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Wieder geöffnet
Viel Nachwuchs im Tierpark Kunsterspring

Siegmar Trenkler / 23.04.2020, 17:59 Uhr - Aktualisiert 23.04.2020, 18:30
Kunsterspring (MOZ) Einen Monat lang war es sehr ruhig im Tierpark Kunsterspring: Die Einrichtung war, wie fast alles, geschlossen worden, um in der Corona-Krise das Ansteckungsrisiko zu minimieren. Seit Mittwoch stehen die Tore wieder offen und die Besucher haben ihren Tierpark schon längst wieder erkundet.

"Nicht alle haben einen Garten oder ein Grundstück", sagt Tierparkleiter Peter Mancke. "Da ist das Bedürfnis da, sich in der Natur zu bewegen." Nicht nur die weitläufigen Wege der Anlage, auf denen die Besucher ganz locker die geltenden Mindestabstände einhalten können, sondern auch die eigentlichen Stars des Tierparks sind einen Besuch wert. Zumal es gerade einigen Nachwuchs gibt, der so manchen verzücken dürfte.

Niedlicher Nachwuchs

Mitte März war es beispielsweise  bei den Heckrindern so weit. Ein kleines Kälbchen erblickte das Licht der Welt. Die Rasse wurde von Brüdern gezüchtet, von denen einer in Berlin, der andere in München Zoodirektor war. Ziel war es, Tiere so nah dran wie möglich am inzwischen ausgestorbenen Urrind zu bekommen, berichtet Mancke.  Das Ergebnis sind sehr widerstandsfähige Tiere, die inzwischen teilweise in der extensiven Landwirtschaft eingesetzt werden.

Auch bei den Wisenten, ebenfalls eine sehr alte Rasse, gibt es Nachwuchs: Wisentkälbchen Othello ist allerdings schon einige Monate alt. Ganz frisch sind hingegen die Jungtiere bei Europas kleinster Schafrasse, den Ouessantschafen. Gleich dreimal gab es dort in den vergangenen Wochen Lämmer. Nicht weniger niedlich sind die vier jungen Wollschweine. "Sie sind auch jetzt bei dem Wetter schon draußen in der Sonne", so der Tierparkleiter. Die Schleiereulen haben ebenfalls Nachwuchs gezeugt. "Wenigstens zwei Junge sind da schon geschlüpft." Auch die Steinkäuze brüten, ebenso wie die Schwarzstörche. "Wir hoffen, dass sie befruchtete Eier gelegt haben", so Mancke. Ganz sicher sein könne man sich aber nicht. "Wir wollen die Tiere nicht stören" Schließlich gebe es bei den Schwarzstörchen im ganzen Land nur etwa 55 bis 60 Brutpaare. Deutlich sichtbar sind hingegen die Jungtiere bei den afrikanischen Zwergziegen.

Um mögliche Ansteckungsrisiken so gut es geht zu minimieren, gibt es einige temporäre Veränderungen im Tierpark. "Im Terrarium würde sich automatisch eine hohe Besucherkonzentration ergeben", sagt Mancke. "Daher bleibt das erst einmal geschlossen." Auch die Spielplätze können derzeit nicht genutzt werden, ebenso wie die Futterautomaten oder das Streichelgehege. Weiterhin fallen die Schaufütterungen und die Führungen vorerst weiterhin aus. "Ansonsten ist das Wegesystem bei uns ja so gestaltet, dass die Abstände gut eingehalten werden können."

Eine gesonderte Schutzmasken-Pflicht im Tierpark gebe es derzeit nicht. Und auch im Eingangsbereich gebe es keine baulichen Veränderungen. "Wir haben dort keine Gitter oder so etwas aufgebaut, weil wir durch den Haupteingang mit unseren Fahrzeugen durchfahren müssen", sagt Mancke. So werde man einfach an die Besucher appellieren, im Kassenbereich einfach genügend Abstand zu halten. Hinweisschilder werde zudem darauf hinweisen.

Hoffen auf Verständnis

Darüber hinaus werde einfach auf das Verständnis der Besucher gesetzt. "Wir hoffen, dass in den nächsten Tagen die Infektionszahlen nicht wieder hochgehen und dann noch restriktivere Maßnahmen verhängt werden", begründet der Tierparkleiter. Schließlich seien die vergangenen Wochen schon eine große Herausforderungen gewesen. "Das war für alle zoologischen Einrichtung ein herber Verlust. Gerade der April ist ja sonst einer der besucherstärksten Monate. Aber die Gesundheit geht ja vor", sagt Peter Mancke. Dass keine Besucher da waren, hätten sogar die Tiere gespürt. "Enten oder Schildkröten ist es sicherlich egal, ob Menschen im Park sind. Aber die höheren Säugetiere wie unsere Wölfe haben das schon mitbekommen. Sie sind ja immer sehr interessiert daran, was vor dem Zaun so los ist. Und auch wir Pfleger konnten jetzt nicht so viele Zeit mit den Tieren verbringen."

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