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Raupenplage
Gespinnstmotte frisst sich in Bernau durch

Jahr für Jahr: Die Blätter, die die Raupe der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte frisst, wachsen schnell wieder nach.
Jahr für Jahr: Die Blätter, die die Raupe der Pfaffenhütchen-Gespinstmotte frisst, wachsen schnell wieder nach. © Foto: Brigitte Albrecht
fos / 03.06.2020, 06:00 Uhr - Aktualisiert 03.06.2020, 08:32
Bernau (MOZ) Über eine Larven- und Raupenplage in Bernau-Süd ist Brigitte Albrecht besorgt. Jedes Jahr um diese Zeit seien Raupen an vielen Sträuchern in dem Bernauer Stadtteil zu beobachten, sagt die Anwohnerin. Besonders in dem Bereich zwischen dem Bolzplatz und dem Discounter seien sie zu finden.

"Die Raupen fressen in Windeseile die Blätter ab", beklagt sich die Bernauerin und fragt: "Muss man nicht etwas dagegen tun?" Allein schon aus Vorsorge, damit die Raupen nicht auf die anderen Bäume "überspringen". Die stehen beispielsweise auf dem großen Spielplatz gegenüber, so dass dann auch dieser betroffen wäre. Jürgen Brinckmann von der Grünpflege des Bernauer Infrastrukturamtes kennt das Phänomen schon länger. Schon seit mehreren Jahren hat er das wiederkehrende Schauspiel beobachtet, kann jedoch Entwarnung geben. Es handele sich nicht um eine Plage im eigentlichen Sinn, stellt er fest. Auch wenn die Gespinste nicht gerade ein schönes Erscheinungsbild abgeben, seien sie doch unschädlich und gingen schnell vorbei.

"Es handelt sich zwar um einen Schädling, die Pfaffenhütchen-Gespinstmotte, die aber ist ungefährlich, für den Menschen vollständig unschädlich." Die Blätter, die von der Motte abgefressen werden, würden wieder schnell nachwachsen. Die Natur regele die Angelegenheit somit selbst und ein Pestizideinsatz als Gegenmaßnahme sei ohnehin verboten und komme daher auch gar nicht in Frage.

Die Gespinstmotte ist übrigens ein Schmetterling. Die neu geschlüpften Falter entfernen sich höchsten hundert Meter vom Schlupfort, so dass eine schnelle großflächige Ausbreitung nicht zu befürchten ist.

Skepsis hat sich jedoch bei Brigitte Albrecht mit Blick auf die "schwarzen Pünktchen" eingestellt, die in dem feingliedrigen Netz gut zu beobachten sind. Wenn das alles Maden sind, dann befürchtet sie eine noch stärkere Vermehrung. Bei diesen "Pünktchen", weiß Jürgen Brinckmann jedoch, handelt es sich nicht um Maden, sondern vielmehr um Kot. Es sind also nur die verdauten Blätter, die hier zum Vorschein kommen.

Einer verstärkten Ausbreitung steht außerdem die langsame Generationenfolge der Gespinstmotte entgegen. Innerhalb eines Jahres kann sie lediglich eine Generation ausbilden.

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