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Volksinitiativen zum Artenschutz
Moderator für Streit um Insekten gefunden

Honig ist oft schwer mit Pestiziden belastet und dann gesundheitsschädlich.
Honig ist oft schwer mit Pestiziden belastet und dann gesundheitsschädlich. © Foto: Florian Amrhein/dpa
Mathias Hausding / 01.06.2020, 16:31 Uhr - Aktualisiert 01.06.2020, 17:18
Potsdam (MOZ) Eigentlich wollte man spätestens Ende Juni fertig sein. So sah es das im Februar dieses Jahres vereinbarte Konzept vor.

Doch die Corona-Pandemie und eine aufwendige Moderatoren-Suche per Ausschreibung haben diesen Plan durchkreuzt. Es wird nun wohl bis zum Jahresende dauern, ehe ein Kompromiss zwischen den beiden Brandenburger Volksinitiativen zum Artenschutz steht und in gesetzliche Vorgaben gegossen werden kann.

Naturschützer auf der einen Seite und Landnutzer auf der anderen hatten sich bereiterklärt, aus ihren jeweiligen Initiativen eine gemeinsame zu formen. Auf diese Idee kam man, nachdem der Landtag die Initiative der Naturschutzverbände als rechtlich unzulässig abgelehnt hatte.

Kommentar: Aufeinander einlassen

Der von der Landtagsverwaltung per Ausschreibung gesuchte Moderator für das Verfahren ist nunmehr gefunden. Es handele sich um die Iku GmbH aus Dortmund, wie Wolfgang Roick (SPD), Vorsitzender des Umweltausschusses, dieser Zeitung sagte. Die Firma versteht sich laut ihrer Internetseite als "Dialoggestalter". Eines ihrer Hauptanliegen sei, Menschen mit unterschiedlichen Standpunkten miteinander ins Gespräch zu bringen. "Wir beugen Spannungen vor und finden Lösungen für Konfliktsituationen", heißt es auf der Seite. Erfahrung mit Moderation im Umweltbereich ist laut Firmenprofil vorhanden. Das sei laut Roick ein wichtiges Kriterium bei der Ausschreibung gewesen.

Bei der nächsten Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch werde man das weitere Prozedere besprechen, sagte der Vorsitzende. Ein erstes Treffen aller Beteiligten sei in der Woche ab dem 22. Juni geplant. Denkbar sei, dass man für die Sitzungen den Plenarsaal nutzt, um ausreichend Abstand halten zu können. Laut Ausschreibung seien zunächst insgesamt zehn Treffen bis Ende November vorgesehen.

Die beiden Initiativen hatten Mediatoren aus der Region für den Job favorisiert, zeigten sich aber auf Nachfrage sehr zufrieden mit der gefundenen Firma. "Wenn ich mir die Arbeitsnachweise auf ihrer Internetseite anschaue, erscheint sie mir sehr befähigt und kompetent", betonte der Nabu-Vorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Ähnlich äußerte sich Gregor Beyer vom "Forum Natur Brandenburg" für die Landnutzer: "Wir freuen uns, dass es jetzt endlich losgeht."

Die Initiative der Umweltschützer "Artenvielfalt retten – Zukunft sichern" hatte mehr als 73 000 Unterstützer gefunden. Hauptanliegen sind ein komplettes Pestizidverbot in Naturschutzgebieten und breite Gewässerrandstreifen zum Insektenschutz. Die vor allem von Bauern getragene Initiative "Mehr als ein Summen" hat 24 000 Unterschriften gesammelt. Ihr Ziel ist Bienenschutz mit Rücksicht auf die Landwirtschaft.

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