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Pandemie
Streit über Umgang mit Corona in Wriezen

Die Wriezener Stadtverordnete streiten über den Umgang mit der Corona-Pandemie. Was soll als nächstes geschehen? (Symbolbild)
Die Wriezener Stadtverordnete streiten über den Umgang mit der Corona-Pandemie. Was soll als nächstes geschehen? (Symbolbild) © Foto: Sergei Grits/dpa
Nadja Voigt / 31.05.2020, 04:45 Uhr - Aktualisiert 31.05.2020, 16:00
Wriezen (MOZ) Nicht nur auf Bundestagsebene wird trefflich über die Corona-Pandemie, ihre Auswirkungen und Einschränkungen gestritten. Auch in Wriezen ist das Thema anscheinend geeignet, um die Stadtverordnetenversammlung von vorne bis hinten damit zu füllen. Begonnen hatte der Meinungsaustausch jedoch schon vor dem eigentlichen Sitzungsbeginn. Da entbrannte ein Streit darüber, ob Fenster und Türen im Ratssaal geschlossen oder geöffnet bleiben sollten. Eine Situation, die der Stadtverordnetenvorsteher Peter Küster (FDP) mit Humor zu lösen versuchte.

Bürgermeister informiert über Corona-Situation

In seinem Bericht informierte Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm (CDU) darüber, dass die Menschen in seiner Stadt mit jeder Woche ein Stück Normalität zurück erlangen würden. Der schrittweisen Öffnung der Schulen folgten nun die Kindertagesstätten und auch mehr private Kontakte seien nun erlaubt, so Ilm. Das sei gut und wichtig für alle Bürger der Stadt und Ergebnis der stark rückläufigen Corona-Infektionszahlen, begründete er. Er dankte den Mitarbeitern in den Kindertageseinrichtungen und Schulen und attestierte ihnen ein hohes Maß an Geduld und Flexibilität. "Dieser Prozess war anderswo mit weitaus mehr Konflikten behaftet", so das Stadtoberhaupt.

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Konfliktpotential bot das Thema Corona dennoch genug: nämlich unter den Stadtverordneten. Thomas Knels sprach von "unhaltbaren Zuständen" an den Bildungseinrichtungen, was die Einhaltung des Mindestabstandes und das Tragen von Mundschutzen angehe. "Von den Kindern geht keine Gefahr aus", sagte der Abgeordnete der AfD. Die Maßnahmen würden die Kinder "brechen" und sie sollten so schnell wie möglich beendet werden.

Karla Stumpe (Bündnis 90/Grüne) regte eine regelmäßige Testung bei den Lehrern und Erziehern an. Die (Tier-) Medizinerin war es auch, die darauf drängte, den Ratssaal nicht durch das Schließen aller Fenster und Türen hermetisch abzuriegeln. "Sie wissen doch, dass sich das Virus in geschlossenen Räumen am schnellsten verbreitet", mahnte sie vor der Sitzung. Lange war unklar, ob die Sitzung wieder unter Beteiligung der Öffentlichkeit stattfinden könne, die letzte Stadtverordnetensitzung konnte nur im Internet verfolgt werden. Karla Stumpe bezeichnete es als "verwegen", wie manche mit den Vorsichtsmaßnahmen umgehen würden. "Wir müssen uns bewusst sein, dass wir uns immer noch am Rande des Geschehens bewegen", appellierte sie.

Demo der AfD hat Nachspiel

Als "unpassend und peinlich" kritisierte sie eine Demonstration des Ortsverbandes der AfD und des Landtagsabgeordneten Lars Günther aus Bad Freienwalde in der Stadt Wriezen, mit der gegen die Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie mit einem Autocorso demonstriert wurde. "Meines Wissens nach war diese Aktion nicht angemeldet", sagte Wriezens Bürgermeister am Freitag auf Nachfrage dieser Zeitung. Und werde ein Nachspiel haben. Dass die Veranstaltung beobachtet wurde, hatte er in der Stadtverordnetenversammlung schon geäußert. "Persönlich positionieren muss ich mich dazu nicht", sagte er am Donnerstagabend auf Nachfrage von Karla Stumpe.

Auf Nachfrage von AfD-Fraktionschef Matthias Schmidt sagte Ilm, dass es im Rathaus keine Maskenpflicht gebe. Wohl aber die Empfehlung von Seiten der Stadtverwaltung, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Weiterhin gilt, dass Bürger beim Bürgerservice und im Einwohnermeldeamt unter Einhaltung der Hygienebestimmungen ihre Anliegen persönlich vortragen können. Für die anderen Bereiche bittet die Stadtverwaltung darum, per Telefon das Anliegen vorzutragen und dann erst einen Termin mit den Mitarbeitern abzustimmen.

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