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Wohnungsbau
52 Millionen Euro für das Brandenburgische Viertel in Eberswalde

Andrea Linne / 29.05.2020, 16:09 Uhr - Aktualisiert 29.05.2020, 21:49
Eberswalde (MOZ) Drei Jahre wurde verhandelt, nun haben die Eberswalder Stadtverordneten am Donnerstagabend Nägel mit Köpfen gemacht.

Am 5. Juni wird dann offiziell mit Ministerbesuch besiegelt, dass bis 2024 insgesamt 52 Millionen Euro an Wohnungsbaufördermitteln und 5,3 Millionen Euro an Städtebaugeldern ins Brandenburgische Viertel fließen sollen. Dazu wollen sich die Stadt Eberswalde, die Wohnungsgenossenschaft 1893 und das Land zusammentun und an einem Strang ziehen.

Barrierefreie Wegenetze

Lange hatten die Partner gerungen, wie Baudezernentin Anne Fellner dem Gremium berichtete. Auch Bürgermeister Friedhelm Boginski (FDP) ließ keinen Zweifel daran, dass er mit dem nun geschnürten Gesamtpaket mehr als zufrieden ist.

Geplant ist, insgesamt 468 Wohnungen und damit ein Drittel des Bestandes der WG 1893 zu sanieren, 284 belegungsgebundene Wohnungen neu zu schaffen, 33 barrierefreie Wohnungszugänge für insgesamt 340 Wohnungen zu schaffen und das Umfeld deutlich zu verbessern. Dazu gehören neue Wegebeziehungen, ein Hortneubau in der Kyritzer Straße 17, gezieltes Quartiersmanagement und zahlreiche Entsiegelungen in dem Plattenbaugebiet. Allein die Wohnungsgenossenschaft verweist auf 25 Prozent Leerstände und den dringenden Handlungsbedarf.

Kritisch hinterfragt aus dem Gremium wurde der Abriss eines Wohnblockes an der Brandenburger Allee 15 bis 21. Noch immer werde im Land der Abriss von Wohnungen gefördert. Sebastian Walter, Fraktionschef der Linken, erklärte, dass man künftig da nicht mehr mitgehen wolle. Mirko Wolfgramm von Die Partei, Alternative für Umwelt und Natur, wollte den Block sogar in einem weiteren Beschluss unter Denkmalschutz stellen lassen, was jedoch großräumig scheiterte. Karen Oehler, Fraktionschefin von Bündnis 90/Grüne, konnte aus eigener lebendiger Erfahrung berichten, wie es sich in einem solchen Wohnblock zu DDR-Zeiten lebte. "Man hörte und roch alles", beschrieb sie.

Demgegenüber stehen aber die Sanierung der Bestände Cottbuser Straße 1 bis 7, 9 bis 15 und 17 bis 23 sowie Spreewaldstraße 21 bis 29, Oderbruchstraße 2 bis 8, 10 bis 16, Prenzlauer Straße 25 bis 33, 36 bis 42, 44 bis 52 sowie Barnimer Straße 1 bis 7 und 2 bis 8.

Guido Niehaus, Vorstand der 1893, erklärte, wie gut und wichtig dieser Impuls für das ganze Viertel und die Stadt Eberswalde sei. Feste, Diskussionsveranstaltungen und Wohnzimmerkonzerte sollen außerdem das Gebiet beleben. Etwas, von dem alle Einwohner profitierten.

Einzelvorhaben fürs Ganze

Es sei ein stimmiges Portfolio, betonte Anne Fellner. Gefragt, warum die kommunale WHG und die anderen Vermieter im Plattenbaugebiet nicht im Boot seien, verwies sie auf deren divergierende wirtschaftliche Ausrichtungen. Alle würden partizipieren und könnten jederzeit aufspringen, ergänzte der Bürgermeister. In dieser Größenordnung, Fördermittel für die Stadt aus zwei großen Töpfen zu rekrutieren, sei bemerkenswert und wichtig. Zu den Fördermitteln kämen noch die Eigenanteile der Wohnungsunternehmen und der Kommune für Einzelprojekte hinzu. So werde der Hortneubau Kyritzer Straße 17 in ansprechender Holzbauweise modern und lichtdurchflutet errichtet – ein Kleinod für alle Kinder und Erzieher.

Die Aufwertung des Gebietes komme der ganzen Stadt zugute, würdigte die große Mehrheit der Stadtverordneten. Umfangreiche Fragen hatte der fraktionslose Stadtverordnete Carsten Zinn, der wie der AfD-Abgeordnete Tilo Weingardt gegen die Kooperationsvereinbarung stimmte. Wolfgramm und Heike Molitor (B90/Grüne) enthielten sich.

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