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Kultur
Bushaltestelle wird Kunsthaltestelle in Glienicke

Fotograf Matthias Jankowiak und Monika Tabatt vom Glienicker Kulturamt stehen an der Haltestelle zwischen Kirche und Seniorenheim. Dort ist ein Motiv von Jankowiak zu sehen.
Fotograf Matthias Jankowiak und Monika Tabatt vom Glienicker Kulturamt stehen an der Haltestelle zwischen Kirche und Seniorenheim. Dort ist ein Motiv von Jankowiak zu sehen. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 13.05.2020, 18:12 Uhr
Glienicke (MOZ) Kreativität bewiesen Monika Tabatt und Ina Klaube vom Kulturamt in Glienicke. Weil Künstlerinnen und Künstler im Ort derzeit keine Möglichkeit haben, ihre Werke öffentlich zu zeigen, kreierten sie eine Open-Air-Galerie der anderen Art.

Sie boten den neun Berufskünstlern aus Glienicke an, die Werbeflächen der Buswartehallen zur Präsentation ihrer Werke zu nutzen. Das Angebot wurde dankend angenommen. Die Rathaus-Kreativen haben die Corona-Krise im doppelten Sinne genutzt. Zum einen werden die Werbeflächen, die der Kommune gehören, derzeit kaum genutzt, weil es keine Veranstaltungen gibt, für die geworben werden kann. Zum anderen verschaffen sie Künstlern die Chance auf Öffentlichkeit. Vor dem Hintergrund, dass am Muttertagswochenende der "Tag der offenen Ateliers" als wichtiges Werbewochenende für Künstler ausfiel, waren alle froh, sich an stark frequentierten Bushaltestellen präsentieren und so vielleicht auch ein neues Klientel ansprechen zu können. Auf jedem Plakat steht die Homepage der Künstler.

Die Ausstellung mit 33 Plakaten ist am Dienstag von Bürgermeister Hans-Günther Oberlack (SPD) und Gemeindevorsteher Uwe Klein (SPD) eröffnet worden. Beide lobten die Idee übereinstimmend. "Die unterschiedlichen Werke zeigen, wie vielfältig unsere Kunstszene ist," so Klein. "Da haben wir einen unglücklichen Umstand in ein gutes Projekt umgesetzt", so Oberlack.

Unter den Teilnehmern sind namhafte Akteure wie die Brandenburger Kulturpreisträgerin für Malerei von 2018, Carola Czempik, und der zweifache Bienale-Preisträger Frank Rödel, dessen Bilder als Staatsgeschenke durch die Bundesregierung vergeben wurden. Auch Christine Gersch, die zusammen mit ihrem Mann Igor Jerschov wahre Hingucker-Skulpturen  aus Mosaik-Steinchen zaubert, hat ein Kunstwerk beigesteuert. In Glienicke hat sie die blaue Sitzgruppe am Standesamt entworfen. Hochzeitspaare nutzen das Ensemble gerne für Erinnerungsfotos. In Hohen Neuendorf steht ihr tanzendes Bienenpaar am S-Bahnhof.

Der Fotograf Matthias Jankowiak hat das Thema Corona in seinem Beitrag aufgegriffen. Er lässt blühenden Löwenzahn aus einem gebrauchten Mund-Nasen-Schutz wachsen. Der Titel: "hope 2021". Das symbolhafte Bild steht für den Aufbruch, den der Fotograf bald erwartet und erhofft. Auch bei ihm ist nahezu das komplette Geschäft weggebrochen.

Jankowiak wurde von der Gemeinde beauftragt, die Fotos der Kunstwerke, die die Erschaffen selber gemacht haben, in Druckvorlagen herzustellen. Jedes Motiv ist dreimal in Glienicke zu sehen. Bürgermeister Oberlack will nach dem Ende der Ausstellung in zwei Monaten die Drucke signieren lassen und bestätigen, dass sie Teil der einzigartigen Ausstellung waren. "Dann können die Künstlerinnen und Künstler sie verkaufen", hofft er auf eine Einnahmequelle. Die Verwaltung hat sich zudem jeweils einen Druck fürs eigene Archiv gesichert. Er kann sich im nächsten Jahr auch eine Wiederholung der Aktion vorstellen, wenn das Projekt angenommen wird.

Wenn es weitere Lockerungen gibt, plant das Kulturamt spontane Konzerte an den Wartestellen. "So können wir auch Musiker unterstützen", sagte Monika Tabatt am Dienstag.

Wer istdabei?

Folgende Künstlerinnen und Künstler aus Glienicke nehmen an der Ausstellung "Kunstwartestelle" teil:

Gero BreloerAriane BeckmannCarola CzempikUwe TabattFrank RödelHeike AdnerMatthias JankowiakChristine GerschAnnette Lück-Lerche.

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