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COVID-19
Infektionen mit Coronavirus in Brandenburg verlangsamen sich

Michael Ranft, Staatssekretär für Soziales, Gesunheit und Integration, erklärte im Landtag, dass sich die Infektionen in Brandenburg verlangsamt hätten.
Michael Ranft, Staatssekretär für Soziales, Gesunheit und Integration, erklärte im Landtag, dass sich die Infektionen in Brandenburg verlangsamt hätten. © Foto: Soeren Stache/dpa
Ulrich Thiessen / 09.04.2020, 11:14 Uhr - Aktualisiert 09.04.2020, 11:35
Potsdam (MOZ) In weiten Teilen von Brandenburg hat sich das Infektionsgeschehen deutlich verlangsamt.

Das erklärte Gesundheitsstaatssekretär Michael Ranft am Donnerstag im Innenausschuss des Landtages. Er verwies darauf, dass es in Oder-Spree, in Ostprignitz-Ruppin, Teltow-Fläming oder Cottbus in den letzten 24 Stunden gar keine Neuinfektionen gab. Brandenburg liege auch in der Statistik der Erkrankten pro 100.000 Einwohner halb so hoch wie der Bundesdurchschnitt.

Das Robert-Koch-Institut hat erstmals Zahlen für die Genesenen in Brandenburg errechnet und kommt auf 935. Dem Gesundheitsministerium liegen keine Erkenntnisse vor, wie diese Zahl zustande kam, da es keine Rückmeldungen aus den Kreisen dazu gibt, erklärte der Staatssekretär.

Das positive Bild Brandenburgs werde durch drei Infektionsherde getrübt. An erster Stelle sei das Ernst-von-Bergmann-Klinikum in Potsdam zu nennen. Auch im Barnim rund um die Brandenburg-Klinik gebe es vermehrte Infektionen im Zusammenhang mit einem Pflegeheim in Potsdam-Mittelmark.

Gesundheitsstaatsekretär Ranft erläuterte, dass bei den Toten, die in der Statistik erfasst werden, in der Regel keine Obduktion stattfindet. Meist handele es sich nicht um monokausalen Todesursachen. Bundesweit werden all diejenigen Sterbefälle erfassst, in denen das Coronavirus eine Rolle spielt.

Diskussion um Bestellungen bei Firma Lunapharm

Der AfD-Abgeordnete Daniel Freiherr von Lützow brach eine Debatte vom Zaun, ob man von der umstrittenen Firma Lunapharm Schutzmittel bestellen sollte. Er behauptete, dass das Unternehmen, dem wegen des Handels mit ungeklärten Pharmaka die Herstellungs- und Vertriebsgenehmigung entzogen worden war, Angebote zu entsprechenden Lieferungen gemacht habe. Man müsse auch mal über seinen Schatten springen, erklärte er. Dem widersprachen Abgeordnete der Linken und der SPD, die auf die gerichtlich festgestellte Unzuverlässigkeit der Firma hinwiesen.

Die Vertreter der AfD im Ausschuss warfen der Landesregierung einerseits vor, nicht früher Maßnahmen gegen die Pandemie getroffen zu haben. Als Beispiel nannte er frühere Kontrollen bei Einreisen in Schönefeld. Andererseits wurde die Frage aufgeworfen, ob angesichts der geringen Infektionszahlen überhaupt noch von einer Notlage gesprochen werden könne. Ranft erwiderte, dass es den Begriff Notlage in diesem Zusammenhang gebe. Eine Pandemie sei festgestellt und entsprechende Maßnahmen ergriffen wurden. Nach Ostern werde in den Bundesländern dieSituation neu bewertet.

Laut Innenstaatssekretär Schüler wurde bei sechs Polizisten eine Infektion festgestellt, 41 weitere Beamte wurden vom Dienstherren vorsorglich in Quarantäne geschickt.

Entspannung bei Lieferung von Schutzausrüstungen

Ab der kommenden Woche rechnet die Landesregierung mit einer Entspannung bei der Lieferung von Schutzausrüstungen. Das erklärte Innenstaatssekretär Uwe Schüler am Donnerstag im Innenausschuss des Landtages. Über die Osterfeiertage erwartet der Bund eine Lieferung von 40 Millionen Schutzmasken. Das Land sei vorbereitet, seinen Anteil daran zu verteilen.

Anfang nächster Woche sei auch mit weiteren Lieferungen zu rechnen, die das Land in Auftrag gegeben hatte. Schüler verwies darauf, dass es schwierig sei, in China die Qualität der Produkte vorher abzuklären. Da das Prinzip Vorkasse gelte und es sich immer um Millionensummen handele, müsse entsprechende Sorgfalt gewährleistet werden.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

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