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Energieerzeugung
Streit um Windpark in Friedersdorf-West

Die Gemeinde Vierlinden und Investoren können sich nicht einigen. Ein neuer Windpark in Friedersdorf-West ist deshalb vakant. Die riesigen Windkraftanlagen an der B 167 bei Mallnow mit Blick in Richtung Schönfließ sind derzeit eingebettet in den Farben des Frühlings.
Die Gemeinde Vierlinden und Investoren können sich nicht einigen. Ein neuer Windpark in Friedersdorf-West ist deshalb vakant. Die riesigen Windkraftanlagen an der B 167 bei Mallnow mit Blick in Richtung Schönfließ sind derzeit eingebettet in den Farben des Frühlings. © Foto: Matthias Lubisch
Cornelia Link-Adam / 28.05.2020, 20:13 Uhr - Aktualisiert 28.05.2020, 20:47
Friedersdorf (MOZ) Nachdem die Gemeindevertretung Vierlinden nach vielen Debatten Ende Februar den Vorentwurf für das Aufstellen des B-Plans "Friedersdorf-West" abgelehnt hatte, stand am Mittwochabend in der neuen Zusammenkunft im Diedersdorfer Gemeindezentrum das Thema wieder zur Diskussion.

Fassen sollten die Abgeordneten einen Aufhebungsbeschluss für den B-Plan, ebenso zur Veränderungssperre. Dazu kam es nicht.

Zusammenarbeit gescheitert

In der Beschlussvorlage seitens der Amtsverwaltung Seelow-Land wurden die unterschiedlichen Reaktionen auf den Beschluss seit Februar offenbart. Es gebe unüberbrückbare Differenzen zwischen Gemeinde und Investoren, so zitierte der Abgeordnete Hans-Georg von der Marwitz und verlas weiter, dass seitens des Amtes nach der Ablehnung des Vorentwurfs der ganze B-Plan als gescheitert anzusehen sei. Daher sollte das Aufstellen des Planungspapiers abgelehnt werden, auch weil der Städtebauliche Vertrag, abgeschlossen zwischen Gemeinde und Investoren nun gegenstandslos ist.

Letztere hatten sich darin verpflichtet, den B-Plan zu erstellen, auf ihre Kosten. "Dann warten wir halt auf die nächsten Investoren, können uns andere suchen", sagte Marco Höhne (Friedersdorf). Er stellte klar, dass er einen B-Plan für das Windeignungsgebiet mit seinen 15 "Mühlen" durchaus wolle, "aber so, wie die Gemeinde ihn sich wünscht". Ähnlich äußerte sich Katja Höhne (Diedersdorf): "Wir als Gemeinde haben beim B-Plan doch die Planungshoheit, aber ich fühle mich nicht gehört, übergangen." Es gebe drei Punkte – darunter zur Windräder-Höhenbegrenzung auf 200 Meter – worauf die Investoren schlichtweg nicht eingegangen waren. Daher sei der Vorentwurf abgelehnt worden. Dass der Planer immer von 250 Meter hohen Mühlen sprach, sei nicht hinnehmbar.

"Der schreibt nur rein, was die Investoren wollen. Schließlich zahlen sie ja auch für den Plan", erklärte Margit Hampel. Von der Marwitz appellierte, man sollte als Formalie die Aufhebung des B-Plans beschließen, um keine Verhinderungsplanung zu haben, die sicher auch vom Amt bestandet werden würde. "Aber heben wir die Veränderungssperre auf, dürfen sie ja erst recht bauen", kam von Katja Höhne. "Die gilt noch bis November und endet dann automatisch", so Marwitz.

Ute Bürger (Alt Rosenthal) stutzte über die Aussage der Investoren im Statement, 200 Meter Höhe entspreche nicht dem Stand der Technik. "Das lese ich zum ersten Mal." Über die Aussage schimpfte auch Marco Höhne. "Das ist Quatsch, gerade wurden bei Prötzel neue, nur 200 Meter hohe Windräder gebaut. Es geht also, wenn man will."

Bürgermeister Constantin Schütze regte an, vor dem endgültigen Aus des B-Plans mit den Investoren noch einmal zu sprechen, einen Kompromiss zu suchen. "Vielleicht kommen sie uns ja bei 225 Metern Höhe entgegen", sagte er. "Das Amt sollte die Fakten genau ausarbeiten, wir im Juni darüber beschließen", schlug von der Marwitz vor. Für das Vertagen beider Beschlüsse in die nächste Sitzung waren alle. Dass der Planer dann bitte aber auch nur auf die Kritikpunkte eingehen und dazu die Fakten liefern soll, forderte Katja Höhne. "Wenn sie bei höheren Windrädern mehr verdienen, dann sollen sie es ehrlich erklären. Wir wissen, es kommen Windräder. Sie sollen sie ja auch bauen, aber bitte fair."

"Hufen" liegt länger aus

Planmäßig läuft es beim anderen Windpark der Gemeinde. Dem im Februar zugestimmten Vorentwurf zum ebenfalls mit Investoren erarbeiteten B-Plan "Hufen" – zehn Windräder von Seelow nach Worin – die Nachbargemeinden Lietzen und Lindendorf gaben ihr Okay. Das Amt Seelow-Land hat coronabedingt die Auslegung für die Bürger bis 30. Juni verlängert. Online ist er einsehbar, aber auch nach Termin im Bauamt. Dorthin sind ebenfalls die Stellungnahmen zu schicken.

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