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Gesundheit
Hunderte Schutzmasken in Eisenhüttenstadt verschwunden

Wiederverwendbar: Solche Schutzmasken hatte das Krankenhaus zur Verfügung gestellt, die meisten verschwanden.
Wiederverwendbar: Solche Schutzmasken hatte das Krankenhaus zur Verfügung gestellt, die meisten verschwanden. © Foto: Kerstin Jentsch
Janet Neiser / 27.05.2020, 20:37 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) In diesen Zeiten sollte man immer einen dabei haben – ob man nun einkaufen geht, zum Arzt, in die Bibliothek oder in die Schule muss. Die Rede ist vom Mund-Nasen-Schutz. Auch im Krankenhaus ist Maskenpflicht – sowohl für Besucher als auch für Mitarbeiter und Patienten, die beispielsweise zum Röntgen wollen oder in der Notaufnahme klingeln. Jeder sollte seinen eigenen Schutz dabeihaben. "Damit meinen wir nicht die Personen, die mit dem Rettungswagen kommen", betont Till Frohne, der Geschäftsführer des Städtischen Krankenhauses. Aber generell gelte, wer ins Krankenhaus will oder muss, der braucht einen Mund-Nasen-Schutz.

Zunächst hatte das Krankenhaus waschbare Masken zur Verfügung gestellt, etwa 1500 an der Zahl – verbunden mit der Bitte, diese beim Verlassen des Hauses beim Personal abzugeben oder in dafür vorgesehene Behälter zu tun. "Die Masken werden täglich gewaschen", sagt Kerstin Jentsch, die im Krankenhaus für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Unter anderem bei den Oder-Neiße-Werkstätten hatte man größere Stückzahlen geordert. "Aber die verteilten Masken waren irgendwann alle weg," betont sie.

Mittlerweile ist davon auszugehen, dass jede Privatperson eine eigene Schutzmaske besitzt. Das Krankenhaus bittet nun, diese auch aufzusetzen, wenn dortige Stationen betreten werden. "Wir werden natürlich in der Notaufnahme niemanden wegschicken, der keine Maske dabei hat und wirklich krank ist", versichert Till Frohne. "Aber generell sollte man daran denken, eine eigene mitzubringen."

Von weitreichenden Corona-Lockerungen in dem kommunalen Haus hält Geschäftsführer Till Frohne zum jetzigen Zeitpunkt noch nichts. Besuche seien im Gegensatz zu anderen Kliniken zwar wieder erlaubt, aber das müsse zunächst reichen. Die strengen Abstands- und Hygieneregeln gelten weiter. Und weil das Krankenhaus so ein sensibler Bereich ist und schnell zum Corona-Hotspot werden kann, verzichtet beispielsweise auch der DRK-Blutspendedienst auf Spende-Aktionen in der langjährigen Partnereinrichtung.

Aktuell wird im Eisenhüttenstädter Krankenhaus laut dessen Geschäftsführer kein einziger Corona-Patient behandelt. Dennoch bleibt Till Frohne wachsam, behält bewährte Präventionsmaßnahmen aufrecht. Beispielsweise gibt es die schwarzen, grauen und weißen Zonen im Krankenhaus. Die schwarzen sind die Räumlichkeiten, in den nur Corona-Infizierte behandelt werden, wie beispielsweise in der Isolationsstation. In die weißen Bereiche kommen alle, die nachweislich nicht mit SARS-CoV-2 infiziert sind. Damit das mit Sicherheit gesagt werden kann, reichen aber keine Nachfragen zu Symptomen oder Fiebermessen.

"Wir testen jede Neuaufnahme", betont Till Frohne. Das sei aufwendig, aber da es um die Gesundheit der Mitarbeiter und der Patienten gehe, sieht er keinen anderen Weg. Jeder, der stationär aufgenommen wird, wird deshalb erst einmal in der grauen Zone untergebracht und somit von anderen isoliert. Pro Patient gibt es da ein Zimmer. "Aber unsere Zimmer werden langsam knapp", erklärt der Krankenhauschef. Aus diesem Grund habe man nun auch die Chirurgie zur grauen Zone erklärt. Dort gebe es ausreichend Räume. Selbst Patienten, die am Sonnabendvormittag aufgenommen werden, würden noch am selben Tag getestet. "Das haben wir mit dem Labor in Frankfurt so ausgemacht." Ist das Testergebnis negativ, also frei von Coronaviren, geht es für die Patienten in den weißen Bereich. Wer chirurgisch weiterbehandelt werden muss, der wird dann  im Bereich Traumatologie gebettet.

Fünf Proben auf einmal

Beim Personal – vor allem der grauen Zonen – stehen ebenfalls regelmäßige Corona-Tests an, erklärt Till Frohne. Auch da geht das Krankenhaus Eisenhüttenstadt einen speziellen Weg. Es werden jeweils die Proben von fünf Mitarbeitern gemischt. Das heißt, das Labor untersucht nur eine gemixte Probe. Das ist laut dem Krankenhaus-Geschäftsführer um einiges günstiger. Ist das Ergebnis der Großprobe negativ, ist alles bestens. Werden Viren nachgewiesen, müssen alle fünf Mitarbeiter erneut und diesmal einzeln getestet werden. Bislang sei das noch nie der Fall gewesen, versichert Till Frohne.

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