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Tourismus
Angelurlaub im Seenland Oder-Spree immer beliebter

Im Seenland Oder-Spree angeln immer mehr Touristen mit, die wenigsten kommen aus dem Ausland.
Im Seenland Oder-Spree angeln immer mehr Touristen mit, die wenigsten kommen aus dem Ausland. © Foto: Peggy Lohse
Olaf Gardt / 30.05.2020, 04:00 Uhr
Beeskow (MOZ) Mit 18 Millionen Tagesgästen, vor allem aus Berlin, und 2,3 Millionen Übernachtungen ist das Seenland Oder-Spree nach Angaben von Verbandsgeschäftsführerin Ellen Rußig die größte Tourismusregion in Brandenburg. "Und das vor dem Spreewald", betonte sie bei der Vorstellung der Branche vor dem Kreisentwicklungsausschuss. 620 Millionen Euro Wertschöpfung pro Jahr und 15 000 Vollzeitjobs seien Belege für die Bedeutung des Tourismus als Wirtschaftsfaktor.

Dass die Zahlen in diesem Jahr deutlich schlechter ausfallen werden, ist klar. Am 16. März, erinnerte Rußig, kam der Stopp für den Tourismus wegen der Corona-Pandemie. 50 Prozent weniger Übernachtungen als im Vorjahresmonat habe es allein im März durchschnittlich gegeben, im April sei die Zahl praktisch auf Null gesunken.

Viele Unternehmen und Mitarbeiter aus der Branche hätten sich deshalb an einer Postkartenaktion beteiligt, um die Bundespolitiker immer wieder darauf hinzuweisen, dass auch die Tourismusbranche von Hilfspaketen profitieren müsse und nicht vergessen werden dürfe.

Von Pessimismus ist bei Rußig dennoch nichts zu spüren. Gerade habe man eine Neuauflage der Entdeckertouren herausgebracht. Die Infobroschüre listet mehr als 40 Vorschläge für "unvergessliche Tagesausflüge" auf. "3000 Points of Interest", so Rußig, empfehle der Verband. Zu den interessanten und besuchenswerten Orten gehören Konzerthallen und Museen ebenso wie Bau- und Naturdenkmale oder Biohofläden. 60 000 Exemplare der Broschüre wurden geduckt. Die, so Rußig, reichen erfahrungsgemäß für ein Jahr.

Bei aller Digitalisierung, so die Tourismusverbandsgeschäftsführerin, zeige dies, dass es immer noch eine große Nachfrage nach Printprodukten gebe. Wer als Gast schon in der Region ist, wird sich an 200 Infosäulen, die demnächst aufgestellt werden, informieren können. Das digitale Angebot werde es zulassen, dort ganz individuelle Tagestouren zusammenzustellen.

Urlauber, die in die Region kommen, wollen vor allem aktiv sein. Rad- und Wandertouren seien gefragt. Deshalb sei die vom Kreis angeschobene Sanierung der großen touristischen Radwege so wichtig, lobte die Touristikerin. Die meisten Urlauber, die das Oder-Spree-Seengebiet, das auch die Stadt Frankfurt und Märkisch Oderland umfasst, besuchen, kommen aus Berlin. Wichtig sind als Gäste zudem die Brandenburger selbst. Sachsen und Gäste aus Nordrhein-Westfalen folgen auf den Plätzen. Ausländische Gäste spielen nur eine geringe Rolle. Nur knapp fünf Prozent würden sie in der Statistik ausmachen. Niederländer seien auf den Campingplätzen eine beachtenswerte Größe. Die Campingplätze seien es auch, die in diesem Jahr noch ein ordentliches Geschäft machen könnten. Bis in den Oktober, so Ellen Rußig, seien diese praktisch ausgebucht.

Radtouren über die Grenze

Wichtig ist der Geschäftsführerin die Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen. Zum Beispiel mit dem Kreis Dahme-Spreewald. Mit der Schwielochsee-Tourstik-GmbH vermarkte man den immer beliebter werdenden Angelurlaub am Schwielochsee. Mit dem Lebuser Land auf polnischer Seite gebe es vor allem europäisch geförderte Radtouren-Projekte. Der Oder-Neiße-Radweg entlang der Grenze sei mit 70 000 Nutzern jährliche besonders wichtig. Dennoch bleibe die touristische Vermarktung der Oder schwierig, bekannte Ellen Rußig. Das sei bei Grenzflüssen aber generell so.

So lange bleiben Gäste in der Region

Das Seenland Oder-Spree verzeichnete als Reisegebiet im vergangenen Jahr knapp 740 000 Gäste, die über Nacht blieben. Bei einer durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von 3,1 Tagen  summierte sich dies auf 2,3 Millionen Übernachtungen. 1,35 Millionen Übernachtungen davon verzeichnet der Landkreis Oder-Spree. 775 000 waren es in Märkisch Oderland, der Rest entfällt auf die Stadt Frankfurt. Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die Übernachtungszahlen um 5,7 Prozent. Nur das Dahme-Seenland schaffte mit 7,2 Prozent in Brandenburg noch einen höheren Zuwachs. Im Spreewald lag er bei nur 4,6 Prozent.⇥gar

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