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Kraftwerk
Stadtwerke in Strausberg wechseln Motoren

Die Alten stehen draußen: Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Elstermann an einem der alten Motoren, Projektleiter Uwe Fügener am alten Stromgenerator vor der Halle des Blockheizkraftwerkes in der Kastanienallee. Die wird jetzt umgebaut.
Die Alten stehen draußen: Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Elstermann an einem der alten Motoren, Projektleiter Uwe Fügener am alten Stromgenerator vor der Halle des Blockheizkraftwerkes in der Kastanienallee. Die wird jetzt umgebaut. © Foto: Jens Sell/MOZ
Jens Sell / 02.06.2020, 16:12 Uhr - Aktualisiert 03.06.2020, 06:11
Strausberg (MOZ) Auch wenn das Blockheizkraftwerk (BHKW) der Strausberger Stadtwerke an der Kastanienallee gerade grundlegend erneuert wird, auf Warmwasser, wie bis in die 1990er-Jahre hinein während der im Juni üblichen Wartungsarbeiten gewohnt, muss kein Mieter verzichten. "Die Warmwasser- und Wärmeversorgung sind hundertprozentig durch die Spitzenkessel gewährleistet", versichert Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Elstermann.

Mehr als eine Jahreswartung

Diesmal geht es auch nicht um jährliche Inspektionsarbeiten am Blockheizkraftwerk, sondern gewissermaßen um seine Demontage und Neuaufbau. Diese Aktion liegt in den Händen von Projektleiter Uwe Fügener. Der Leiter des Fachbereichs Wärmeerzeugung und Netzbetrieb hat schon das vergangene Jahr genutzt, um alle Planungen voranzutreiben und Genehmigungen einzuholen. Notwendig wurde die Erneuerung, weil das Blockheizkraftwerk mit seinem Kessel vom Jahr 1996 und seinen drei Motoren von 1997 einfach seine Grenznutzungsdauer erreicht hatte. "Man rechnet mit einer Lebenszeit von zwanzig Jahren", erläutert Fügener, "die hatten wir dank guter Pflege schon überschritten."

Der Auftrag lautete auch, nach dem optimalen zukunftsfähigen Konzept der Wärme- und Energieerzeugung zu suchen, merkt Frank Elstermann an: "Wir haben alle Kombinationen untersucht, seien es Photovoltaik, Wärmepumpe oder Solarthermie als Teile eines hybriden Systems." Am Ende stand die Erkenntnis, dass das tragfähigste Konzept das der Kraft-Wärme-Kopplung im Blockheizkraftwerk in Kombination mit drei Gaskesseln zur Entlastung in Spitzenverbrauchszeiten ist. Die Gaskessel erzeugen nur Wärme, die Motoren Strom, wobei ihre Abwärme zum Heizen genutzt wird.

"Ein Blockheizkraftwerk können Sie sowohl stromorientiert als auch wärmeorientiert fahren, je nachdem, worauf gerade der Schwerpunkt liegt", erläutert Fachmann Uwe Fügener. Im Winter werden neben einem Kessel drei der neuen Motoren laufen, im Frühjahr zwei, im Sommer einer. Ein Wärmespeicher hinter dem BHKW kann über einen Tag Spitzenproduktionen und -verbräuche ausgleichen. Mit den neuen Motoren werden auch die Kabel zum BHKW ausgetauscht. Für die Einspeisung ins Mittelspannungsnetz wird das Kabel gesplittet, wodurch die Produktion gleichmäßiger eingeleitet werden kann. "Auch die Schallschutzmaßnahmen werden wir erheblich aufwerten", sagt Frank Elstermann. So werde jeder der neuen Motoren in einem extra Schallschutzgehäuse eingehaust, denn besonders die Grenzwerte für die Nächte seien in Wohngebietsnähe erheblich verschärft worden.

Auch die Software wird erneuert

Im Zuge der Modernisierung wird auch der Leitstand auf den neuesten, digitalen Stand gebracht. Neue Hard- und Software, neue Vernetzung, neue Steuerungen geben alle Möglichkeiten der ständigen Überwachung und Einflussnahme her.

Die neuen  Motoren sollen im Herbst kommen. Bis dahin wird das Gebäude umgebaut, dabei ist die Strausberger Compakt-Bau GmbH im Einsatz. Die alten Motoren stehen vor dem Gebäude. Bis das neue Blockheizkraftwerk im Januar/Feb­ruar 2021 in den Testbetrieb gehen kann, wird der Strom für Strausberg zugekauft. Trotz Corona-Krise liegen die Arbeiten voll im Plan. Frieren oder mit kaltem Wasser duschen muss bis März 2021 niemand.

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