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Wohnungsbau
Bergfeldes Ortskern wird weiter verdichtet

Städtische Brachfläche: Hier sollen (etwa gegenüber von Norma) mehrere Wohnhäuser und ein Einkaufsmarkt entstehen.
Städtische Brachfläche: Hier sollen (etwa gegenüber von Norma) mehrere Wohnhäuser und ein Einkaufsmarkt entstehen. © Foto: Heike Weißapfel
Heike Weißapfel / 29.05.2020, 19:13 Uhr
Bergfelde (MOZ) Die Bergfelder Ortsmitte wird dichter, und so ist es auch seit langer Zeit gewollt. Bereits 1992 wurde der Bebauungsplan in seinen Grundzügen aufgestellt, dem die Hohen Neuendorfer Stadtverordneten nun am Donnerstag grünes Licht gaben. Südlich und nördlich des S-Bahnhofs sind bereits Wohnhäuser in die Höhe gewachsen. Diesmal ist das Areal westlich der Mittelstraße an der Reihe. Auch über diese Fläche wird seit Jahren diskutiert. 157 Wohnungen und ein Einkaufsmarkt mit Vollsortiment sollen dort entstehen können, wobei der Investor zugesagt hat, davon 15 Wohnungen zu sozial verträglichen Mietpreisen anzubieten.

Lange lag die Fläche brach

Je mehr sich die Pläne verdichteten, desto stärker wuchs allerdings auch die Sorge bei den Anwohnern, vor allem in der Sommerstraße und in der Bahnstraße. Sie fürchten, dass sie in den Einfamilienhäusern hinter den viergeschossigen Fassaden keine Sonne mehr sehen. Denn diese entstehen zum Teil im Abstand von drei Metern. In der Einwohnerfragestunde der Stadtverordnetenversammlung meldeten sich am Donnerstagabend deshalb noch einmal Anwohner zu Wort, die daran erinnerten, dass sich an der Abwägung viele beteiligt hatten und es auch eine Liste mit 241 Unterschriften gegen die aus ihrer Sicht zu dichte und hohe Bebauung gegeben hatte. Sein Grundstück grenze direkt an den geplanten Vollsortimenter, und so sei von dessen Parkplatz bis 22 Uhr mit viel Lärm zu rechnen, nannte ein Einwohner ein Beispiel. Ein weiteres Haus steht lediglich drei Meter von der Grenze des 1,4 großen Areals entfernt.

Mehrheitlich stehen die Stadtverordneten aber hinter dem Vorhaben. Zweifellos sei die Bebauung  ein starker Eingriff in Bergfelde, sagte Christian Wolff (CDU). Er bedeute aber auch eine Aufwertung des Stadtteils und biete in Hohen Neuendorf Wohnraum. Den auch vom Land ausdrücklich gewünschten "ressourcensparenden Umgang mit Grund und Boden in zentraler Lage" betonte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU). Er verstehe den Unmut der direkten Anlieger. Doch müsse eine "etwas kompaktere Bauung" dieser langjährigen innerstädtischen Brachfläche auch akzeptiert werden.

"Es gibt eine hohe Nachfrage nach Wohnraum", erklärte Lukas Lüdtke (Linke) seine Zustimmung. "Wir müssen auch klar feststellen, dass nicht alle auf eine Sozialwohnung angewiesen sind. Da gibt auch unter den Linken keine ganz einheitliche Meinung. Ich bin guten Mutes, dass es sich städtebaulich gut einfügen wird." Horst Tschaut (AfD-Fraktion) bemängelte, dass die künftige Verkehrsführung an der Straße noch nicht festgelegt sei.

Acht Punkte eines Änderungsantrags der Bündnis 90/Die Grünen waren im Fachausschuss ausführlich diskutiert worden und gelangten nun einzeln zur Abstimmung. Dass ein Teil der Wohnungen ausdrücklich sozialverträglich angeboten werden muss, fand Zustimmung, ebenso die Begrünung auf dem Grundstück. Doch weder die von den Grünen  geforderte Minimierung der Baukörper in Höhe und Länge, noch die Vergrößerung des Abstands von drei auf fünf Meter, noch die Festsetzung auf ein Misch- statt Sondergebiet, um die Fläche des Supermarktes zu reduzieren, noch eine Verminderung von Stellplätzen bekamen eine Mehrheit. Der Satzungsbeschluss zum B-Plan 65 ist nun mehrheitlich gefasst, und der Flächennutzungsplan kann geändert werden.

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