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Attraktion
Pfingsttrubel auf dem Strausberger Kinderbauernhof

Jens Sell / 01.06.2020, 16:23 Uhr - Aktualisiert 01.06.2020, 17:24
Strausberg (MOZ) Vergangene Woche hatte Louise ihren achten Geburtstag, am Sonnabend hat sie ihn mit ihrer Freundin Hanna auf dem Kinderbauernhof Roter Hof in Strausberg-Nord ein bisschen gefeiert. Die beiden Zweitklässlerinnen aus der Hegermühlen-Grundschule hatten ihren Spaß beim Klettern und Balancieren auf den Holzgeräten des Spielplatzes, der sich im Sonnenschein zunehmend füllte. Mutter Ines Reinking spendierte schließlich noch ein Eis. "Nur Donnerstag und Freitag gehen wir jetzt in die Schule", erzählt Louise, "das geht schon. Doof ist nur, dass ich nicht wie sonst mit meiner Schwester zusammen hingehen kann, weil sie andere Unterrichtszeiten hat." Reinkings haben noch eine dritte Tochter im Kindergartenalter, sie geht montags bis donnerstags in die Notbetreuung der DRK-Kita am See. "Das hat bisher ganz gut geklappt", sagt Ines Reinking, die in der Sparkasse arbeitet, "aber wie alle Eltern warten wir natürlich sehnsüchtig darauf, dass sich alles wieder normalisiert."

Bis an die Grenzen

In Klosterdorf ist die Kita Kleine Teichfrösche bis an die Grenzen  der Notbetreuung gegangen. Robert Frommold und Christina Papadopoulous haben ihre beiden Kinder Amalia und Alina, zwei und vier Jahre alt, umschichtig zu Hause betreuen müssen. Auch sie erholten sich am Sonnabend auf dem Spielplatz des Kinderbauernhofs vom Stress der Woche. "Ich bin früh fünf Uhr losgefahren, um um sechs im Jobcenter Berlin-Köpenick meine Arbeit aufzunehmen", erzählt Robert vom Corona-Alltag. Christina ist in der vollzeitschulischen Ausbildung im Büromanagement. Die DAA (Deutsche Angestellten Akademie) hat den Kursanten eigens einen PC zur Verfügung gestellt, damit sie im Homeoffice das Lernen und die Kinderbetreuung unter einen Hut bekommen können. "Doch bis Robert 15.30 Uhr nach Hause kommt, dreht sich natürlich alles um die Kinder", räumt sie ein. Dann erst kann sie sich richtig auf das Lernen des Stoffs konzentrieren.

"Einen Kinderbauernhof haben wir in Berlin nicht", sagt Dennis Holtmann schmunzelnd. Mit seiner Frau Janin kam er aus Berlin-Köpenick nach Strausberg, denn dort wohnt deren Bruder Erik Holtmann, der zum Familientreffen auf den Kinderbauernhof auch Freundin Jennifer mitgebracht hat. Und während Janin mit Söhnchen Max im Sandkasten Torten formt, versucht Dennis Holtmann seine zehnjährige Tochter Anjaya für die Alpakas zu erwärmen. Doch die ziert sich. "Sie ist ein Stadtkind, mehr an Handy und Internet interessiert", sagt er lächelnd.

So wie diese Familien suchen viele am Pfingstwochenende Erholung und neue Eindrücke auf dem Roten Hof. Sie besuchen die Tiergehege, wo schon allerhand Nachwuchs zu besichtigen ist. Eine Goldfasanenhenne geht gemessenen Schrittes den Gang entlang, gefolgt von sieben Küken. "Auch die Zwergkaninchen haben wieder Nachwuchs, und natürlich die Großen, die Deutschen Riesen", sagt Projektleiter Patrick Nast. Wer Interesse hat: Der Kinderbauernhof gibt Kaninchen unterschiedlicher Rassen für die private Haltung ab.

Viel Nachwuchs auf dem Hof

Neu auf dem Hof sind die Mikroschweine. Ein Eber und drei Sauen wurden angeschafft, und siehe da, die Sauen sind alle tragend. Es gibt auch frische Gössel und Hühnerküken, ein emsiges Treiben, Gaken und Gackern, wie sich das gehört auf einem großen Bauernhof.

"Eingeschränkter Regelbetrieb"

Seit Anfang Mai ist der Kinderbauernhof Roter Hof wieder schrittweise zu seinen regulären Öffnungszeiten zurückgekehrt, haben die Arbeitskröfte wieder ihre Tätigkeiten aufgenommen.

Aufgrund der Corona-Einschränkungen konnte keine Muttersau eingestallt werden. Deshalb kann kein Schlachtefest stattfinden.

Projektleiter Patrick Nast hofft, dass es Anfang September das Weltkindertagsfest und Anfang Oktober das Erntedankfest geben darf. ⇥js

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