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Corona
Glienicker Seniorenheim Angerhof ermöglicht jetzt kontaktlose Besuche

Zu ihrem 85. Geburtstag durfte Gerda Koch mit ihrem Mann Gerhard am Fenster ihren Sohn Marco empfangen.
Zu ihrem 85. Geburtstag durfte Gerda Koch mit ihrem Mann Gerhard am Fenster ihren Sohn Marco empfangen. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 11.05.2020, 17:15 Uhr - Aktualisiert 11.05.2020, 20:46
Glienicke (MOZ) Zwei Monate nach der Schließung des Glienicker Seniorenheims "Angerhof" für Besucher öffnet sich die Einrichtung wieder – allerdings unter strengen Auflagen und mit ungewöhnlichen Ideen. Die Bewohner dürfen seit Montag wieder Angehörige zu kontaktlosen Besuchen empfangen. Dazu muss nur ein Fenster in der Caféteria geöffnet werden.

Im Haus sitzt dann der Bewohner an einem kleinen Tisch, und vor dem Fenster, das zusätzlich durch ein transparentes weißes Mückennetz geschützt ist, nimmt in ausreichendem Abstand der Angehörige Platz. Er muss einen Mund-Nasen-Schutz tragen. "Wenn es regnen sollte, stellen wir einfach einen Schirm auf", so Leiterin Julia Sieber ganz pragmatisch. Jeder Bewohner darf dieses Angebot zurzeit einmal in der Woche für 30 Minuten nutzten. "Es sollen alle die Chance haben", begründet Julia Siebert die zeitliche Begrenzung.

Nach jedem Besuch werden alle Stühle und Tische desinfiziert. Die Heimleitung achtet äußerst penibel auf höchste Hygienestandards. Auch wird bei jedem Gast Fieber gemessen. "Nur so können wir das Virus vor der Tür halten", begründet Julia Sieber den hohen Aufwand. Der Erfolg gibt ihr Recht. "Wir sind corona-frei", erklärt die Leiterin, die stolz ist auf ihr Team, das unter erschwerten Bedingungen arbeitet.

Angehörige wurden in den vergangenen acht Wochen durch Rundbriefe von der Leiterin über aktuelle Geschehnisse im Seniorenheim informiert. Im Foyer gab es zudem die Möglichkeit, über das Videoportal "Scype" zu kommunizieren. "Das war für manche ganz schon ungewöhnlich, plötzlich die Tochter oder den Sohn nur auf dem Bildschirm zu sehen", so Julia Sieber. Dabei sei es zu wunderbaren Szenen gekommen. Vielfach wurde virtuell ein Blumenstrauß überreicht, andere Familien brachten ein Ständchen. "Aber das kann den persönlichen Kontakt nicht ersetzen", räumt Julia Sieber ein. Für eine Abwechslung im Alltag sorgten zudem die ehrenamtlichen Kooperationspartner. So kam ein Drehorgelspieler vorbei. Das Konzert im Innenhof konnten die Bewohner von den Balkonen aus verfolgen. Ähnlich war es auch am Freitag. Es traten drei Flötisten des Berliner Rundfunksinfonieorchesters auf.

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