Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Infrastruktur
Bürgermeister von Altlandsberg über die geplante Oberschule - "Wir verlagern nur die Dinge"

Jana Reimann-Grohs / 26.05.2020, 11:20 Uhr - Aktualisiert 26.05.2020, 16:20
Altlandsberg (MOZ) In der Altlandsberger Stadtschule, eine Oberschule mit Grundschulteil, sind derzeitig 725 Schüler gemeldet. Mit dem Campus Am Bollensdorfer Weg soll eine neue sechszügige Oberschule entstehen. Am Donnerstag schaffen die Stadtverordneten dafür alle planungsrechtlichen Grundlagen, sodass im Oktober die ersten Baumaßnahmen beginnen können. Laut Bürgermeister Arno Jaeschke ist alles auf einem guten Weg und vor allem "unkompliziert" umsetzbar.

Herr Jaeschke, woher kommt die Notwendigkeit eines Schulneubaus an diesem Standort?

Ein neuer Standort ist notwendig, da die Kapazitäten am Schul-Standort in der Klosterstraße nicht mehr ausreichen. Aus diesem Grund müssen wir eine neue Oberschule bauen, da die Grundschule am jetzigen Standort zunächst bleiben soll. In Zusammenarbeit mit dem Landkreis sind wir schließlich auf diesen Schulstandort am Bollensdorfer Weg gekommen, da er mitten im Grünen liegt. Eigentlich sind alle Rahmenbedingungen da: im Freien gelegen, gut erreichbar und erschlossen. Die meisten Kinder aus der Umgebung sind in wenigen Minuten da und müssen keine weiten Strecken fahren. Deutlich vor Schulstart 2023/24 werden alle Voraussetzungen in der Infrastruktur geschaffen sein.

Wann wollen Sie anfangen?

Mit dem Projekt Schulbau wollen wir zum Schuljahresbeginn 2023/24 fertig sein. Die vorbereitenden Arbeiten laufen schon in diesem Jahr an. Der Flächennutzungsplan geht am 28. Mai in die Beschlusslage der Stadtverordneten. Darüber hinaus wird die Straßenzuführung im Oktober gebaut. Die Zufahrt zum Objekt wird zukünftig nur noch von der Fredersdorfer Straße sein und fußläufig auch vom Bollensdorfer Weg. Wer mit dem Bus am Rathaus aussteigt und hoch läuft, ist in fünf Minuten am Schulgelände.

Warum sollte der Schulcampus für die Oberstufe in Altlandsberg sein?

Wir betreiben die Oberschule auch für umliegende Ortschaften seit 1991 und mussten sowieso bauen. Mit dem Zuwachs an Einwohnern kommen wir nicht mehr mit der Schule an der

Klosterstraße aus. Dort bauen wir ein paar Klassenräume an. Für die eine Schule mit Grundschulteil wird es künftig zwei Standorte geben. Die Oberschule muss verlagert werden, da wir schon an der Kante sind.  Aus der Notwendigkeit eines Neubaus und der Situation mit dem Kreistag damals hat es sich ergeben, dass wir sechszügig werden. Wir haben hier viele Kinder aus den Nachbargemeinden übernommen, die die Oberschule besuchen. Schon ab dem Schuljahr 2020/21 ist bei uns nichts mehr frei, die Klassenräume sind alle belegt. Im neu gebauten Campus haben wir dann nur noch die Oberschule.

Was soll konkret bei der Infrastruktur ausgebaut werden?

Die Schulanbindung mit dem Busverkehr ist völlig unproblematisch und auch relativ schnell von den Nachbargemeinden aus machbar. Wichtig ist, dass sichere Wege für die Kinder geschaffen werden.

Neben dem vorhandenen Fußweg durch die Siedlung soll ein weiterer durch die Anlagen führen. Bei den zahlreichen Bushaltestellen kommt eine neue am Schulstandort dazu. Mit der Aufnahme des Schulbetriebes soll sie fertig sein.

Wird es auch einen speziellen Schulbus geben?

