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Reitsport
Reitspaß und Wettbewerb bestimmen "Geister-Turnier" in Briescht

Peggy Lohse / 01.06.2020, 15:42 Uhr - Aktualisiert 01.06.2020, 17:06
Briescht (MOZ) Mit großen Augen und offenem Mund hätten sie mitfiebern sollen, Familien und Freunde der jungen und älteren Hobby-Reiter, die am Sonnabend am 3. Reitertag bei Ivonne und Falko Hoffmann auf dem Ponyhof Briescht teilnahmen.

Ein Fest mit Hüpfburgen, Malstraße und großem Buffet hätte für die Familien das Pfingstwochenende und den Kindertag einläuten sollen. Doch die Corona-Pandemie bestimmte: Eine der ersten Breitensport-Veranstaltungen in der Region fand als "Geister-Turnier" statt.

Fokus auf Wettbewerb

Der Platz ist staubig und leer, Wind und Hufe wirbeln Sand auf. Im straßennahen Bereich stehen knapp 20 Autos mit Pferdeanhängern, auf dem zweiten dürfen die Prüflinge sich warmreiten, auf zwei weiteren Parcours – für Springen und Dressur – findet das Turnier statt. Am Rande bietet ein kleines Catering Zuckerwatte, Getränke, Kuchen und Grill-Imbiss. Es herrscht geschäftiges Treiben. Auch, weil sich außer den Veranstaltern nicht alle den ganzen Tag hier aufhalten dürfen. Eine der corona-bedingten Regelungen besagt, dass die Prüflinge mit einer Begleitperson nur eine Stunde  vor und nach dem Wettbewerb auf dem Gelände sein können, damit die Abstandsregelungen eingehalten werden. Jeder hat ein Bändchen und muss Kontaktdaten abgeben.

Wegen der Corona-Pandemie musste der traditionelle Reitertag 2020 auf dem Ponyhof Briescht ohne Hüpfburgen, Zuschauer und Familienfest stattfinden. Dennoch kamen ebenso zahlreiche Teilnehmer wie in den Vorjahren. Die Reiter und Reiterinnen sowie die Veranstalter hatten am Ende trotz allem viel Spaß.
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"Geister-Turnier" in Briescht

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"Für die Kinder und für die Reiter haben wir den Reitertag trotzdem stattfinden lassen", erklärt Hofchefin Ivonne Hoffmann. Für die Reiter mache es keinen großen Unterschied, meint sie. Während der Prüfungen müssen sie sich sowieso auf den Wettbewerb konzentrieren: auf die Technik, die Tiere, die Abläufe.

Fokussiert laufen die Springreitenden im Vorfeld die Strecke ab. Denn wer die Hürden nicht in der vorgegebenen Reihenfolge absolviert, wird disqualifiziert. Das passiert einigen. Auch drei Stürze bewegen das Turnier-Geschehen. Glücklicherweise gehen alle glimpflich aus. Manch ein Tier verweigert den Sprung vor den hohen Hindernissen, nimmt sie dann aber im zweiten Anlauf.

Insgesamt sind an diesem Sonnabend 69 Reiter mit 153 Starts gemeldet, die meisten kommen aus der Region – unter anderem vom Pferdesportverein Oderland, dem Kurmärkischen Reitverein Schneeberg, aus Bad Saarow, Mixdorf und Bugk. Im Vergleich zu den Vorjahren sei da kaum ein Unterschied bemerkbar. "Sonst waren es auch immer um die 160 Starts", erinnert sich Ivonne Hoffmann. Nur in den Anfänger-Dressur-Wettbewerben mit Führzügel und im Schritt-Trab-Galopp nähmen meist kleine Kinder im Alter ab fünf Jahren teil. Von ihnen seien dieses Jahr spürbar weniger gekommen. Sicher, weil sie das ohne Elternbegleitung noch nicht können.

Eine corona-unabhängige "Neuerung" aber gibt es: Die letzten Jahre der Trockenheit in Oder-Spree machen sich nämlich auch auf dem Ponyhof bemerkbar. "Wir haben gestern noch einmal den ganzen Platz gesprengt", betont Ivonne Hoffmann verwundert. Dennoch stiebt es stark.

Kinderfest im Herbst

Für die Veranstalterin ist der Reitertag dennoch ein Erfolg: Weil das Kinderfest ausfallen musste, hatte sie sogar beim Aufbau etwas weniger Stress. Am Wettbewerb habe sich nichts geändert. Die Reiter und Begleiter haben Spaß. Die Starter ihres Heimatvereins "Happy Horses" schneiden fast überall gut ab. Die Einnahmen durch die Startgelder blieben etwa gleich. "Was davon übrig bleibt, nehmen wir dann für das nachgeholte Kinderfest im Herbst, sobald wir wieder dürfen", verspricht sie. Wenn die Corona-Krise bis dahin vorbei ist, will sie im September oder Oktober einen Spieletag mit Pferden anbieten und dazu das ausgefallene Familienfest vom Reitertag nachholen.

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