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Corona-Pandemie
Kinder aus Dannenberg trotzen Corona mit Farbe

Jörn Kerckhoff / 15.04.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 15.04.2020, 14:54
Dannenberg (MOZ) Da waren mindestens ein Dutzend Kinder auf der Straße unterwegs und haben die Regenbögen gemalt", erzählt Jeannette Ewald aus Dannenberg, was in dem kleinen Ort los war, und wirkt dabei sehr glücklich.

Damit folgten die Kinder dem Aufruf der MOZ, sich an der bundesweiten Aktion zu beteiligen, Regenbögen gegen Corona zu malen und Fotos davon einzusenden. Am Karfreitag gingen die Kinder in Dannenberg auf die Straße und malten mit Straßenkreide kräftig drauf los – irgendwie eine ganz neue Interpretation des "Friday for uture".

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"Das war wirklich eine tolle Aktion", schildert Jeannette Ewald ihre Eindrücke. Viele Einwohner des 217-Seelen-Ortes hätten den Kindern aus sicherer Distanz vom Balkon oder vom Gartenzaun aus beim Regenbogenmalen zugeschaut und ihre Freude daran gehabt. Sie hätten den Kindern zugewinkt und die kleinen, bunten Kunstwerke bestaunt. Auch das Ordnungsamt habe vorbeigeschaut, damit die Kontaktbeschränkungen auch eingehalten werden, offenbar gab es aber nichts zu beanstanden.

Erinnerungen an die Kindheit

Marcel Ewald ist Ortsvorsteher von Dannenberg und stammt auch gebürtig aus dem kleinen Ort. "Er hat mir erzählt, dass er in seiner Kindheit noch auf der Straße spielen konnte, aber das geht ja heute eigentlich gar nicht mehr", erzählt seine Frau, Jeannette Ewald. So gesehen sei der Stillstand in der Corona-Krise zumindest dafür gut, dass die Kinder auch mal wieder auf der Straße spielen können, ohne dass sie ständig von Autos gestört werden.

So wurde vor allem der Freienwalder Weg in Dannenberg vom tristen grauschwarz in ein kunterbuntes Farbenmeer verwandelt – zumindest für einige Zeit. Denn leider blies der Wind am Sonnabend die Gemälde aus Straßenkreide zum größten Teil schon wieder weg, wie Jeannette Ewald berichtet. "Der Straßenbelag ist doch recht grob, da halten solche Bilder leider nicht lange. Viel zu sehen ist nicht mehr davon." Schade, aber natürlich wurden die Bilder alle fotografiert, sind daher auch gespeichert und werden in den kommenden Tagen sicher vielfach über die sozialen Netzwerke geteilt.

Solche Aktionen sollen die Menschen in Zeiten von Corona näher zusammenbringen, was in Dannenberg ja offenbar sehr gut funktioniert hat. Das Malen vor Publikum war sowohl für die Kinder als auch für die Erwachsenen ein Erlebnis und damit auch eine Abwechslung der Krisenstimmung. "Die Dorfgemeinschaft war auch vor Corona schon sehr gut und einer hat dem anderen geholfen", berichtet Jeannette Ewald. Durch die Krise habe der Zusammenhalt aber bestimmt noch zugenommen. Jeder kenne jeden in Dannenberg und jeder achte auf jeden.

Hilfe nicht nur in Krisenzeiten

Im Dorf seinen auch Flugblätter mit den Kontaktdaten der Aktion "Anpacken-Bad Freienwalde-Nachbarschaftshilfe" verteilt worden. Nachgefragt wurde diese Hilfe aber bislang kaum. Eben weil Nachbarschaftshilfe dort nicht nur in Krisenzeiten gelebt werde, sondern einfach zum Dorfleben dazugehöre.

"Außerdem haben wir den großen Vorteil, dass jede Woche ein Fleischer und ein Bäcker mit ihren Verkaufswagen in den Ort kommen und dort direkt am Wagen gekauft werden kann", beschreibt Jeannette Ewald. Dazu auch noch ein Handelswagen, mit allem Möglichen für den täglichen Bedarf und an der Milchtankstelle im Dorf gebe es auch noch Butter, Quark und Nudeln. "Wir brauchen nicht raus aus dem Dorf, um uns zu versorgen."

Wahrscheinlich auch deswegen sei die Stimmung in Dannenberg bislang ziemlich gelassen, große Angst vor Ansteckung habe offenbar niemand. Dennoch sei es natürlich wichtig, dass man die Regeln zur Hygiene und Abstand im Moment einhalte, damit diese Gelassenheit auch beibehalten werden kann. Das sei in einem Ort, in dem die meisten einen eigenen Garten hätten, in dem sie an die frische Luft oder auch mal etwas arbeiten können, deutlich leichter, als in einer kleinen Wohnung, weiß Jeannette Ewald. Dennoch appelliert sie an alle, die Regeln nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, sondern sich selbst und andere zu schützen.

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