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Der Tempelwald bei Borkwalde
Sonntagsspaziergang durch die Zauche

Andreas Koska / 24.04.2020, 15:00 Uhr
Borkwalde Frische Luft, Sonne - das sind Faktoren, die präventiv gegen das Corona-Virus helfen können. Mit entsprechenden Möglichkeiten sind wir in der Zauche reich gesegnet. Keine Gewaltmärsche, aber kleine Spaziergänge an der frischen Luft, denn zwar kann der Weg das Ziel sein, aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ein Spaziergang zu einem Ziel mich eher motiviert.

Der Tempelwald ist für die Borkwalder etwas besonderes. Die Gemeinde ist stolz darauf "Waldgemeinde" zu sein, wie schon die Ortseingangsschilder ankündigen und da passt ein engagierter Waldbesitzer wie Karl Tempel gut ins Bild. Ein oder gar zwei  Spaziergänge sind auf jedem Fall in diesem Wald empfehlenswert.

Der Berliner bewirtschaftet rund 80 Hektar Wald in und bei Borkwalde. Längst ist sein Wald zu einem Naherholungsgebiet geworden. Der 74-jährige Tempel hat einen Rundweg ausgewiesen. Erklärungstafeln erläutern seine Vorhaben, egal ob es sich um die Ansiedlung von Waldbienen handelt, 60 Bienenkästen stehen im Wald, oder um seine Neupflanzungen. Maronen, Ahorn, Rot- und Traubeneiche, Hasel, Vogelkirsche, Esche und Wildbirne wachsen seitdem unter den mächtigen Kiefern. Seit zirka 17 Jahren bemüht sich der pensionierte Beamte um die Umwandlung seines Waldes vom reinen Kiefernforst zu einem Mischwald. So hat er eine Baumhaselallee gesetzt. Nach seinen Angaben hat er inzwischen gut 80.000 neue Bäume gepflanzt.

Zu einem Rundgang sollte man am Siebenbrüderweg starten. Wer möchte, kann im Wirtshaus bei Andreas Knop eine Mahlzeit vorbestellen, um sie nach dem Spaziergang mit nach Hause zu nehmen. So sind dann Geist und Magen gesättigt. Der Weg führt entlang des ausgewiesenen, etwa 25 Kilometer langen, Spargelwanderweges. Dieser zieht sich von Brück nach Klaistow. Rechter Hand sind die Häuser der Schwedenhaussiedlung zwischen den Kiefernstämmen zu sehen. Dazu kommt einer rege Bautätigkeit in den neuen Siedlungsgebieten. Die abgeholzten Stämme und das Astwerk lagern am Siebenbrüderweg.

Zugegebenermaßen ist der durch LKW zerfahrene Waldweg etwas unbequem zum Wandern. Hinter einer Schranke geht es weiter. An der Stelle, an der der Spargelwanderweg eine 90 Grad Biege macht, beginnt der Tempelwald. Auf einer Erklärungstafel sind zwei Rundwege eingezeichnet.

Beim heutigen Spaziergang nehmen wir den "Grünen-Rundweg". Das Schöne ist, dass man sich tatsächlich an den angebrachten Pfeilen orientieren kann und wieder an den Ausgangspunkt gelangt. Wir gehen nach links. Nach etwa 100 Metern führt der Rundweg nach rechts in einen schmalen Waldweg, wir nehmen einen Abstecher in die entgegengesetzte Richtung. Hier stoßen die Wanderer auf eine Infotafel zu Waldbienen und deren Haltung. Der hier gesammelte Honig kann in Busendorf erwerben werden.

Zurück zum Pfad. Schauen sie auch mal nach oben. In den Bäumen werden sie Vogel und Fledermauskästen sowie kleine Insektenhotels entdecken können. Überall herrscht in den ersten Frühlingstagen reger Betrieb. Die nächste Tafel erklärt Vogelschutz im Wald. 100 von insgesamt 254 Brutvogelarten sind im Wald daheim. Trotzdem ist es wohl nicht ungefährlich. Das Einflugloch muss gesondert gesichert werden, denn sonst könnte es passieren, dass der Specht es erweitert, Meisenküken gelten für ihn als Spezialität. Wer auf den Waldboden aufmerksam schaut, wird feststellen, dass die Erde aufgewühlt ist und hier die Wildschweine gern unterwegs sind. Die letzte Tafel ist der Fledermaus gewidmet. Waldfledermäuse, wie der Abendsegler, die Mücken- und die Rauhautfledermaus sind hier zu Hause und helfen die Schadinsekten zu vertilgen, wird erläutert.

Jetzt noch einmal links und man ist wieder am Ausgangspunkt des Rundweges angelangt. Für den Rundweg benötigt der Wanderer etwa 30 Minuten, hinzuzurechnen ist der Weg vom und zum Fahrzeug. Jedoch sollte man mobil sein, mit Kinderwagen ist die Tour nicht zu empfehlen. Es liegen ab und an umgestürzte Bäume im Weg, der Weg ist sandig und uneben.

Den zweiten Rundweg beschreibe ich in der kommenden Woche.

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