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Corona und Schule
Wieder Unterricht für die Kleinsten und "Lernbrücken"-Projekte in Berlin

Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) unterhält sich in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule mit einem Schüler dem durch das «LernBrücken»-Projekt geholfen wird. Schüler sollen mit dem Projekt zügige Unterstützung beim Lernen zu Hause bekommen.
Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) unterhält sich in der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule mit einem Schüler dem durch das «LernBrücken»-Projekt geholfen wird. Schüler sollen mit dem Projekt zügige Unterstützung beim Lernen zu Hause bekommen. © Foto: Fabian Sommer/dpa
dpa / 25.05.2020, 13:48 Uhr - Aktualisiert 25.05.2020, 14:05
Potsdam/Berlin (dpa) Gut zwei Monate nach der coronabedingten Schließung der Schulen sollen in dieser Woche die Schüler aller Jahrgangsstufen in Brandenburg zumindest tageweise in die Klassenräume zurückkehren.

Allerdings kämen zunächst vor allem die kleinsten Schüler der Klassen 1 bis 4 zwei Tage pro Woche wieder in den Unterricht, berichtete die Sprecherin des Bildungsministeriums, Ulrike Grönefeld, am Montag. "An den weiterführenden Schulen haben am Montag und Mittwoch die Abschlussprüfungen der zehnten Klassen sowie die Nachschreibtermine der Abiturprüfungen Vorrang", sagte sie. So könnten die Schüler der siebten und achten Klassen voraussichtlich erst von Donnerstag an in größerem Maßstab wieder zu Schule gehen.

Für die Rückkehr der Schüler in den Präsenzunterricht ist es aus Sicht des Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Günther Fuchs, höchste Zeit. "Es gibt Schüler, die wir über den Heimunterricht nicht erreichen können", sagte Fuchs am Montag. Daher müsse bei den Schülern nun bis zu den Sommerferien Ende Juni individuell der Lernstand ermittelt werden. "Damit wir die Schüler im neuen Schuljahr entsprechend ihrem Lernstand individuell fördern können, etwa in entsprechenden Lerngruppen", sagte Fuchs.

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Dies müsse absoluten Vorrang haben vor anderen Aufgaben wie etwa zentralen Vergleichsarbeiten oder Leistungsgesprächen. "Wir müssen uns dann darauf konzentrieren, die Kernkompetenzen der Schüler zu stärken", betonte der Gewerkschafter. Dies werde auch personell eine große Herausforderung, sagte Fuchs. Denn auch im kommenden Schuljahr werde der Bedarf an Lehrern nur durch die Einstellung von 600 bis 800 Seiteneinsteigern möglich sein, die nicht über die notwendige pädagogische Qualifikation verfügten, meinte Fuchs.

"Lernbrücken"-Projekte an Berliner Schulen

An Berliner Schulen gibt es bereits mehr als 100 "Lernbrücken"-Projekte zur Förderung von Kindern und Jugendlichen, die zu Hause beim Lernen wenig Unterstützung bekommen. Das Programm hat Bildungssenatorin Sandra Scheeres zusammen mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) auf den Weg gebracht. "Wir dürfen gerade in diesen Zeiten keine Schülerin, keinen Schüler zurücklassen", teilte die SPD-Politikerin am Montag mit. "Es ist ein Schwerpunkt meiner politischen Tätigkeit in der Corona-Krise, dass wir Lernrückstände unserer Schülerinnen und Schüler so klein wie möglich halten."

Im Rahmen des "Lernbrücken"-Programms bekommen die Schülerinnen und Schüler zum Beispiel individuell angepasste Unterrichtsmaterialien, es gibt spezielle Online-Angebote oder auch zusätzlichen Unterricht in kleinen Lerngruppen. Berlinweit gibt es nach der Zwischenbilanz der Senatsverwaltung inzwischen 103 Bildungsangebote im Rahmen des Programms, bei dem Schulen mit freien Trägern der Jugendhilfe zusammenarbeiten. Mehr als 30 Kinder und Jugendliche nehmen an der Theodor-Heuss-Gemeinschaftsschule in Moabit daran teil, die Scheeres am Montagvormittag besuchte.

Aus Sicht von Heike Kahl, Geschäftsführerin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, ist das "Lernbrücken"-Projekt gut angelaufen. "Uns ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche, die in sozial schwachen Verhältnissen aufwachsen, gerade in Krisenzeiten wie diesen, zeitnah und niedrigschwellig unterstützt werden", erklärte sie. In Zusammenarbeit mit den Trägern entwickele die DKJS sehr unterschiedliche Online- und Offline-Lernangebote.

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