Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Infrastruktur
Von Rüdersdorf mit dem Zug zum Tesla-Werk

Uwe Spranger / 18.04.2020, 04:00 Uhr
Herzfelde (MOZ) Wir haben einen wichtigen Partner für unsere Bemühungen um die Reaktivierung der Eisenbahnstrecke nach Rüdersdorf und darüber hinaus für den Personenverkehr gewonnen", konstatierte Rüdersdorfs Bürgermeisterin Sabine Löser jüngst nach einem Telefonat.

Bei dem Gespräch hatte sie die Eigentümer des Areals zwischen ehemaliger Mülldeponie Hennickendorf, Strausberger Straße, Heim Verwertung und Entsorgung sowie Cemex Zementwerk an der Strippe. Die hätten von sich aus den Kontakt, nachdem ihnen offenbar Visionen aus der Region zu Ohren gekommen waren, die alte Bahnverbindung wieder zu nutzen und an dem Standort einen Bahnhof mit Park-und-Ride-Plätzen zu schaffen. Sie seien derartigen Plänen "nicht abgeneigt", hatte sie bereits bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung kurz mitgeteilt.

Vor Jahren waren im Auftrag der Familie allerdings erst einmal die auf dem Gelände vorhandenen Gleise, die auch das auf der anderen Straßenseite gelegene Areal der Herzfelder Kreislaufwirtschafts- und Verwertungs GmbH und Gebrüder Schmidt sowie das Industrie- und Gewerbegebiet Herzfelde erschließen, größtenteils herausgerissen worden. Dies hatte zwischenzeitlich sogar zu gerichtlichen Auseinandersetzungen geführt. Dem Vernehmen nach war es auch um die Zahlung von Nutzungsgebühren für die Gleise gegangen. Das Landesamt für Bauen und Verkehr hatte  auf Nachfrage von "Unstimmigkeiten" gesprochen, den Rückbau von Gleisanlagen einer Anschlussbahn allerdings auch als nicht genehmigungspflichtig eingestuft. Öffentliche Bahnstrecke war die Trasse zu der Zeit nicht, selbst die Abschnitte ab Tasdorf gelten als Werksbahn, über die Cemex einen Teil seiner Transporte abwickelt. Am neuen Radweg Hennickendorf–Herzfelde ist indes eine Bahnquerung entstanden.

Sabine Löser sagte, die Eigentümer hätten eine gewerbliche Nutzung auch der ehemaligen Gleisflächen im Auge gehabt, dies allerdings nie realisiert. Im Flächennutzungsplan der Gemeinde sei das Areal als Gewerbefläche ausgewiesen, es gebe zudem einen Bebauungsplan, der Gewerbe und Industrie ermögliche. "Wohnen geht an der Stelle aufgrund der Nähe zu den Industrieanlagen natürlich nicht", stellte sie klar.

Kommune für Reaktivierung

Sie habe den Eigentümern verdeutlichen können, dass nicht nur Gruppen wie die Bürgerinitiative Gesund Leben am Stienitzsee oder die Grünen das Ziel der Reaktivierung der Bahnstrecke verfolgen, sondern auch die Kommune dahinterstehe, berichtete die Bürgermeisterin. Gerade im Zusammenhang mit der geplanten Ansiedlung des Elektroautobauers Tesla in Grünheide müsse man "ganz langfristig denken" und gegebenenfalls auch einen äußeren Bahnring um Berlin etablieren. Dabei könne auch dieser Standort eine Rolle spielen. Rüdersdorf jedenfalls beteiligt sich an der Erarbeitung eines Umfeldentwicklungskonzeptes, das die Auswirkungen des Werkes auf die Siedlungs-, Gewerbe- und Infrastrukturentwicklung ins Auge fasst.

Überdies wolle man weiter eine Entlastung für die B 1/5 sowie die Ostbahn befördern, sagte Sabine Löser. Um bei wieder normalen Verhältnissen mehr Pendler von der Straße auf die Schiene zu bekommen, gebe es nur zwei Standorte für potenzielle Bahnhöfe: Den Genannten sowie einen an der Kreuzung von B 1 und Bahnlinie zwischen Tasdorf und Autobahn. Sie erinnerte da-ran, dass die Gleise bis zum Cemex-Werksgelände ja vorhanden und in Nutzung seien. Nachdem ja ein erster Anlauf bei der Landesregierung vor Kurzem "nicht sehr erfolgreich" gewesen und die Strecke in den Infrastrukturplanungen bisher nicht berücksichtigt sei, sollte man nun einen "Masterplan" entwickeln, welche Schritte zu tätigen seien. "Es ist ein dickes Brett zu bohren", blickte sie voraus. Und für den Weg seien viele Partner nötig. "Der Flächeneigentümer ist ein wichtiger davon", machte sie klar.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG