Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Sanierung
Bequemes Wohnen im Alter

Der einstige Saalbau wird erweitert und bietet Platz für 20 Wohnungen.
Der einstige Saalbau wird erweitert und bietet Platz für 20 Wohnungen. © Foto: HWB/Jörn Pötting
Roland Becker / 10.04.2020, 07:30 Uhr
Hennigsdorf (MOZ) Treffpunkt vor einem Gerippe: In der Rigaer Straße 30 stand bis vor Kurzem ein zweistöckiger Bau mit gewelltem Dach, der zwei Wohnblöcke miteinander verband. Als das Ensemble Mitte der 1980-Jahre entstand, war es in der DDR fast etwas Revolutionäres: 120 altersgerechte Wohnungen recht und links, in der Mitte als Herzstück ein großer Festsaal. Von dem Mitteltrakt sind nur die Pfeiler und das Dach geblieben. Doch dem Gerippe lässt die Hennigsdorfer Wohnungsbaugesellschaft (HWB) neues Leben einhauchen. In einem Anbau und im ersten Geschoss entstehen 20 barrierearme Seniorenwohnungen. Im Erdgeschoss wird Medimobil, eine Tochterfirma des DRK, wieder ihren Sitz haben. Neben der Pflegestation betreibt sie dann eine Tagespflege mit 30 Plätzen.

Anspruchsvolles Arbeiten

Für Michael Rath, Bauleiter der MBT Bau GmbH Hennigsdorf, ist der Umbau ein anspruchsvolles Projekt: "Wegen des zu erhaltenden Daches können wir keinen Kran einsetzen. Stattdessen arbeiten wir mit Teleskopstaplern." Bis die Tagespflege voraussichtlich im Juli 2021 eröffnen kann und die Wohnungen eventuell sogar schon einige Monate früher bezugsfertig sind, bleibt noch eine Menge an Arbeit. "Schon jetzt haben wir viele Interessenten auf der Warteliste",  weiß Projektsteuerin Grit Rupsch-Balthasar.

Ein wesentlich langfristigeres und bereits 2017 gestartetes Unterfangen besteht für die HWB darin, die 120 Wohnungen in den den Mittelbau flankierenden Blöcken zu sanieren. Die zwischen 21 und 57 Quadratmeter großen Wohnungen werden Strang für Strang modernisiert. Auch hier steht Barrierearmut im Mittelpunkt. "Die Eingangstür wird vergrößert und auch versetzt, damit wir mehr Platz für die Bäder haben", erläutert HWB-Mitarbeiterin Anja Vogel, während sie eine Musterwohnung betritt. Die ist eingerichtet, als sei sie schon vermietet. Auf dem kleinen Tisch thront ein Teller samt Tortenstück, das sich erst bei näherer Betrachtung als Kunstprodukt herausstellt. "Wo vorher gekocht wurde, wird jetzt geschlafen", kommt es ihr scherzhaft über die Lippen, als sie auf den Umbau im Inneren zu sprechen kommt.

Für viele der betagten Mieter ist der durch den Umbau nötige Umzug eine Herausforderung. "Wir begleiten und bezahlen diesen. Und gegebenenfalls packen wir alles bis zum letzten Teelöffel ein", beschreibt HWB-Chef Holger Schaffranke die Unterstützung. In die meisten der sanierten Wohnungen ist eine Küchenzeile integriert.

In Zukunft soll es auch wieder Räume geben, in denen sich die Nachbarn zu Mittagessen und Plausch treffen können. Eine größere Wohnung wird so hergerichtet, dass dort Geburtstage und andere Familienfeiern stattfinden können. Auch die Tristesse der Außenfassaden wird verschwinden: "Die sanieren wir noch in diesem Jahr", verspricht Schaffranke.

All die Arbeiten sind mit einem gewissen Lärmpegel verbunden. Bisher, so Schaffranke, habe es wenig Beschwerden gegeben: "Wir versuchen, die Mittagsruhe einzuhalten."

Die neuen Wohnungen im Mitteltrakt werden ab neun Euro pro Quadratmeter angeboten. Wer in eine sanierte Wohnung im Altersgerechten Wohnen neu einzieht, zahlt 7,50 bis 8 Euro je Quadratmeter. Bei Umzügen innerhalb des Hauses sind es ab 7 Euro.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG