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Fußball
Nach Meldefrist: Fußballkreis Prignitz/Ruppin plant Saison 2020/21

Im Wartestand: In Zeiten der Corona-Pandemie kann der Fußballkreis mit zeitlichem Vorlauf die Spielzeit 2020/2021 planen.
Im Wartestand: In Zeiten der Corona-Pandemie kann der Fußballkreis mit zeitlichem Vorlauf die Spielzeit 2020/2021 planen. © Foto: Gunnar Reblin
Gunnar Reblin / 04.06.2020, 20:15 Uhr
Neuruppin (moz) Einige offene Fragen gibt es noch. Vor allem in Sachen Aufstieg und was den Saisonstart betrifft. Doch im Großen und Ganzen sind die Grundlagen für die Fußballsaison 2020/2021 geschaffen worden. Nach dem Meldeschluss (1. Juni) kann der Spielausschuss des Fußballkreises Prignitz/Ruppin unter Vorsitz von Thomas Leitert nun die Planungen für die neue Spielzeit intensivieren. Grundsätzlich freut sich der Sieversdorfer über einen "durchaus positiven Trend". Denn nach Sichtung der Meldebögen hat er vernommen: "Wir bleiben konstant. Und das muss in der heutigen Zeit als positiv gesehen werden." Mannschafts-Abmeldungen liegen bislang nicht vor. Leitert: "Das ist sehr erfreulich. Und mit Lindow kehrt ein alter Bekannter zurück auf die Fußballbühne." Der Lindower SV Grün-Weiß, der seine Männermannschaft kurz vor Beginn der Saison 2019/2020 aus dem Spielbetrieb der Landesklasse West zurückgezogen hatte, wagt bekanntlich als Spielgemeinschaft Lindow/Hindenberger Füchse einen Neuanfang (wir berichteten). Der Verein hat einen Antrag auf Eingliederung in die 1. Kreisklasse gestellt, wie der Spielausschussvorsitzende bestätigte.

Die Staffeleinteilungen sollen Anfang Juli, durchaus schon am Mittwoch, 1. Juli, bekanntgegeben werden. Warum erst im Juli? Thomas Leitert klärt auf: Weil wir den Vereinen bis zum 30. Juni noch die Möglichkeit einräumen, ihre Meldung kostenfrei zurückzunehmen, wenn sich in der Wechselperiode abzeichnet, dass eben doch nicht genügend Spieler für die jeweilige Mannschaft zur Verfügung stehen." Nach dem Meldeschluss wird er nun Entwürfe für die jeweiligen Staffelzusammensetzungen erarbeiten, die dann im Spielausschuss beraten werden. In den einzelnen Ligen stellt sich die Lage wie folgt dar.

Kreisoberliga

"Hier ist einzig noch unklar, ob dem MSV Neuruppin II das Aufstiegsrecht zur Landesklasse gewährt wird", so Leitert. Das entscheidet der Fußball-Landesverband Brandenburg (FLB). Der MSV hat bekanntlich einen Härtefallantrag gestellt, nachdem das Team im Zuge des Saisonabbruchs und der Quotientenregelung  vom ersten auf den zweiten Platz abgerutscht war. Der Sportliche Leiter des MSV, Stefan Prüfer, bekräftigte diesen Schritt wie folgt: "Unsere zweite Männermannschaft hat bis zur Saisonunterbrechung eine sehr gute Saison gespielt. Trainerteam und Spieler hätten es also verdient, aufzusteigen. Den ersten Platz so zu verlieren, ist schon sehr bitter. Daher sahen wir es als unsere Pflicht an, den Weg mittels Härtefallantrag zu gehen." Prüfer betonte, dass die Reserve als Unterbau für die erste Mannschaft extrem wichtig sei. "Die Landesklasse wäre dafür eine sehr gute Plattform, vor allem auch unter dem Blickwinkel der Spielerförderung und - ausbildung."

Für den MSV II rückte Eiche Weisen als quotientenbestes Team auf den Spitzenplatz und nimmt das Aufstiegsrecht auch wahr (wir berichteten). Absteiger gibt es keine. Mit den beiden Staffelersten der Kreisligen, dem Pankower SV (West-Staffel) und dem TSV Wustrau (Ost-Staffel) kommen zwei neue Teams dazu. Leitert: "Sollte der MSV II in dieser Liga bleiben, spielen wir mit 15 Mannschaften, ansonsten bleibt es bei 14." Und Leitert fügt hinzu: "Ich würde es den Neuruppinern gönnen, aber wir haben das nicht zu entscheiden."

