Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Blumenkübel
Glienicke will erst reden – und notfalls dann klagen

Die Protest-Demonstration vor dem Rathaus Reinickendorf, an der auch Bürgermeister Hans-Günther Oberlack und Gemeindevorsteher Uwe Klein teilnahmen, zeigte keine Wirkung bei den Bezirkspolitikern.
Die Protest-Demonstration vor dem Rathaus Reinickendorf, an der auch Bürgermeister Hans-Günther Oberlack und Gemeindevorsteher Uwe Klein teilnahmen, zeigte keine Wirkung bei den Bezirkspolitikern. © Foto: Jürgen Liebezeit
Jürgen Liebezeit / 14.05.2020, 14:33 Uhr - Aktualisiert 14.05.2020, 17:52
Glienicke (MOZ) Glienickes Spitzenpolitiker haben auf den Beschluss des Reinickendorfer Bezirksparlaments, die Schildower Straße und die Elsestraße zum Test mit Blumenkübeln für den motorisierten Durchgangsverkehr zu sperren, reagiert. Bevor juristische Schritte eingeleitet werden, soll das Gespräch gesucht werden. "Wir sollten endlich miteinander reden!", sagten Bürgermeister Hans-Günther Oberlack (FDP) und Gemeindevorsteher Uwe Klein (SPD) übereinstimmend.

"Wir bedauern es sehr, dass dieser Beschluss gefasst wurde", erklärte Oberlack am Donnerstag. Was ihn wiederum freute, seien die Äußerungen seitens vieler Hermsdorfer, die sich gegen eine Schließung des Waldseeviertels ausgesprochen haben. Das zeige, dass es kein Konflikt zwischen Berlin-Hermsdorf und Glienicke sei, sondern nur Interessen von gut vernetzten Einzelpersonen, "die zu Lasten anderer ihre Ruhe haben wollen", durchgewunken worden seien. Auch Klein begrüßt es, dass auf Berliner Seite nicht alle für eine Sperrung seien. Selbst der Verkehrssenat halte laut der Bezirksstadträtin eine Sperrung von Landesgrenzen für kein probates Mittel, so Klein.

Die Vorwürfe, Glienicke hätte nichts getan, um den Verkehr im Waldseeviertel zu entzerren, weist Verwaltungschef Oberlack strikt von sich. Als Beispiel nennt er den Kiezbus, der seit einem Jahr Glienicke und Schildow mit dem S-Bahnhof Frohnau verbindet und jährlich mit fast einer halben Million Euro aus der Gemeindekasse finanziert wird.

Oberlack und Klein ist sehr daran gelegen, mit den Reinickendorfer Politikern und der Verwaltung ins Gespräch zu kommen. In einem gemeinsamen Schreiben hatten sie um eine bilaterale Herangehensweise sowie die Suche nach einvernehmlichen Lösungen gebeten. "Wir sind der Meinung, dass einseitige Maßnahmen in Bezug auf den Länder überschreitenden Verkehr kontraproduktiv sind", hieß es unter anderem in dem Schreiben.

Zwar habe die Glienicker Gemeindevertretung bereits beschlossen, rechtliche Schritte gegen die Anordnung einzuleiten, wenn eine Schließung durchgeführt würde, "aber zunächst sollten wir miteinander reden", so Klein. Trotz des Angebots von Glienicke habe es bis dato aber keine gemeinsame Sitzung mit Reinickendorf gegeben.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG