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Kunsthalle Bahnitz
Ausstellung "Heile Welt" und "Idylle" öffnet am Samstag

Simone Weber / 28.05.2020, 12:04 Uhr
Bahnitz Gibt es die "heile Welt" und "Idylle" tatsächlich?! Seit Sommer 2019 geht der Kunstverein Bahnitz e.V. dieser Frage nach. Dessen künstlerischer Leiter Bodo Rau fand darauf Antworten in Kunstwerken 17 deutscher und internationaler Künstler, die er für die diesjährige thematische Ausstellung zeitgenössischer Kunst "Heile Welt/Idylle" in der Kunsthalle Bahnitz zusammenstellte.  Wie auch jeder Mensch unterschiedliche Vorstellungen von einer "heilen Welt" hat, so unterscheiden sich auch diese Werke der bildenden Kunst – nicht nur in ihrer Technik, ihrem Stilmittel, sondern auch in der kreativen Herangehensweise an das Thema.

"Die Ausstellung ‚Heile Welt/ Idylle‘ nähert sich dem Begriff von Idylle an. Die Idylle verweist auf ein Ideal, das zugleich die Utopie eines besseren Lebens darstellt. Besonders in der Kunst finden wir Entwürfe und Darstellungen einer idealisierten und schönen Welt", erklärt Kurator Rau. "Die Ausstellung hinterfragt Lebensvorstellungen und Wünsche und spürt den Erscheinungsformen von Idyllen und ihren Widersprüchen in der zeitgenössischen Kunst nach und will diese sichtbar machen."

Die Ausstellung thematisiert folgende Aspekte: Das Idyllische im Wechselverhältnis von Öffentlichkeit und Privatem. Die Idylle als Widerspruch zwischen Realität und Ideal. Die idyllische Idee und die Widersprüche zwischen individuellen und gesellschaftlichen Bedürfnissen und die Idylle im Spannungsverhältnis zwischen Natur- und Kulturlandschaft.

In der neuen Ausstellung werden Videoinstallationen, Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen gezeigt. Fotos stellt Jörg Sasse aus, der sein Atelier in Bahnitz hat. In den 90er Jahren hat er Fotos und Dias aus Nachlässen aufgekauft. Aus diesen mehreren hunderttausend Fotos hat er 17 ausgewählt und am PC bearbeitet. "Menschen haben unterschiedliche Vorstellungen, geprägt auch von Brüchen. Die Kunstwerke, die hier gezeigt werden, sind ein Stück Reflexion dessen", so Jörg Sasse.

"Während der Corona-Beschränkungen wurde Kunst auch verstärkt in Online-Medien gezeigt. Der Unterschied zur Wahrnehmung der Kunstwerke vor Ort ist ganz groß und ganz wichtig. Kunst ist nicht 1:1 auf den Bildschirm übersetzbar.  Das genaue Hinschauen lohnt sich." "Live hat man eine ganz andere Wahrnehmung. Zur Auseinandersetzung mit Kunst gehört Kommunikation und der Austausch", ergänzt Bruno Kämmerling, Vorstandsmitglied der Kulturstiftung Havelland, die die Ausstellung wieder fördert.

Zu den weiteren ausstellenden Künstlern, die in Bahnitz ihr Atelier haben, gehören Sabrina Jung mit ihren bearbeiteten Fotos zum Thema Geschlechtsidentität und Christa Biederbick mit ihren lebensgroßen Plastiken. Weitere Künstler kommen aus Berlin, Ulrike Hohgrebe aus Neuwerder, Gerhard Martini aus Düsseldorf, der Videokünstler Peter Land aus Dänemark, Greta Alfaro und Amparo Garrrrido aus Spanien und Uwe Rachow lebt in Portugal.

Seit 2010 organisierte der Kunstverein Bahnitz e.V. zirka 14 Kunstprojekte, darunter eine jährliche thematische Ausstellung. "Dank der finanziellen Förderung durch Landkreis und Kulturstiftung Havelland kann den teilnehmenden Künstlern seit zwei Jahren auch ein Ausstellungshonorar gezahlt werden. Ebenso das Landes-Kulturministerium sowie erstmals die Stiftung Kunstfonds in Bonn fördern die Ausstellung", so Bodo Rau. "Dies ist nicht selbstverständlich. Vielen bildenden Künstlern wird für Ausstellungen oft nur der logistische Aufwand erstattet", ergänzt Jörg Sasse.

Die, bereits für Anfang Mai geplante, Eröffnung der Ausstellung "Heile Welt/Idylle" in der Kunsthalle Bahnitz, Dorfstraße 1, findet am Samstag, 30. Mai, mit einzelnen ausstellenden Künstlern, im kleinen Rahmen, statt und lädt bis zum 30. August, samstags/sonntags/feiertags, 11.00 bis 17.00 Uhr, sowie nach Vereinbarung unter Telefon 0152/05322217, bei freiem Eintritt, ein.

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