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Projekt
Oranienburg Holding plant Bau einer Konzernzentrale

Platz für die neue Holding-Zentrale: Die Freifläche hinter dem Stadtwerkebau an der Lehnitzstraße wird derzeit nach Kampfmitteln abgesucht.
Platz für die neue Holding-Zentrale: Die Freifläche hinter dem Stadtwerkebau an der Lehnitzstraße wird derzeit nach Kampfmitteln abgesucht. © Foto: Klaus D. Grote
Klaus D. Grote / 29.05.2020, 07:00 Uhr
Oranienburg (MOZ) Die Oranienburg Holding plant den Bau einer eigenen Konzernzentrale. Die derzeit 40 Beschäftigten, die an den beiden Standorten der Stadtwerke in der Klagenfurter Straße und der Lehnitzstraße sowie in der Turm-Erlebniscity arbeiten, sollen an einem gemeinsamen Standort zusammengeführt werden. Außerdem genügen die Gebäude der Stadtwerke nicht mehr modernen Ansprüchen, sie sind zu klein und gelten aus Sicht der Holding als "baufällig". Über den Standort der neuen Zentrale hat der Aufsichtsrat der Holding bereits am 24. April entschieden. Das Haus soll an der Lehnitzstraße entstehen.

Dem Finanzausschuss wurde der Planungsstand Donnerstagabend mitgeteilt. Grundlage für die Entscheidung sei eine Machbarkeitsstudie, die den Stadtverordneten nicht bekannt ist. Darin seien zwei Standorte geprüft worden: neben der Lehnitzstraße auch der Schlossplatz, sagte Jens Kuschel, als Einkaufsleiter seit Oktober 2019 bei der Holding. Das Ergebnis fiel eindeutig aus. Der Schlossplatz sei zu klein und mit 30 Prozent Mehrkosten zu teuer. An der Lehnitzstraße gebe es mehr Platz vor allem für Parkplätze. Es ergebe sich ein Kostenvorteil von fünf Millionen Euro, so Kuschel.

Noch in diesem Jahr solle die Projektsteuerung im Wert von einer halben Million Euro europaweit ausgeschrieben werden. Woba und Stadtplanung seien dafür nicht ausreichend qualifiziert, sagte Kuschel. Im Jahr 2024 will die Holding ihren Neubau beziehen. Geplant werden 7 000 Quadratmeter Büroflächen für bis zu 200 Beschäftigte. Die Kosten summieren sich auf 18,25 Millionen Euro. Dies ergab die Machbarkeitsstudie der BiG-Städtebau.

"Es handelt sich um eine Empfehlung", sagte Holding-Chef Alireza Assadi. Wenn die Stadtverordneten es wünschten, könnten auch andere Standorte zum Zuge kommen. Bürgermeister Alexander Laesicke wolle auf dem Schlossplatz ein wiederaufgebautes "Hotel Eilers" als Service- und Anlaufstelle der Stadt, hieß es im Ausschuss.

Das Grundstück an der Lehnitzstraße, auf dem sich früher das Klärwerk befand, haben die Stadtwerke an die Stadt verkauft. Die hat es inzwischen beräumen lassen. Auf den Freiflächen der Stadtwerke nebenan finden Kampfmittelsondierungen statt. Das Gebäude des Energieversorgers soll abgerissen und bis 2024 durch einen größeren Neubau ersetzt werden: die Zentrale der Oranienburg-Holding mit 7 000 Quadratmetern Bürofläche. Platz ist zudem für einen großen Parkplatz und für Technikfahrzeuge der Stadtwerke. Und so ergibt sich ein großer Kostenvorteil gegenüber dem Standort Schlossplatz: Dort müssten Autos unterirdisch parken. Die Baukosten würden sich durch die Tiefgarage um fünf Millionen Euro erhöhen, so steht es in einer vergleichenden Machbarkeitsstudie. "Wir müssen wirtschaftlich arbeiten. Vielleicht kann die Stadt selbst auf dem Schlossplatz tätig werden", sagte Holding-Einkaufsleiter Jens Kuschel.

Zweifel am Standort

"Stehen nicht noch andere Standorte zur Verfügung?", wollte Daniel Langhoff (FDP)  im Finanzausschuss wissen. Und wieso könne eine so weitreichende Entscheidung in die Wege geleitet werden, ohne dass bislang die Stadtverordneten informiert wurden, fragte er. "Wir hätten die Chance, selber den Schlossplatz zu gestalten", sagte Björn Lüttmann (SPD). Nach Angaben vom Holding-Aufsichtsratschef Ralph Bujok (Linke) hat der Bürgermeister die Fraktionsvorsitzenden über die Pläne der Holding am 27. Januar informiert. Doch selbst der Bauverwaltung der Stadt waren sie bislang unbekannt. Im Bauausschuss wurden sie nicht thematisiert.

Die Diskussion zur Bebauung des Schlossplatzes sei noch nicht so weit, die Holding müsse aber dringend bauen, verteidigte Finanzdezernent Christoph Schmidt-Jansa den Standort Lehnitzstraße. Auch er sprach davon, dass die Stadt auf dem Schlossplatz einen Neubau für das Bürgeramt realisieren könne. Für die Holding inklusive Stadtwerke und ihrer Fahrzeuge sei der Schlossplatz ungeeignet. "Wir bräuchten dann zwei Standorte", sagte Jens Kuschel, der zuletzt bei der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land in Berlin tätig war. Allerdings lehnt die Bauverwaltung einen weiteren großflächigen Parkplatz an der Lehnitzstraße ab.

Der genaue Bedarf und Kostenrahmen werde erst vom Projektsteuerer ermittelt, erklärte Kuschel. Dann stehe auch fest, welche Bereiche anderer Gesellschaften an den neuen Standort wechseln. Mit Planung und Bau werde dann ein Generalunternehmen beauftragt.

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