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Nabu
Expedition zur Ruine der Blumenberger Mühle

Thorsten Pifan / 02.06.2020, 03:00 Uhr - Aktualisiert 02.06.2020, 15:47
Kerkow (MOZ) Die Blumberger Mühle ist den meisten Menschen in der Region ein Begriff. Doch wo stand eigentlich das Gebäude, das dem Naturerlebniszentrum seinen Namen gab? Zum Mühlentag lud das Nabu-Team Besucher zu einer Reise in die Vergangenheit ein.

Denn die Blumberger Mühle gab es dereinst wirklich, sagt Aija Torkler, Leiterin des Nabu-Zentrums. Sie hat eine Jahrhunderte währende Geschichte hinter sich. Schon als die Zisterzienser das Gelände im 13. Jahrhundert von den Adligen in der Gegend übernahmen, gab es sie. "Ende des 18. Jahrhunderts war die Wassermühle aber nicht mehr wirtschaftlich", erklärt Torkler den Besuchern. Fortan spielte die Fischzucht eine große Rolle. Das Mühlengebäude wurde als Bruthaus genutzt.

Und noch in den 1930er-Jahren soll es gestanden haben, geht aus alten Überlieferungen hervor. Nach dem Zweiten Weltkrieg sollen in der ehemaligen Mühle Flüchtlinge untergekommen sein. Heute findet sich – überwuchert von Efeu – noch eine verwunschene Ruine mitten in den Anlagen, die zum Fischereibetrieb gehörten, aus denen in früheren Zeiten Berlin mit Karpfen und Schleien versorgt worden ist.

Mit auf Wanderschaft gehen Julia Kallenbach und Dirk Schneider. Beide wohnen in Angermünde, nur knapp einen Steinwurf vom Naturerlebnis-Gelände entfernt. "Wir machen häufig Ausflüge und gehen hier spazieren", sagt Dirk Schneider. Trotzdem haben sie sich der Führung angeschlossen. Denn das sei doch etwas Besonderes. Während Julia Kallenbach sofort weiß, wo die alte Mühle stand, muss Schneider erst kurz überlegen, bis es ihm dann doch einfällt. Aija Torkler fühlt sich bestätigt: "Nicht alle wissen, wo die namensgebende Mühle gewesen ist."

Das soll sich künftig ändern, erzählt die Leiterin des Nabu-Zentrums: "Wir wollen stärker auf die kulturhistorische Bedeutung des Geländes eingehen", sagt sie. Dazu werde auch die Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv in Angermünde intensiviert.

Es ist die erste öffentlich beworbene größere Führung, die nach der Corona-Pause wieder stattfindet. "Wir haben uns im vergangenen Jahr zum ersten Mal am Mühlentag beteiligt und Führungen zum Standort der alten Wassermühle unternommen", sagt Torkler und zeigt eine historische Ansicht des Wirtschaftsgebäudes mit dem markanten großen Mühlrad im Wasserlauf.

Expedition startet am Garten

Die Führung, die Torklers Stellvertreter Jan Hesse mit gestaltet, startet am naturnahen Garten gleich hinter dem Nabu-Informationszentrum. Im Inneren des Gebäudes gilt wie überall eine strenge Maskenpflicht. Bei der Expedition unter freiem Himmel achten die Besucher selbst darauf, die Abstände einzuhalten.

Hesse gehört seit vielen Jahren zum Team der Mühle. "Ich habe gerade Fotos aus dem Jahr 2002 gefunden", sagt er. Da hat er auch schon Führungen geleitet – als Zivildienstleistender. Schnell gelangt die kleine Gruppe an den ersten Fischteich. Dort sind die Karpfen vorgezogen worden. "Das wurde hier aber nicht lange gemacht", sagt Hesse. Denn der Teich lag so hoch, dass stets Wasser in ihn gepumpt werden musste – und das geschah in den Zeiten, als der Betrieb dort existierte, noch mit Muskelkraft. Spannend ist auch das Detail, dass die Teiche nur dazu dienten, Fische groß zu ziehen. Manchmal schwammen dort auch bis zu 3000 Küken. Gleich nebenan war eine Entenzucht.

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