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TSG Brück
Turnen unter freiem Himmel

Martin Terstegge\BRAWO / 29.05.2020, 13:17 Uhr
Brück Die Corona-Pandemie hatte bis auf wenige Ausnahmen den gesamten Sport ab Mitte März im "Würgegriff". Am schwersten betroffen waren die Hallensportler, wie zum Beispiel die Turner.

Auch die mehr als 30 Turnerinnen der TSG Brück standen Mitte März vor der verschlossenen Tür der kleinen Sporthalle. Als absehbar wurde, dass sich am "Lockdown" so schnell nichts ändert verschickte die "Turnchefin" Katrin Aechtner und ihr Trainerstab Aufgaben an ihre Schützlinge. In Videos und Übungsanleitungen bekamen die Turneleven Anregungen sich zu bewegen. Die 5- bis 14-jährigen Mädchen waren sehr dankbar für die Abwechslung in ihrem ansonsten eher eintönigen Alttag.

Mit der Ende Mai verkündigten Lockerung für Sporttreibende kam rasch der Gedanke auf, unter freiem Himmel wieder zu turnen. Praktisch "Back to the roots", zurück zu den Wurzeln. Die Turnbewegung hatte im 19. Jahrhundert ihre ersten Stätten ebenfalls an der frischen Luft aufgebaut, wie Albert Baur im benachbarten Belzig.

So trafen sich am vergangenen Donnerstagabend circa 15 Mädchen in zwei Altersgruppen auf dem Sportplatz des FSV Brück. Natürlich konnte nicht das übliche Trainingsprogramm abgespult werden, sprich die Großgeräte blieben außen vor. Jedes Mädchen brachte sich ihre Matte und ein Springseil mit, um in anderthalb Stunden etwas für die Kraft, Fitness, Beweglichkeit und für das "Kerngeschäft" Turnen zu tun.

Neben dem Sport war es den Mädchen aber auch wichtig sich endlich mal wieder zu sehen. Beim Turnen sind viele Freundschaften entstanden und nicht alle besuchen die gleiche Schule, so dass nach zehn Wochen die Sehnsucht nach den anderen stark angewachsen war. Auch wenn an normalen Trainingstagen Katrin Aechtner eher selten traurige Gesichter sieht, war die jetzt zur Schau getragene Freude doch einzigartig.

Bis zu den bald beginnenden Sommerferien sollen noch drei Übungseinheiten auf dem FSV-Platz folgen. Wie es anschließend weiter geht, kann niemand sagen. Das "Draußentraining" ist halt nur eine Notlösung. So lässt sich vielleicht die Athletik erhalten, doch Turnen ist in erster Linie das Arbeiten an den verschiedenen Geräten, um sich dort die nötige Sicherheit für die Übungen anzueignen.

Im August und September, so es das Wetter zulässt, wäre das Trainieren auf dem Platz noch eine Option, falls die dort heimischen Fußballer noch nicht ihr Regeltraining aufgenommen haben.

Hätten die Turnerinnen einen Wunsch frei, so wäre es der Bau einer größeren Sporthalle. In ihrer jetzigen Heimstätte ist der Platz doch arg eingeschränkt, man kann nicht einmal notwendige Gerätschaften, wie einen CD-Spieler, vor Ort lassen, weil es keine Möglichkeiten zum Wegsperren gibt. Die vorhandene etwas größeren Sporthalle nutzen in den Herbst- und Wintermonaten dann auch die Fußballer, so dass terminliche Überschneidungen entstehen. Da würde der Neubau wahre Abhilfe schaffen. Zumal die TSG nicht einmal jede Anfrage auf Mitgliedschaft positiv bescheiden kann, da die Kapazitäten fehlen. "Mit den 34 Mädchen ist die Obergrenze erreicht. Die können wir in den vier Altersgruppen mit unserem Trainerstab gut betreuen, auch wenn es vom Platz her, manchmal ganz schön eng ist", so Katrin Aechtner.

Normalerweise absolvieren die Brücker Turnerinnen vier Wettkämpfe im Jahr, dazu kommt noch die große Weihnachtsshow in der kleinen Sporthalle. Doch dahinter steht aktuell ebenfalls noch ein großes Fragezeichen. Vielleicht gibt es dieses Jahr nur eine abgespecktere Variante, an der dann nur die Eltern teilnehmen können. Ansonsten ist die Halle mit mehr als 100 Besuchern stets proppenvoll, man steht dicht an dicht - momentan halt undenkbar, aufgrund der Schutzbedingungen.

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