Es gibt mehrere öffentliche Linien, die hier durchführen. Je nachdem wo der Bedarf mit den Schulkindern herkommt, werden diese Linien auch verstärkt. Die Busse verkehren ja regelmäßig: halbstündlich im Berufsverkehr, stündlich in der Nebenverkehrszeit. Die Busverbindungen von den Bahnhöfen und aus den Nachbargemeinden erreichen unkompliziert den Schulstandort bzw. auch vorhandene Buslinien aus den Nachbarorten können genutzt werden. Die Verstärkerfahrten werden darüber hinaus auch direkt geführt, damit sie keine Umwege durch die Siedlung fahren müssen.

Sind Sie im Gespräch mit den Busunternehmen, den Takt zu verstärken?

Die Linien fahren sowieso hier vorbei, werden aber von der Fahrtstrecke angepasst werden müssen. Wir haben ein ÖPNV-Konzept in Auftrag gegeben, das der Fortschreibung des Nahverkehrsplanes vom Landkreis dient. Dieser ist die Auftragsgrundlage für den Busbetrieb. Es wird unkomplizierte und sehr schnelle Verbindungen zum Schulstandort geben. Die Zufahrt der Busse wird dann direkt von der Fredersdorfer Chaussee aus sein. Hier wird eine Buswendeschleife installiert.

Wird es auch ausreichend Parkplätze geben?

Da ist reichlich Platz vorhanden. Wir werden Abstellanlagen für Fahrräder, Krafträder und Pkw‘s für Lehrer und Schüler haben. Wenn wir dort eine Drei-Felder-Halle bauen, wird diese natürlich auch von Besuchern für Veranstaltungen genutzt. Wenn der Bedarf benachbarter Gemeinden oder Vereine besteht, sollte sie es auch.

Was haben Sie noch vor, an der Infrastruktur zu ändern?

Neben Busverkehr und Gehwegen haben wir auch geplant, die Radwege auszubauen. Wir haben bereits ein gut ausgebautes Netz. Es gibt aber noch eine Lücke zwischen Fredersdorf-Nord und dem Stück bis an das Altlandsberger Scheunenviertel ran. Dieser Radweg wird 2021 gebaut. Wir sind da mit dem Landesbetrieb als Baulastträger in der Entwurfsplanung und übernehmen dann die Bauleitung. Zum Schulstandort können also bestehende Radwegverbindungen von Hönow, Hoppegarten, Neuenhagen, Fredersdorf, Bruchmühle, Petershagen und Strausberg genutzt werden.

Werden zukünftig auch mehr Busse durch Altlandsberg fahren?

Grundsätzlich nicht. Es wird aber sicher gewisse Stoßzeiten geben, wenn die Verstärkerfahrten mit Führung auf das Schulgelände kommen. Allgemein hängt es davon ab, woher die Kinder alle kommen. Das wird dann eng mit dem Schulverwaltungsamt zusammen erarbeitet und mit den Busunternehmen abgestimmt.

Wird das Verkehrsaufkommen für Altlandsberg verträglich sein?

Altlandsberg wird noch besser angebunden, als es jetzt schon ist. Am Markt laufen an der Sternhaltestelle bereits viele Buslinien zusammen. Wir verlagern nur die Dinge: Aus der Innenstadt heraus wird es damit auch ein besseres Angebot geben, in die Nachbargemeinden zu gelangen. Die Hönower Linie wird ja schon gut angenommen und die Strecke Altlandsberg-Hoppegarten ist ja die zweitstärkste Linie des Landkreises.

Was wünschen sich die Bürger?

Der Wunsch des öffentlichen Verkehrs ist einfach da. In Zukunft werden wir einen stärkeren Busverkehr zu erwarten haben. Wenn Schulkinder nachmittags ihre Arbeitsgemeinschaften oder Trainings haben, müssen sie auch nach Hause kommen. Zurzeit müssen die Eltern die Fahrdienste leisten. Auch für die Älteren wäre es nur von Vorteil. Es ist eine Frage der Affinität. Wer ÖPNV nutzt, freut sich über das zusätzliche Angebot.

Einwohnerentwicklung in Altlandsberg

Stand vom 12. Mai 2020:

im Jahr/Einwohnerzahl

2004 --> 7774

2005 --> 8188

2006 --> 8670

2007 --> 8658

2008 --> 8694

2009 --> 8679

2010 --> 8711

2011 --> 8700

2012 --> 8777

2013 --> 8869

2014 --> 8976

2015 --> 9130

2016 --> 9288

2017 --> 9374

2018 --> 9429

2019 --> 9544

2020 --> 9531

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG