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Immobilie
Ideenfindung in Zehdenick auf breiter Front

Noch ist es eine Grundschule: Was mit dem Haus passieren soll, wenn die Havelland-Grundschule ausgezogen ist, darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
Noch ist es eine Grundschule: Was mit dem Haus passieren soll, wenn die Havelland-Grundschule ausgezogen ist, darüber wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden. © Foto: Martin Risken
Martin Risken / 29.05.2020, 18:11 Uhr - Aktualisiert 29.05.2020, 21:42
Zehdenick (MOZ) Mehr Zeit nehmen möchten sich die Mitglieder des Hauptausschusses, was die Zukunft des alten Gebäudes der Havelland-Grundschule anbelangt. Einstimmig hat sich das Gremium am Donnerstagabend auf Antrag des Abgeordneten Bernd Halle (WG Schorfheide) nach langer Diskussion dafür ausgesprochen, das Thema in die Fachausschüsse zu verweisen, weil kein besonders großer Zeitdruck bestehe.

Vom Tisch ist zunächst die Forderung einzelner Abgeordneter nach einer Machbarkeitsstudie, mit der geklärt werden sollte, ob das gut einhundert Jahre alte Gebäude auch als Kindertagesstätte genutzt werden könnte. Eine solche Studie würde allein schon 15 000 Euro kosten. Diesem Antrag von Hartmut Leib (SPD), dies abzulehnen, folgte der Hauptausschuss mehrheitlich. Damit folgte das Gremium weitgehend der Forderung des Bauausschusses, wenn auch nicht im Detail.

Interessierte Einwohner

Schon in der Einwohnerfragestunde war die Nachnutzung des Gebäudes ein vorherrschendes Thema. Einwohner forderten eine breite Bürgerbeteiligung. Allgemein kritisch gesehen wird ein möglicher Verkauf des Gebäudes an einen Investor. Davor warnte Hartmut Leib: "Der Verkauf der Schule in Marienthal war eine Bruchlandung." Das Gebäude in dem Zehdenicker Ortsteil wird unter anderem als Lagerhaus genutzt.

Dass der Bauausschuss einen Verkauf der Immobilie favorisiert, leiteten einige Abgeordnete aus der Forderung ab, die Nachnutzung öffentlich auszuschreiben. "Meine Intention war es, die Sache breiter aufzustellen", erläuterte Heiko Lenz (WG Schorfheide) seinen im Bauausschuss geäußerten Vorschlag. Mit der Ausschreibung soll erreicht  werden, das Interesse an dem Gebäude zu wecken und Ideen zu sammeln. "Vielleicht wird ja auch eine Privatschule draus", will Lenz nichts ausschließen. "Wir sollten nicht zwanghaft auf einen Verkauf aus sein, auch eine Vermietung wäre machbar", stellte Lenz klar. Auf jeden Fall aber sollte die Stadt auf einen längeren Leerstand des Gebäude verzichten und aktiv nach einem Konzept suchen. Für Bernd Reinicke (Bürger für Zehdenick) geht alles viel zu schnell. Er forderte Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) auf, die Beschlussvorlage zurückzuziehen. Denn noch sei die Schule immer noch Schule. Dem aber widersprach Waldemar Schulz (CDU): "Wir haben uns lange Jahre mit der Festhalle herumgequält und dann entschieden, dass wir das Gebäude doch ausschreiben wollen. Wir sollten zielführend arbeiten. Wir können uns noch ein Jahr Zeit geben, sollten dann aber zügig entscheiden." Auch Bürgermeister Bert Kronenberg (parteilos) kann sich mit einer Ausschreibung des Objektes anfreunden. Er erhofft sich dadurch zusätzliche Impulse. "Das ist auch gut kombinierbar mit einer Bürgerbeteiligung", sieht er zunächst keinen Grund, die Sache auf die lange Bank zu schieben. Für eine sinnvolle Nutzung des Hauses sprach sich auch Norbert Gerth (Gemeinsam für Zehdenick) aus. Letztlich dürfe die Unterhaltung der Immobilien nicht zu Lasten des Stadthaushaltes gehen. Ein Vereinshaus oder ähnliches lehnte er deshalb ab, denn das würde nur Kosten verursachen. Claus-Dieter Wilksch (Die Linke) begrüßten den Vorschlag einer möglichst breiten Ideenfindung. "Wenn wir nur im eigenen Schlamm strampeln, kommen wir nicht weiter", sagte er. Und Franklin Jahn (AfD) wies auf das Beispiel Liebenwalde hin. Dort habe die Kommune die alte Schule vorübergehend vermietet, um sie jetzt wieder zu einer Schule umzubauen. Einen Verkauf der Immobilie lehnt er ab.

Wie nun weiter in dieser Angelegenheit verfahren wird, darüber entscheiden letztlich die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung am 18. Juni.

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