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Corona-Krise
Eltern und Kommunen in Brandenburg fordern Öffnung von Kitas

In den Kitas von Mecklenburg-Vorpommern zieht bereits wieder Normalität ein. Seit dem 25. Mai stehen die Krippen und Kindergärten wieder allen offen.
In den Kitas von Mecklenburg-Vorpommern zieht bereits wieder Normalität ein. Seit dem 25. Mai stehen die Krippen und Kindergärten wieder allen offen. © Foto: Jens Büttner/dpa
Claudia Duda / 30.05.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 30.05.2020, 09:00
Potsdam (MOZ) Elf Seiten hat der "Brandbrief", den Eltern aus dem Landkreis Barnim an die brandenburgische Landesregierung und Kommunalvertreter geschrieben haben. Sie fordern, dass Kindertagesstätten sofort zum Regelbetrieb zurückkehren sollen.

Es sind Schilderungen, aus denen große Verzweiflung zu lesen ist: "Anfangs sagte er noch, dass es kein Problem für ihn wäre, aber nach nur zwei Wochen hielt ich mein weinendes Kind nachts im Arm. ,Mama, ich habe keine Freunde mehr’", schreibt Carmen Furtner, was sie mit ihrem vierjährigen Sohn erlebt hat. Die Bernauerin ist Elternvertreterin und Mitinitiatorin des Briefes. Innerhalb von vier Tagen hatten sich zahlreiche Eltern schriftlich geäußert. Der Brief wird zurzeit in den sozialen Netzwerken vielfach geteilt und kommentiert. "Wenn ich das lese, bin ich den Tränen nah", sagt Carmen Furtner.

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Nicht nur die Eltern, sondern auch die Kommunalvertreter fordern eine sofortige Rückkehr zum Regelbetrieb. Die Situation sei unzumutbar. "Aus diesem Grund bitten wir die Landesregierung, dringend eine Änderung herbeizuführen", schreiben Barnimer Bürgermeister, der Landrat und mehrere Amtsdirektoren in einem Brief an die Staatskanzlei.

"Die Problemlage ist uns sehr wohl bewusst – sowohl für die Kinder als auch Eltern, und dabei insbesondere Mütter, und die Kitabetreuerinnen", erklärte Regierungssprecher Florian Engels am Freitag. Aber leider sei es noch nicht möglich, die Hygieneregeln komplett auszusetzen, denn das Virus grassiert noch immer. Man versuche, einerseits so viel Betreuung wie verantwortbar zuzulassen und gleichzeitig den Gesundheitsschutz der Bevölkerung  zu gewährleisten.

Beistand bekommen die Eltern von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Er unterstützt die Debatte über eine weitere Öffnung von Schulen und Kindergärten. "Ich habe Verständnis dafür, dass Eltern natürlich ganz besonders darauf schauen, ob Kitas und Schulen in den nächsten Tagen und Wochen bei der Lockerungsdiskussion mitberücksichtigt werden", sagte Steinmeier am Freitag in Berlin. "Wenn wir denn eine Diskussion über die Eröffnung von Freibädern haben oder die Wiedereröffnung von Fitnessstudios, dann sollten Kitas und Schulen nicht hintenan stehen".

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