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Corona-Lockerungen
Viele Besucher in Museen und Einkaufszentren in Bernau an Pfingsten

Olav Schröder / 02.06.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 02.06.2020, 07:23
Bernau (MOZ) Reger Betrieb herrscht über Pfingsten auf den Straßen in vielen Barnimer Orten und in der Natur. Die Leute sind unterwegs. Am Sonnabend werden der Wochenmarkt und Einkaufsläden gut besucht, später fahren viele zum Baden, mancher geht auch ins Museum. Überall aber gelten noch die Vorgaben zum Abstandhalten, Mund-und-Nase-Masken sind aufzusetzen.

Vor dem Edeka-Markt in der Bernauer Bahnhofspassage erwarten Ingo Matysiak und seine Mitstreiter mit einer besonderen Kranich-Aktion die Menschen. Am Anfang der Coronazeit hätten alle zusammengehalten, sagt er. Heute aber, paradoxerweise mit der beginnenden Lockerung, hätten die Ministerpräsidenten den Zusammenhalt zerstört: "Jeder macht, was er will." Die verschenkten Papierkraniche sollen in dieser Situation wieder ein Zusammengehörigkeitsgefühl erzeugen.

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Eigentlich ist der Strausberger Ingo Matysiak Eishersteller. Doch in Coronazeiten brachen seine Abnehmer – vom Schulprojekt bis zur Eisparty – weg. In dieser Situation kam er zusammen mit seiner Frau auf die Idee, die Kraniche als Glücksboten zum Mutmachen zu verschenken. Gefaltet wurden 1900 Kraniche von vielen Unterstützern. Auch auf die Edeka-Mitarbeiter sprang der Kranich-Funke über, wie Marktleiter Mathias Igel sagt. Gleichfalls hat sich die Bernauer Kita Angergang beteiligt. Die Kinder steuerten rund 170 Falttiere bei. Als Julia Broy aus Biesenthal und ihr Kind zwei Kraniche erhalten, freuen sie sich: "Wir werden sie zuhause aufhängen", sagt sie. Die Kranich-Veranstaltungen sollen nach dem Bernauer Auftakt weiter gehen, zum Beispiel in Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Mit Spaß bei der Sache

"Die ersten Vögel waren kompliziert, aber dann ging es leicht", sagt Martina Berndt, Mitarbeiterin in der Werkstatt der Lebenshilfe im Nachbarkreis Märkisch-Oderland. Sie war mit ihren Kollegen Gunnar Seeling und Petra Burkhardt zusammen mit Barbara Frenzel vom Begleitenden Dienst der Lebenshilfe zum Verteilen nach Bernau gekommen. "Die Kraniche haben echt Spaß gemacht", stimmt Gunnar Seeling zu, der sich auch künftig an ähnlichen Aktionen beteiligen würde.

Kostenlos – obwohl auch sonst schon mancher Gast im Bernauer Heimatmuseum die besucherfreundlichen Eintrittspreise kaum für möglich hält – konnten die Ausstellungen im Steintor und Henkerhaus besucht werden. Coronabedingte Einschnitte gab es auch hier. "Schulklassen und Gruppenreisen machen den Löwenanteil unter unseren Besuchern aus, sind aber natürlich ausgeblieben", sagt Museumsleiter Bernd Eccarius. Auch die beliebten Besuche von Großeltern mit Enkeln gingen zurück. Dafür hätten sich aber auf einmal Väter für einen Besuch mit ihren Kindern entschieden. ",Wir wollten ja schon immer mal kommen’, heißt es dann", so Eccarius.

Einige Eltern würden das Steintor mit den Ritterrüstungen und dem Henkerhaus vorziehen. Zu unrecht, wie der Museumsleiter sagt, da es im historischen Wohnhaus des Henkers nicht nur um Hexenverfolgung und Folter gehe, sondern beispielsweise die authentische Mittelalterküche gerade für Kinder hoch interessant sei. Das Henkerhaus und das Steintor besuchten Pfingstamstag und -sonntag zusammen rund 150 Gäste.

Blick in die Geschichte

Bernd Eccarius empfing sie zeitgemäß mit einer venezianischen Pestmaske. Die Modelle wurden im 16. Jahrhundert während der Pestzeiten in Bernau auch hier getragen und gehörten zu den ersten Schutzvorkehrungen. Italien habe damals als besonders vorbildlich gegolten. Moden, Wissen und Technik wurden gern übernommen, so Eccarius.

Wissenswertes aus der Bernauer Stadtgeschichte erfuhren die Besucher des Heimatmuseums zudem, wenn sie sich einem Quiz mit 25 Fragen widmen. War das Lösungswort richtig, erhielten sie eine Museums-Überraschung.

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