Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona-Krise
IHK fordert Wiederhochfahren der Wirtschaft nach Ostern

Ein Schild weist in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) auf die Industrie- und Handelskammer hin. (Symbolbild)
Ein Schild weist in Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) auf die Industrie- und Handelskammer hin. (Symbolbild) © Foto: Bernd Wüstneck/dpa
Ina Matthes / 10.04.2020, 07:30 Uhr - Aktualisiert 10.04.2020, 12:52
Frankfurt (Oder) (MOZ) Die Industrie- und Handelskammer Ostbrandenburg setzt sich für ein schrittweises Wiederhochfahren der Wirtschaft im Land ein.

In einem Schreiben an Ministerpräsident Dietmar Woidke fordern Vertreter der Kammern eine Lockerung der Beschränkungen für besonders betroffene Branchen wie Handel und Dienstleistungsgewerbe "unter Einhaltung von infektionsschützenden Maßnahmen."  Die Planung dieser Maßnahmen müsse jetzt erfolgen. "Nach Ostern muss es eine klare Entscheidung geben. Dann muss die Wirtschaft wieder hochgefahren werden, Schritt für Schritt", sagte Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der IHK Ostbrandenburg dieser Zeitung.

Alles über das Coronavirus und seine Folgen für Brandenburg und Berlin in unserem Corona-Blog.

Die Beschränkung der Wirtschaft führt laut IHK zu Umsatzeinbußen, die die Existenz vieler Unternehmen bedrohen. In einer Umfrage der drei Brandenburger IHK  Anfang April sah ein Drittel von 650 befragten Unternehmen seine Zahlungsfähigkeit akut gefährdet. Besonders betroffen sind Unternehmen aus den Bereichen Handel und Messe, Hotellerie und Gastronomie, Touristik, Freizeit- und Kulturbranche sowie dem Dienstleistungsgewerbe. Im Tourismus sieht sich einer aktuellen IHK-Umfrage zufolge ein Drittel der Betriebe im Osten des Landes als langfristig gefährdet. Erste Unternehmer überlegen, ihr Geschäft  aufzugeben.

Unternehmen müssen Finanzhilfen schnell erhalten

Vertreter der Kammer begrüßten die Finanzhilfen, die Bund und Land zur Verfügung stellen. Wichtig sei, dass die Unternehmer diese Mittel jetzt schnell erhalten.  Langwierige bürokratische Verfahren müssten der Krisensituation angepasst werden. So beklagten Unternehmer gegenüber dieser Zeitung eine langsame Bearbeitung der Anträge auf Soforthilfen durch die Investitionsbank des Landes.

"Erst wenn sich die Situation deutlich und nachhaltig verbessert, werden wir die Schublade mit den sukzessiven Ausstiegsplänen ziehen. Sicher ist: Wir werden nicht von null auf hundert schalten", erklärte Ministerpräsident Dietmar Woidke zur Lockerung der Maßnahmen. Entscheidend sei der weitere Ausbau der Testkapazitäten, eine gute Grundversorgung mit Schutzausrüstung und die bedarfgerechte Ausstattung mit Intensivbetten. "Wir werden lange noch mit Einschränkungen zu tun haben, was nicht heißt, dass es nicht vorher in bestimmten Bereichen eine Rückkehr zum relativ normalen Leben geben kann." Er betonte: "Wann das sein wird, ist völlig offen. Wir werden uns am nächsten Mittwoch eng mit der Bundesregierung und den anderen Ländern abstimmen."

Voran geht es jetzt auch bei der Auszahlung der Unterstützung für polnische Berufspendler. Wirtschafts- und Finanzministerium hatten sich am 26. März darauf verständigt, dass polnische Pendler eine Hilfe von 65 Euro pro Tag für Übernachtungskosten aus der Landeskasse bekommen sollen. Damit sollen dringend benötigte Arbeitskräfte in Brandenburg gehalten werden. Nach einer Mitteilung vom Donnerstag werden die Hilfen jetzt nach Ostern ausgezahlt – knapp drei Wochen später.  Firmen, die polnische Mitarbeiter beschäftigen, können die Anträge ab Dienstag bei der IHK in Frankfurt (Oder) für die Kammerbezirke Ostbrandenburg und Potsdam stellen.

Landkreis / Bestätigte Fälle / Veränderung (stationäre kreisfreie Stadt Stand: 3.4.2020) / zum Vortag Behandlung

Barnim 94 +  7 8

Brandenburg a. d. Havel 27 0 3

Cottbus 34 0 1

Dahme-Spreewald 113 + 11 7

Elbe-Elster 42 + 4 2

Frankfurt (Oder)   10 0 1

Havelland 72 0 12

Märkisch-Oderland 101 + 7 12

Oberhavel 124* + 9 9

Oberspreewald-Lausitz 25 0 4

Oder-Spree 80 0 5

Ostprignitz-Ruppin19 0 2

Potsdam 170*  + 21 19

Potsdam-Mittelmark 156*  + 19 0

Prignitz9   0 0

Spree-Neiße 46 0 2

Teltow-Fläming 59 0 1

Uckermark21 0 3

Brandenburg gesamt 1202 +95 91

*Keine vollständigen aktuellen Angaben.

Quelle: Gesundheitsministerium

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG