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Rieselfeldlandschaft
Holbrechtsfelde befürchtet unvernünftige Besucher

Hans Still / 10.04.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 10.04.2020, 11:23
Hobrechtsfelde (MOZ) Sie kommen zu Fuß, per Rad, meistens aber mit dem Pkw, der dann in einer fernen Ecke des Dorfes abgestellt werden muss, weil beim derzeitigen Ansturm einfach alle Hobrechtsfelder  Parkplätze hoffnungslos besetzt sind.

Scharen von Gästen ergießen sich anschließend in das naturnahe Areal der Rieselfeldlandschaft Hobrechtsfelde. "Wir hatten früher einmal den Status eines Geheimtipps, damit ist es lange vorbei. Das letzte März-Wochenende war die Hölle", muss Tina Philipp von der Agrar GmbH mittlerweile einräumen.

Besonders während der mit bestem Wetter angekündigten Osterfeiertage befürchtet sie quasi invasionsartige Zustände. Das wäre an sich nicht so schlimm, wenn es nicht berechtigte Sorgen um die Natur und die Tierwelt im 58 Hektar großen Gelände gäbe. "Das ist ja quasi Berliner Gebiet, damit ist es völlig in Ordnung, wenn die Hauptstädter hier die Möglichkeiten der Naherholung nutzen. Es müssen jedoch unsere Regeln gelten", bekräftigt Tina Phillip.

Hunde sind anzuleinen

Denn an die mehrfach per Hinweisschildern angebrachte Bitte, wegen der Brut- und Setzzeit der Tiere die Wege nicht zu verlassen, halten sich leider etliche Besucher nicht. "Die Gäste kommen aus allen Wäldern und von allen Wiesen. Dabei benötigt die Natur insbesondere in dieser Zeit Abstand", wirbt Phillip inständig für mehr Vernunft bei den Besuchern. Diese hingegen lassen oftmals ihre Hunde von der Leine, sodass die Vierbeiner in der freien Natur stöbern  und den Wildtieren zu Leibe rücken können. Drei Kranichpaare nisten im Gelände, obwohl es keine ausgedehnten Wasserflächen gibt. Es befinden sich unzählig viele Vogelgelege in den Wiesen. Und auch die Kitze verstecken sich im Gras und flüchten erst, wenn Mensch oder Hund einen Meter weit entfernt sind.

Zudem leben Pferde und Rinder auf den Weiden: Da wären beispielsweise die 160 Koniks, die zwar wild, aber nicht scheu sind. Die Pferde üben auf die Besucher offenbar besonderen Reiz aus. Gäste wollen sie streicheln, füttern und ihnen aus ihrer Sicht Zuneigung zu kommen lassen. Doch das ist bei den Verantwortlichen der Agrar GmbH nicht erwünscht.

Aus gutem Grund: "Wir hatten vor drei Jahren den Fall, dass sich jemand an den Tieren sexuell vergangen hat. Daher achten wir jetzt verstärkt darauf, dass zu Rindern und Pferden ein Abstand von mindestens 25 Metern eingehalten wird", erklärt Betriebsleiter Thomas Schuler entschlossen die Regeln. Den 160 Galloway-Rindern zu nahe zu kommen, fällt ohnehin aus natürlichen Gründen schwer. Die Tiere sind sehr scheu, sodass sie konsequent Reißaus nehmen, sofern sich beispielsweise ein Fotograf nähert.

Für die Oster-Feiertage kündigt das Team der Agrar GmbH schon mal vorsorglich verstärkte Kontrollen an. Das gilt auch für eventuelle "Müll-Botschafter", die gern mal Grünzeug, Bauschutt oder gar Asbest in der weitläufigen Natur abladen. Gemeinsam mit der Polizei und dem Ordnungsamt halten auch Tina Phillip und Thomas Schuler Ausschau nach möglichen schwarzen Schafen. "Meist sind es einige wenige Besucher, die den Ruf einer ganzen Gruppe runterziehen. Denn die Mehrheit unserer Gäste hält sich an die Regeln", sind beide überzeugt.

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