilft dabei ein Roboter.
3 000 Knieprothesen pro Jahr: Seit neuestem hilft dabei ein Roboter. © Foto: Soeren Stache/dpa
Marco Winkler / 09.04.2020, 07:45 Uhr
Sommerfeld (MOZ) Die Sommerfelder Sana Kliniken als orthopädisches Fachkrankenhaus werden sich aufgrund fehlender Kapazitäten für Intensivbetten nicht auf die Behandlung von Covid-19-Infizierten umstellen können. Das berichtet Pressesprecher André Puchta auf Nachfrage. Mit den Auflagen des Ministeriums sei das vereinbar. Dafür werde die pneumologische Reha-Abteilung für Erkrankte mit Atemwegserkrankungen aufgestockt, um geheilte Corona-Patienten nachversorgen zu können. Aktuell befindet sich noch kein Genesener in Sommerfeld.

André Puchta verteidigt zudem das Sicherheits- und Hygienesystem der Kliniken. Genau dieses hinterfragt ein Mitarbeiter, der sich bei dieser Zeitung meldete. Demnach – der Mann möchte anonym bleiben, um seinen Arbeitsplatz nicht zu gefährden – seien Ärzte in den Kliniken im Komplettschutz zu sehen, während andere Angestellte, unter anderem an der Essensausgabe oder bei Patiententransporten, lediglich Gummi-Handschuhe bekämen.

Sorge um Ansteckung

"Die Schwestern und Pfleger holen teilweise unter Vollschutz das Essen aus dem Zimmern, während die Geschirr-Reinigung nicht einmal einen Mundschatz hat", so der Mitarbeiter, der betont, dass er seinen Job gerne mache, aber sich eben auch um die Sicherheit seiner Familie und der kranken Mutter sorge. Er spricht von einer Ungleichbehandlung des Personals, was den Virenschutz angehe. Bestätigte Corona-Infizierte gibt es in der Klinik keine.

"Aber es kommen täglich neue Patienten. Keiner weiß, wer das Virus aufs Gelände schleppt." André Puchta widerspricht. Bei der Aufnahme neuer Patienten werde die Körpertemperatur im Eingangsbereich gemessen, um Fieber – ein Indikator für das Virus – gleich ausschließen zu können. "Auch muss eine Risikocheckliste für die stationäre und ambulante Aufnahme ausgefüllt und abgegeben werden." Besuchsverbot und Cafeteria-Schließung gelten seit Wochen. Schutzausrüstungen (Mund-Nasen-Schutz, Schutzkleidung) und Desinfektionsmittel könnten zudem von "allen Mitarbeitern aller Versorgungsbereiche zu jedem Zeitpunkt genutzt werden". Der Mitarbeiter bemängelt zudem, dass weiter operiert wird. Er sprach von mindestens 15 OPs am Tag. In Sommerfeld werden pro Jahr rund 3 000 Knie-Prothesen eingesetzt. Die Kliniken konzentrieren sich auch weiter auf "notwendige Behandlungen von orthopädischen Patienten", so Puchta. Sommerfeld könne damit Allgemeinkrankenhäuser, die sich auf Covid-19-Patienten spezialisiert haben, entlasten.

Die Arbeit läuft größtenteils regulär weiter. "Wir können bestätigen, dass die Anzahl an OPs in Sommerfeld reduziert wurde", sagt Puchta. Eine konkrete Zahl bleibt er schuldig. Er äußert aber einen für Mitarbeiter vielleicht beruhigenden Satz: "Kurzarbeit war und ist an den Sana Kliniken Sommerfeld nicht angedacht."

Mehr als 40 Bettenin der Pneumologie

Die Pneumologie ist für die stationäre Behandlungen von Patienten mit chronischen Erkrankungen der Lunge und der Bronchien gedacht, aber auch für Patienten, die sich von einer Lungenentzündung, Lungenembolie oder nach OPs erholen müssen. Es gibt mehr als 40 Betten.⇥red

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