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Coronavirus
Ostprignitz-Ruppin fordert wegen Corona Hilfe der Bundeswehr an

36 Menschen sind im Landkreis Ostprignitz-Ruppin infiziert, sechs wieder genesen.
36 Menschen sind im Landkreis Ostprignitz-Ruppin infiziert, sechs wieder genesen. © Foto: Sebastian Gollnow
Judith Melzer-Voigt / 09.04.2020, 16:08 Uhr - Aktualisiert 09.04.2020, 18:14
Neuruppin (MOZ) Im Landkreis Ostprignitz-Ruppin gibt es inzwischen 36 Menschen, die sich mit dem Coronavirus Sars- CoV-2 angesteckt haben. Die gute Nachricht ist, dass bereits sechs Patienten wieder genesen sind. Stationär behandelt werden ebenfalls sechs Menschen. Ein Erkrankter muss beatmet werden. 130 Personen befinden sich in Isolation. Der Landkreis hofft nun auf Unterstützung der Bundeswehr, um die Kontaktpersonen der Infizierten zu finden, was sich immer aufwendiger gestaltet.

Sobald ein positiver Fall bekannt wird, wird das gesamte Umfeld des Erkrankten in den Fokus genommen, bestätigte Waltraud Kuhne, Dezernentin für Gesundheit im Kreis. Vor allem Kontaktpersonen ersten Grades sind dabei interessant – Angehörige des Haushaltes oder Arbeitskollegen. "Bei jeder Person gibt es dann eine Risikoabschätzung", so Kuhne.

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Bei diesen Ermittlungen, die immer umfangreicher werden, hat der Kreis Ost-Prignitz-Ruppin mit Sitz in Neuruppin nun Hilfe von einer Kraft, die von der Bundesagentur für Arbeit vermittelt wurde, von einem Arzt und von einem Studierenden der Medizinischen Hochschule Brandenburg. Außerdem wurden fünf Bundeswehr-Soldaten angefordert, so Kuhne. "Wir haben eine entsprechende Abfrage ans zuständige Ministerium gestartet. Jetzt hoffen wir, dass wir zügig Verstärkung bekommen." Maximal zehn Soldaten hätten  angefordert werden können. "Aber es gibt Kreise, in denen die Situation schwieriger ist."

Laut Kuhne haben alle Kreise und kreisfreien Städte das Angebot der Bundeswehr angenommen. "Soldaten dürfen keine hoheitlichen Aufgaben übernehmen", erklärt sie. Die Kräfte könnten aber im Telefondienst zur Kontaktermittlung und auch beim Transport von Schutzbekleidung eingesetzt werden. Wann die Verstärkung da ist, ist noch unklar.

Landrat Ralf Reinhardt (SPD) sieht Ostern als harte Bewährungsprobe für alle. Er appelliert an die Ruppiner, sich weiterhin ans Kontaktverbot zu halten. "Es ist nicht die Zeit des Reisens. Sonst war das, was wir erreicht haben, schnell umsonst."

Der Landkreis verzeichnet laut Reinhardt seit den vergangenen Wochen einen Rückgang von Menschen, die sich wegen Erkrankungen an ihren Arzt oder auch die Rettungsstelle wenden. Es dürfe wegen des Coronavirus nicht dazu kommen, dass Menschen aus Furcht vor Ansteckung ihre Gesundheit gefährden. "Der Rettungsdienst ist in der Lage, alle Menschen zu behandeln", versichert der Landrat.

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