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Corona-Pandemie
Buckower Rosenkönigin klagt über leeren Terminkalender

Nur für den Gesprächstermin in Schale geworfen: Die Buckower Rosenkönigin Friederike I. (Friederike Behrend/r.) und Kräuterfee Claudia Berner ebenfalls im Ornat als Ehren-Qualitätenmajestät haben unter dem derzeit kompletten Ausfall aller Auftrittstermine durch die Corona-Krise zu leiden.
Nur für den Gesprächstermin in Schale geworfen: Die Buckower Rosenkönigin Friederike I. (Friederike Behrend/r.) und Kräuterfee Claudia Berner ebenfalls im Ornat als Ehren-Qualitätenmajestät haben unter dem derzeit kompletten Ausfall aller Auftrittstermine durch die Corona-Krise zu leiden. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 02.06.2020, 03:00 Uhr
Buckow Gerade ein Jahr war es vor ein paar Tagen her, seit sie zur Rosenkönigin gekrönt wurde. Ein Moment, an den Friederike Behrend (27) alias ihre Majestät Friederike I. gern zurückdenkt. Doch öfter schleicht sich momentan auch eher Enttäuschung ein: Stünde in den kommenden Wochen und Monaten das Sommerhalbjahr über normalerweise eine Fülle an Auftritten an, wird die wichtigste Werbeträgerin der Stadt Bu­ckow nun kaum noch eine Gelegenheit in nächster Zeit haben, Kleid und Krone anzulegen. Abgesagt sind nicht nur die hiesigen Traditionsveranstaltungen – die Rosentage vorneweg, ebenso zuvor unlängst schon der Garten- und Gesundheitstag, Bahnhofsfest zu 100 Jahre Kleinbahn, das Angler- und Fischerfest oder auch das Jägerfest in Waldsieversdorf. Auch zahlreiche Gelegenheiten, zu denen sie als Rosenkönigin an andere Orte auf Reisen gegangen wäre, fallen infolge der Corona-Pandemie aus.

Für die Verabredung mit der Zeitung samt Fototermin im Café am Markt hat sich Friederike Behrend in ihr Königinnen-Outfit geworfen. Und auch Claudia Berner mitgebracht. Denn die Buckower Kräuterfrau ist als Ehren-Qualitätenmajestät oft im Doppelpack mit ihr auf Tour. Oder eben nun anhand der sich häufenden Absagen dann doch nicht. Geteiltes Leid eines ausbleibenden Werbeauftrittes für Buckow und die ganze Region gerade in anderen Ecken der Republik ist da aber nur bedingt halbes Leid.

Die 40. Internationalen Hansetage in Buckows Partnerstadt Brilon hätten vom 4. bis 7. Juni in Anwesenheit auch der beiden Majestäten stattfinden sollen. Ebenfalls gestrichen. Die geplante große Feier zu 660 Jahre Geschichte der Hanse findet nun lediglich als 1. virtuelle Hansetage statt. "Das wären mehrere Tage mit Übernachtung gewesen. Besonders schade, dass das nun ebenfalls wegfällt", sagt Friederike Behrend.

Der Termin am 9. August im thüringischen Großbreitenbach – "da kommt meine Krone her", wie sie ergänzt – ist gleichermaßen abgesagt, führt Claudia Berner die Liste weiter. Zuvor wäre sie im Juli noch in Bayern gewesen, merkt die Rosenkönigin an. Schon bis in den Herbst hinein reichen die Absagen, weil alle Organisatoren ab einem bestimmten Punkt die Reißleine ziehen müssen, nicht länger in Unklarheit abwarten können. Seit März ist Friederike I. auch offizielles Mitglied im Club der Königinnen, hat viele neue Kontakte knüpfen können. Jetzt hofft sie, dass sie aufgrund der besonderen Umstände im nächsten Mai eine Verlängerung ihrer regulär zweijährigen Amtszeit gewährt bekommt. In einige anderen Städten sei man bereits mit den dortigen Majestäten so verfahren, weiß Claudia Berner zu berichten. Aber auch von Einzelfällen, wo es keine solche Sonderkonditionen gab.

Grüne Woche letzter Termin

Da die Internationale Tourismusbörse die erste bundesweite Großveranstaltung war, die Corona zum Opfer fiel, hatten die beiden Buckower Werbeträgerinnen zur Grünen Woche ihren letzten großen Auftritt. "Das war auch sehr bewegend", erinnert sich die Rosenkönigin lebhaft an diese Chance, sich in Berlin präsentieren zu können. Umgekehrt hofft sie gerade mit ihren neuen Kontakten im Club der Königinnen, einige der anderen Majestäten dann vielleicht als Gäste zu den Rosentagen 2021 in Buckow begrüßen zu können, sollte sie weiter amtieren dürfen.

Dass das Stadtfest diesmal ausfällt, sei angesichts der Umstände aber richtig, betont die Erzieherin, die in einem Waldsieversdorfer Mutter-Kind-Projekt arbeitet. "Die Leute wollen ja die Rosenkönigin hautnah erleben, mit Fotos und Gesprächen – das ginge mit Abstandsregeln gar nicht richtig", ist sie überzeugt. Wie seltsam es sich anfühlt, für ein Gruppenfoto von fünf Kräuterköniginnen mit Abstand zu posieren, hat Claudia Berner gerade testen dürfen. Immerhin: Noch stehen die Planungen für den Rosenball im November, hält sich bei Friederike I. die Vorfreude. Auch auf den Weihnachtsmärkten werde sie hoffentlich erneut ihre Runden drehen dürfen.

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