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Corona
Aufwand zur Eröffnung der Gastronomie in Briescht ist zu hoch

Monika Rassek / 13.05.2020, 04:30 Uhr - Aktualisiert 13.05.2020, 10:20
Briescht (MOZ) Ab Freitag können Gaststätten unter Auflagen wieder öffnen. Hotels dürfen ab dem 25. Mai wieder Gäste beherbergen. Unter sehr strengen Auflagen versteht sich. Nicht alle im Landkreis Oder Spree werden diese Möglichkeit auch nutzen, vor allem aus organisatorischen Gründen und nicht nur wegen der Corona-Krise.

Seit elf Jahren betreiben Sindy Koba und Kai-Uwe Rettig die Alte Försterei in Briescht, einem kleinen Dorf in der Gemeinde Tauche. Im Laufe der Jahre haben die beiden aus dem Ensemble, welches um 1900 tatsächlich als königliche Försterei errichtet worden war, eine kleine Institution in Sachen Kunst und Kultur heranreifen lassen.

Beliebter Treffpunkt

An Veranstaltungstagen trifft sich in dem kleinen Ort die Republik, insbesondere zu den viermal im Jahr stattfindenden "Kulturfesten auf dem Land" mit Ausstellungen, Live-Musik und großem Antik- & Trödelmarkt. In diesem Jahr hat die Corona-Pandemie alles verändert. Und, obwohl die Gaststätten wieder öffnen können, bleibt das Tor zur Alten Försterei vorerst geschlossen.

"Wir schaffen es organisatorisch nicht, die vorgegebenen Auflagen für den gastronomischen Betrieb zu erfüllen", sagt Kai-Uwe Rettig. Daher würden sowohl die "Himmelfahrtsstation" mit der Whiskey, Milk & Water- als auch das "Pfingstvergnügen" mit The Lucky Strings-Liveband abgesagt. Die Entscheidung ist ihnen nicht leichtgefallen. In der vergangenen Woche stand noch die Frage im Raum, ob zu Himmelfahrt mit oder ohne Band geöffnet werden kann. Am Wochenende sollten eigentlich Tische und Stühle ins Freie geräumt werden, um am 15. Mai die Tore öffnen zu können. Doch unter den gegebenen Umständen ist das nicht möglich.

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Rettig erzählt: "Eigentlich war es eine entspannte Zeit. Man kommt zu Dingen, die man sonst nicht anfasst." Und er meint damit beispielsweise, im eigenen Haus den Keller aufzuräumen oder die Bücher zu sortieren. "Der Dornröschenschlaf hat auch etwas Besinnliches", resümiert er. Denn für die Familie sei es eine intensive, schöne Zeit.

Sonst dreht sich auch in der freien Zeit fast alles um den Betrieb: "Wir tüfteln an der Veranstaltungsorganisation, versuchen beispielsweise die Arbeitsabläufe für Konzerte oder Hochzeiten zu optimieren."

Angefangen hat das Paar mit der Organisation vieler Konzerte. Dann kamen die Hochzeiten dazu und die Märkte. "Im Laufe der Zeit haben wir das Konzept den Bedürfnissen unserer Gäste angepasst", erklärt Rettig das Erfolgskonzept.

Die Scheune als zentraler Ort des Ensembles hat in der Zeit der Ruhe einen neuen Fußboden bekommen, die alten Dielen wurden durch neue ersetzt. Genauso wie ein paar Fenster. Eine gute Gelegenheit für den Innenarchitekten, sich auszuleben. Zu den vielen Kleinigkeiten, die angepackt wurden, gehört auch die Elektrik im Barbereich, die nun wieder auf Vordermann ist.

Gutshaus bleibt zu

Doch nun beginnt dem Paar langsam die berufliche Beschäftigung zu fehlen. "Es ist nicht nur das Finanzielle, die Alte Försterei ist ein zentraler Ort, an dem viele Menschen mit verschiedenen Interessen zusammenkommen." Menschen bräuchten einfach die Geselligkeit. Wenigstens könne jetzt wieder geheiratet werden, wenn auch nur im kleinen Rahmen.

"Neben Veranstaltern und Gastronomen ist es vor allem auch für Kunstschaffende wie Musiker oder Theaterleute eine extrem schwere Zeit", erklärt Rettig. Diese würden eindeutig zu den Verlierern dieser Krise zählen.

Geschlossen bleiben für längere Zeit auch die Türen des Märkischen Gutshauses in Beeskow. "Wir machen gar nicht mehr auf", sagt dann auch Gerhard Thien von der Scheibler GmbH, die rund um Hotel und Restaurant im Gutshaus die Seniorenresidenz Barbarapark errichtet, die nach Fertigstellung von der Michael Bethke Seniorenresidenzen GmbH betrieben wird. "Das ist jetzt hier eine große Baustelle, da ist Publikumsverkehr gar nicht mehr möglich", so Thien.

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