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Feuerwehreinsatz
Großbrand bei Plessa unter Kontrolle

Blick auf eine Rauchwolke während eines Waldbrandes im Loben-Moor zwischen Gorden-Staupitz, Hohenleipisch und Plessa.
Blick auf eine Rauchwolke während eines Waldbrandes im Loben-Moor zwischen Gorden-Staupitz, Hohenleipisch und Plessa. © Foto: Veit Rösler/dpa
dpa / 01.06.2020, 13:36 Uhr - Aktualisiert 02.06.2020, 10:25
Plessa (dpa) Ein Großbrand auf 100 Hektar im Südbrandenburger Landkreis Elbe Elster hat die Feuerwehrleute tagelang in Atem gehalten - nun ist die Gefahr gebannt und der Brand unter Kontrolle.

"Wir haben einen Stand erreicht, der nicht mehr als kritisch bezeichnet werden kann", sagte der diensthabende Landrat Marten Frontzek am Montag der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausdehnung des Brandes im Moorgebiet "Loben" bei Plessa sei gestoppt worden, werde die Feuerwehr aber noch länger beschäftigen. "Das kann noch Tage gehen", schätzte er ein.

Das Feuer war am Freitag ausgebrochen und hatte sich innerhalb weniger Stunden immer weiter ausgedehnt, von zunächst zehn auf 100 Hektar. Ein Moorgebiet, ein angrenzendes Waldstück und ein Schilfgürtel brannten. Ortschaften waren nicht in Gefahr. Die Brandursache war zunächst noch unklar. Der Brand gilt als das erste Großschadensereignis in diesem Jahr in Brandenburg. Umweltminister Axel Vogel (Grüne) will sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der Lage im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft machen.

Die Feuerwehr war zu Pfingsten mit bis zu 200 Einsatzkräften vor Ort. Mithilfe von Wärmebildkameras wurden unterirdische Torf- und Moorbrandherde lokalisiert. Diese seien gefährlich, weil sie unter angrenzende Wälder ziehen könnten, sagte Frontzek. Sorge bereitete den Einsatzkräften der immer wieder auffrischende und böige Wind, der Glutnester an einigen Stellen wieder anfachte.

Einsatzkräfte installierten sogenannte Dauerregner an den Brandrändern, um ein Überspringen der Flammen auf an das Moor angrenzende Nadelwälder zu verhindern. Auch ein Hochleistungspumpensystem aus Landesbestand sollte helfen, den Boden noch stärker zu bewässern. Das benötigte Wasser werde aus kleinen Tagebaurestlöchern entnommen, die bereits geflutet seien, erläuterte Frontzek. Auch ein Löschhubschrauber der Bundespolizei war im Einsatz. Er kann 2000 Liter aufnehmen und damit gezielt Glutnester in dem schwer zugänglichen Gebiet beregnen. Zusätzlich wird Frontzek zufolge ein 20 Meter breiter und ein Kilometer langer Waldbrandschutzstreifen errichtet.

Einsatzkräfte aus Märkisch-Oderland unterstützten am Montag die Feuerwehrleute vor Ort. Am Sonntag waren Kräfte aus der Prignitz angereist. Am Samstag kam Unterstützung aus der Uckermark, dem Barnim und dem Landkreis Teltow-Fläming. Am Dienstag werden Feuerwehrleute aus dem Landkreis Oberspreewald-Lausitz erwartet.

"Das Problem ist der extreme Wind, der den Boden nicht nur austrocknet, sondern das Feuer wieder anfachen kann", bestätigte Raimund Engel, Waldbrandschutzbeauftragter des Landes. Seinen Angaben zufolge meldeten die Leitstellen am Sonntag einige weitere kleinere Brände, darunter Waldbrände in Neu Zauche (Dahme-Spreewald) auf einem Hektar und in Busendorf im Landkreis Potsdam Mittelmark auf 1000 Quadratmetern. Beide Brände seien inzwischen unter Kontrolle, berichtete Engel. Der Wind habe am Montag etwas nachgelassen. Er hofft auf etwas Entspannung durch das vom Deutschen Wetterdienst prognostizierte unbeständige Wetter für Brandenburg in der zweiten Wochenhälfte.

Umweltminister Axel Vogel (Grüne) bedankte sich am Montag bei den Einsatzkräften. Die Kommunikationskette zum Ausbruch des Brandes habe gut funktioniert, sagte er. Die Brandmeldesensoren hätten Feuer im Wald- und Moorgebiet frühzeitig erkannt und an die erst im Frühjahr eingeweihte Waldbrandzentrale Süd in Wünsdorf gemeldet. Nur kurze Zeit später seien die Einsatzkräfte vor Ort gewesen.

Nach Angaben des Umweltministeriums vom Montag gilt derzeit für die Hälfte der Landkreise in Brandenburg die höchste Waldbrandwarnstufe fünf, darunter auch im Brandgebiet im Elbe-Elster-Kreis. In den anderen sieben Landkreisen wurde die zweithöchste Gefahrenstufe vier ausgerufen.

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