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Garten
Tomatentage in Birkenwerder in Gefahr

Jürgen Liebezeit / 10.04.2020, 08:00 Uhr
Birkenwerder (MOZ) Nicht das Wetter, sondern die anhaltende Corona-Pandemie könnte dem Gärtner Peter Garske aus Birkenwerder einen Strich durch die Rechnung machen. "Nach Lage der Dinge fallen unsere traditionellen Tomatentage am Muttertagswochenende aus", sagte Garske.

Denn er rechnet auch in Zukunft mit Einschränkungen des Alltagslebens, gerade bei größeren Menschenansammlungen wie an seinen Tomatentagen. Peter Garske plant, seine selbst gezogenen Tomatenpflanzen zu den normalen Öffnungszeiten zu verkaufen. Sollte das nicht möglich sein, kann er sich auch einen Lieferservice vorstellen. Wann es losgeht, will er auf seiner Firmenhomepage ankündigen.

Venusbrüstchen im Angebot

Garske hat lange überlegt, ob er angesichts der geltenden Einschränkungen dieses Jahr überhaupt wieder in die Tomatenpflanzenproduktion einsteigt. Am Ende hat er sich dafür entschieden. Garske und seine Mitarbeiter haben  Tausende Töpfe mit verschiedenen Tomatensamen bestückt. Insgesamt produziert er gut 13 000 Stück. Dazu gehören nicht nur beliebte Sorten wie Harzfeuer oder Tamina, sondern auch exklusive Raritäten wie Venusbrüstchen, Ochsenherz, Rote Murmel oder Black Cherry.

Garske hat in jahrelanger Tüftelarbeit eine außergewöhnliche Methode zur Tomatenzucht entwickelt. Er baut die Folienzelte auf seiner Laubdeponie auf. Denn durch den Verrottungsprozess in den meterhohen Hügeln entsteht Wärme, die der Gärtner nutzt. Wenn die Pflanzen in den Verkauf gehen, werden sie für die Freiluftsaison nach und nach abgehärtet. Nur nachts kommen sie noch unter das Foliendach.

Der erfahrene Gärtner rät, nicht zu früh Gemüse- und Tomatenpflanzen in die Erde zu setzen. Nach den Eisheiligen sei die richtige Zeit. Wer jetzt die Jungpflanzen ohne Schutz ins Beet bringe, riskiere einen Totalverlust. Besonders Gurken sind sehr empfindlich. Schäden treten schon bei Temperaturen unter sieben Grad auf. "Es bringt auch keinen wirklichen Vorteil", so Garske. Denn die später gesetzten Gurken würden beim Wachstum schnell aufholen. Er erinnert an den Grundsatz, dass Geduld zu den wichtigsten Tugenden des Gärtners gehöre.

Deshalb bietet Peter Garske zurzeit auch nur wenige Gemüsepflanzen an. Einen Engpass hat er bei der Versorgung mit Jungpflanzen noch nicht registriert, auch wenn in manchen Bau- und Pflanzenmärkten die Regale leer sind. "Die Menschen sind zu Hause und wollen bei dem schönen Wetter im Garten loslegen", erklärt er das reduzierte Angebot bei der Konkurrenz sowie die starke Nachfrage nach Komposterde aus seinem Betrieb. Garske holt derzeit seine Gemüsepflanzen vom Großmarkt, zum Saisonstart in gut zwei Wochen bekommt er seine Ware aus Schwante. Die Öffnungszeiten in der Gärtnerei sind zurzeit leicht eingeschränkt. Ihm fehlt eine Floristin, die zur Risikogruppe zählt und deshalb zum Schutz ihrer Gesundheit zu Hause bleibt.

Tipps für die roten Kugeln

In den Folienzelten mit Fußbodenheizung zieht Peter Garske jedes Jahr bis zu 60 verschiedene Tomatensorten vor.

Garske rät, die Jungpflanzen, die vor dem Verkauf unter freiem Himmel ans Freiland gewöhnt werden, erst nach den Eisheiligen zu pflanzen. Zudem sollte es keine Nachtfröste mehr geben. Mitte Mai sei das in der Regel der Fall.

Empfehlenswert ist ein sonniger Standort. Die Pflanzen sollten vor Regen geschützt werden.⇥zeit

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