Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Corona
"Marsch der Kinder" in Neuruppin

Kitabetreuung
Kitabetreuung © Foto: Sebastian Kahnert
Ulrike Gawande / 04.06.2020, 16:48 Uhr - Aktualisiert 04.06.2020, 17:13
Neuruppin (MOZ) Unter dem Motto "Schluss mit dem Unsinn" fordern Eltern aus Ostprignitz-Ruppin den Wiedereinsatz einer gerechten Regelbeschulung und einer gerechten Kita-Betreuung. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, ruft Michael Mann, Vorsitzender des Amtsausschusses Temnitz und selber Vater, am Montag, 8. Juni, zu einem Protestmarsch in Neuruppin auf.

Um 13 Uhr wollen sich Kinder, betroffene Eltern und Interessierte – auch Bürgermeister und Amtsdirektoren sind eingeladen – vor dem Rathaus in Neuruppin treffen, um gemeinsam als "Marsch der Kinder" zur Kreisverwaltung in die Heinrich-Rau-Straße zu ziehen. Ihm sei bewusst, dass der Kreis auch nur im Rahmen der geltenden Corona-Eindämmunsverordnung handeln könne, so der Mann aus Wildberg. Er weiß auch um die zusätzliche Belastung der Verwaltungsmitarbeiter durch die Verordnungen. Doch er möchte ein Zeichen setzen, dass auch die zuständigen Politiker in Potsdam auf die Misere in vielen Familien aufmerksam werden. "Immer noch nicht können alle Kinder regelmäßig die Schule oder die Kita besuchen. Die aktuelle Situation ist nicht nur für die Kinder und Eltern, sondern auch für die Einrichtungen unhaltbar", kritisiert Michael Mann.

"Der zu erwartende Schaden in den Familien ist enorm", befürchtet er. Drohende Arbeitslosigkeit, geringeres Einkommen durch Kurzarbeit und der psychische Druck auf die Elterndurch die Doppelbelastung von Homeschooling oder Kinderbetreuung sowie parallelem Arbeitsdruck im Homeoffice seien nicht hinnehmbar. Emotionale Entwicklungsstörungen oder schulischer Leistungsabfall seien nur einige der möglichen Folgen. "Darüber hinaus werden Berufsgruppen und Familien von der gesellschaftlichen Teilhabe ausgesperrt und eine Mehrklassengesellschaft geschaffen, ohne dabei die Einzelschicksale genau zu betrachten", so Mann.

"Unter Berücksichtigung verschiedenster Forschungserkenntnisse und auf Grundlage der aktuellen Infektionslage in Ostprignitz-Ruppin sind die aktuellen Ausgrenzungsmaßnahmen im Bereich Kita und Schule nicht mehr erklärbar", ist Michael Mann überzeugt. Zumal das gesellschaftliche Leben in der Gastronomie, im Reisegewerbe, in den Sport- und Fitnessvereinen fast vollumfänglich schon wieder möglich sei.

Michael Mann hofft auf viele Unterstützer, mit denen er gemeinsam die Forderungen der Eltern an die Mitarbeiter der Kreisverwaltung übergeben will. Ziel sei es, das Wiedereinsetzen des Regelbetriebs an Kitas und Schulen im Landkreis zu erreichen.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
© 2020 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG