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Konsequenzen
Linke drängt Fraktionschef nach gemeinsamen Auftritt mit AfD zu Rücktritt

Nach einem gemeinsamen Auftritt mit der AfD, wird von dem Linken Fraktionschef Peschke der Rücktritt gefordert. (Symbolbild)
Nach einem gemeinsamen Auftritt mit der AfD, wird von dem Linken Fraktionschef Peschke der Rücktritt gefordert. (Symbolbild) © Foto: Soeren Stache/dpa
dpa / 30.05.2020, 17:37 Uhr
Potsdam/Forst (dpa) Die Linke in Brandenburg drängt den Linkenfraktionschef von Forst in der Lausitz, Ingo Peschke, dazu, Konsequenzen aus dem gemeinsamen Auftritt seiner Fraktion und der AfD im Stadtrat zu ziehen. Im Landesvorstand werde sein Rücktritt erwartet, sagte der Landesgeschäftsführer der Partei, Stefan Wollenberg, am Samstag der Deutschen Presse-Agentur. "Für uns ist ganz klar: Es gibt keine Zusammenarbeit mit der AfD, auf keiner Ebene und in keiner Weise. Deshalb erwarte ich, dass Ingo Peschke die politische Verantwortung für diesen Fehler übernimmt und die Konsequenzen zieht", sagte Wollenberg.

Linke-Chefin Katja Kipping hatte am Freitag betont, dass eine Zusammenarbeit für sie unter keinen Umständen infrage kommt. "Für die Linke gilt: es gibt keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD", schrieb Kipping im Kurzmitteilungsdienst Twitter. Sie verwies auf eine Erklärung der Brandenburger Landesvorsitzenden ihrer Partei, Anja Mayer und Katharina Slanina. Beide hatten am Donnerstag erklärt, es dürfe keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD geben.

Die Stadtfraktionen der Linken und der AfD hatten nach Angaben der Linken einem Antrag der Fraktion "Gemeinsam für Forst" zugestimmt. Dabei ging es um einen Neubau für einen Jugendclub. Anschließend hatten die drei Fraktionsvorsitzenden das Projekt auf einer gemeinsamen Pressekonferenz vorgestellt. Die Linke-Stadtfraktion hatte nach Angaben des Landesverbands zugestimmt, dass es keine gemeinsamen Initiativen oder ähnliche Kooperation geben dürfe.

Mayer und Slanina hatten betont, es gebe eine klare Beschlusslage in der Partei, die auch für alle kommunalen Mandatsträgerinnen und Mandatsträger gelte. Der entstandene Schaden für die Linke sei immens.

Peschke selbst sagte am Samstag auf dpa-Anfrage dazu, das Thema sei so überdreht worden, dass er das nicht mehr nachvollziehen könne. "Ich nehme diese Entwicklung nur noch zur Kenntnis."

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Ralf H. Janetschek 31.05.2020 - 20:02:35

Konsequenzen

In der Partei wird eher damit gerechnet, daß Teile des Ortsvereins die Partei verlassen, als sich vom Agieren Ingo Paeschkes zu distanzieren. Auf alle Fälle sollte aber der Neubau des Jugendclubs gestoppt werden!

Ralf H. Janetschek 31.05.2020 - 15:32:57

ungewöhnliche Kooperationen

Das Kommunisten und Nationalsozialisten zusammenarbeiten ist nichts besonderes, das war schon Anfang der 1930er Jahre so. Besonders eng war unter anderem die Zusammenarbeit beim Berliner Verkehrsarbeiterstreik im November 1932 in Berlin. Im Kampf gegen die Demokraten machten beide gemeinsame Sache. Sowohl Adolf Hitler als auch der KPD-Chef Ernst Thälmann waren der Ansicht, daß sie das gleiche Wählerspektrum ansprechen würden. Die jeweilige Basis der beiden Parteien hatte 1932 bei dem Berliner Verkehrsarbeiterstreik keine Schwierigkeiten mit der ungewohnten Kooperation, obwohl man sich sonst gern die Köpfe einschlug.

Norbert Wesenberg 31.05.2020 - 07:51:41

"Für die Linke gilt: es gibt keinerlei Zusammenarbeit mit der AfD", schrieb Kipping..."

Diese Aussage von ihrer überhöhten Position beweist nur, das sie von der Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene nicht geringsten Dunst hat; wo es um reine Sacharbeit zu Gunsten der Bürger geht. Man macht es sich zu einfach um ca. ein Drittel der gesamten Wähler und deren Willen zu ignorieren. Anders verhält es sich allerdings, wenn politische Ziele der AfD auf der Tagesordnung stehen. Ansonsten Hat Frau Kipping das Pech der zu spät Geborenen und weiß offenbar nichts von der Geschichte ihrer Partei. Dort wo PDS und Die Linke draufsteht, ist SED noch immer drin. Eine Aufarbeitung derer Schandtaten hat nie stattgefunden. Um das zu beurteilen muss man die Zeit von 1945 bis 1989 selbst erlebt haben um es beurteilen zu können.

Dirk Mahnke 30.05.2020 - 22:11:56

@kay-uwe granz

Also nach dem Motto: "Raider heißt jetzt Twix – sonst ändert sich nix!" Gut, so kann man das vielleicht auch sehen.

kay-uwe granz 30.05.2020 - 21:59:05

@Dirk Mahnke

Es gibt keine Nachfolgepartei, nur die mehrfach umbenannte SED.

Dirk Mahnke 30.05.2020 - 21:35:42

Linke Diktatur

Herr Peschke sollte lieber sein Parteibuch abgeben. Die SED Nachfolgepartei wird nie über ihren Schatten springen. "Der Irrsinn ist bei Einzelnen etwas Seltenes, — aber bei Gruppen, Parteien, Völkern, Zeiten die Regel." Zitat: Friedrich Nietzsche

kay-uwe granz 30.05.2020 - 21:08:04

„Alle die Demokratie als Sprungbrett zur Macht benutzen, finden sie lästig, sobald sie zur Macht gelangt sind“.

Die Linken wähnen sich noch immer auf der Siegerstraße und überspannen den Bogen derart, daß sie infolge ihrer idiologischen Borniertheit genau dem Gegenteil zum Durchbruch verhelfen werden. Aber das ist imgrunde eben nur politische Physik, jedoch für die Linken zu hoch.

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