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Schulplatzstreit
Glienicker fordern mehr Oberhaveler Schüler in Mühlenbecker Schule

Symbolbild: Gesamtschule in Mühlenbeck
Symbolbild: Gesamtschule in Mühlenbeck © Foto: Gemeinde Mühlenbecker Land
Elke Kögler / 21.05.2020, 18:44 Uhr - Aktualisiert 22.05.2020, 15:52
Glienicke (MOZ) Glienickes Bürgermeister Hans Günther Oberlack (FDP) und Uwe Klein, Vorsitzender der Gemeindevertretung und des Ausschusses für Soziales und Bildung fordern, dass mehr Siebtklässler aus dem Landkreis Oberhavel, vor allem aus der Gemeinde Glienicke/Nordbahn, an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule aufgenommen werden. Dies teilen Oberlack und Klein in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Das Brandenburger Bildungsministerium hatte dies wie berichtet abgelehnt, da die Wohnortnähe von Schülern ein entscheidender Faktor bei der Vergabe von Schulplätzen sei. Weil viele Barnimer näher an der Schule wohnten als mehrere Oberhaveler, besuchen mehr junge Leute aus dem Barnim als aus Oberhavel die Bildungseinrichtung. Oberhavels Landrat Ludger Weskamp (SPD) hatte auf eine Quotenregelung gedrungen, damit eine bestimmte Anzahl an Lernenden aus seinem Landkreis an der Bildungsstätte lernen kann. Weskamps Drängen blieb jedoch hatte jedoch keinen Erfolg (wie berichteten).

"Es ist mir völlig unverständlich, dass Kinder aus dem Landkreis Barnim bessere Karten haben, an dieser Schule zugelassen zu werden. Und das, obwohl sich Glienicke mit einem siebenstelligen Betrag an der Finanzierung des Schulstandortes in Mühlenbeck beteiligt hat", moniert Oberlack in seiner Mitteilung. Für ihn sei ein solches Vorgehen befremdlich und erinnerte dabei an den Fall Rico Manke im vergangenen Jahr. Dem Glienicker Schüler ist zunächst der Wunsch verwehrt worden, die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule zu besuchen. Stattdessen habe ihm das Schulamt einen Platz in Hennigsdorf vorgeschlagen. Nach einem längeren Hin und Her nahm die Mühlenbecker Lehranstalt Manke dann doch noch auf.

Auch für Klein ist das Vorgehen des Bildungsministeriums nicht nachvollziehbar. "Für uns war und ist es wichtig, dass für unsere Glienicker Kinder wohnortnah die Möglichkeit besteht, auch eine Gesamtschule zu besuchen. Mit völligem Unverständnis kann man nur die Mitteilung aus dem Bildungsministerium zu Kenntnis nehmen, dass Glienicker Schüler jetzt schlechtere Chancen haben, ihre Wunschschule in Mühlenbeck zu besuchen." Kinder aus dem Landkreis Barnim, die teilweise eine kürzere Entfernung von Zuhause zur Gesamtschule haben, würden den Glienicker Kindern vorgezogen, sagt er weiter.

Klein erinnert weiter daran, dass Glienicke gemeinsam mit dem Landkreis Oberhavel und der Gemeinde Mühlenbecker Land einen Gesamtschulstandort in Mühlenbeck entwickelt habe. "Vor dem Hintergrund, dass unsere Gemeinde den Bau der Schule mitfinanziert hat, ist das derzeit praktizierte Aufnahmeverfahren ein Unding. Zusammen mit dem Bürgermeister werden wir im Sozialausschuss und der Gemeindevertretung über eine geeignete Reaktion auf die Entscheidung des Bildungsministeriums beraten, um die schulische Zukunft unserer Kinder zu sichern."

Die neugebaute Käthe-Kollwitz-Gesamtschule öffnete 2009 ihre Pforten. Zuvor hatten die Gemeindevertreter aus dem Mühlenbecker Land und Glienicke/Nordbahn entschieden, gemeinsam eine Gesamtschule zu bauen. Die Wahl fiel auf den Standort in Mühlenbeck, da sich dort schon eine funktionierende Oberschule befand. Für den Bereich der Sekundarstufen 1, also die Klassen 7 bis 10, wurden mehrere Millionen Euro in die Hand genommen. Die Gemeinde Glienicke/Nordbahn beteiligte sich an den Investitionskosten mit weit über einer Million Euro. Die Investitionen für die Sekundarstufen 2, also die Klassen 10 bis 13, übernahm –zusammen mit der Schulträgerschaft – der Landkreis Oberhavel.

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