Kreisliga

In diese Spielklasse dürfen vier Mannschaften aufsteigen. Jedoch stehen bislang nur drei Aufsteiger fest. "Ein Aufsteiger ist noch vakant, da in der 1. Kreisklasse Staffel Nord sowohl der Erste (Eiche Weisen II) als auch der Zweite (Putlitzer SV II) erklärt haben, nicht aufsteigen zu wollen", berichtete Leitert. Vier Aufsteiger sind laut Spielordnungen vorgesehen, die drei Staffelsieger plus der punktbeste Zweite. In jedem Fall werden Hansa Wittstock II (Erster in der Mitte-Staffel), der RSV Maulwürfe Neuruppin (Erster in der Süd-Staffel) und der FSV Heiligengabe als bester Zweiter (Nord-Staffel) künftig in der Kreisliga um Punkte kämpfen. Was die Ermittlung des vierten Aufsteigers betrifft, diesbezüglich hielt sich Leitert noch bedeckt.

Beim RSV Maulwürfe Neuruppin hat man den Aufstieg mit einem lachenden und einem weinenden Auge erlebt. Philipp Rohr, einer der Führungsspieler im Team, der zugleich den Posten des Abteilungsleiters inne hat, sagte: "Unser Ziel, den Aufstieg, haben wir erreicht. Wie er aber zustande gekommen ist, war nicht in unserem Sinne. Wir hätten ihn lieber sportlich perfekt gemacht, ihn dann schön gefeiert, so wie man es eben macht. So sind die Emotionen jetzt leider komplett auf der Strecke geblieben." Aufstiegsshirts soll es dennoch geben, auch eine zünftige Party – "irgendwann holen wir die nach", so Rohr. In jedem Fall freuen sich die "Maulis" auf die neue Spielklasse. Rohr: "Wir haben zum Teil weniger weite Fahrten, mehr Derby und hoffentlich auf mehr Zuschauer, was für den Verein durchaus wichtig ist."

Trainer bleibt Paul Damrow. Nach dem Abgang von Daniel Schrumpf zum Langener SV (wir berichteten), der sich als Spieler und Trainer beim RSV einbrachte, kehrt mit Sören Lieske ein alter Bekannter zurück. Der Ex-Coach der Maulis unterstützt künftig Paul Damrow. "Damit sind wir gut aufgestellt", so Rohr. Der Kader bleibt bis aus den benannten Schrumpf zusammen. Neuzugänge sind derzeit nicht in Sicht, aber jederzeit herzlich willkommen. "Und dann schauen wir mal, welche Rolle wir in der Kreisliga spielen werden. Ein Platz im gesicherten Mittelfeld wäre schön", umreißt Rohr die Zielstellung.

1. Kreisklasse

Wie sich die drei Staffeln künftig zusammensetzen, kann Thomas Leitert zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Das bedarf einer genauen Prüfung, auch nach regionalen Gesichtspunkten. Neu dabei ist wie bereits erwähnt die Spielgemeinschaft Lindow/Hindenberg. Gelöst wird wohl auch die Verbindung Karwesee/Protzen II. Der SV Karwesee hat wieder ein eigenständiges Team gemeldet. Und der SV Protzen hat neben einer ersten auch eine zweite Mannschaft gemeldet.

Frauen Kreisliga

Staffelleiterin Marlene Knoll liegen zehn Meldungen vor. Neu dabei ist künftig eine zweite Mannschaft der SG Sieversdorf, dessen erstes Team weiterhin in der Landesliga aktiv bleibt. Dazu nimmt Eintracht Alt Ruppin den Platz vom Herzberger SV ein. Die HSV-Frauen sind samt Trainerstab von einem Waldstadion ins benachbarte (10 km) Waldstadion umgezogen. Leitert: "Da die beiden Vereine PSV Röbel-Müritz und FSV Havelberg in ihren Fußballkreisen melden, wissen wir noch nicht, ob wir sie erneut bei uns integrieren können. Aber das wäre eine schöne Sache."

Alt Herren/Alt Senioren

Im Ü35-Bereich bleibt es "erfreulich konstant", wie Leitert findet. In der A- und B-Staffel deuten sich jedenfalls keine Änderungen an. Alle Teams haben wieder gemeldet. Identisch ist es im Bereich der Altsenioren (Ü50).

Saisonstart 2020/2021

Wann der Anstoß zur neuen Spielzeit erfolgen soll, ist offen. Vieles hängt von den weiteren Entwicklungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie zusammen. Thomas Leitert sagt dazu: "Wir werden uns sicher wieder am Start auf Landesebene orientieren." Der FLB will an seinem im Januar veröffentlichten Rahmenterminplan festhalten. So hat es auch Mike Schläger, Vorsitzender des hiesigen Fußballkreises vernommen. "Stand jetzt soll auf Landesebene der Saisonstart am 22. August erfolgen. Bei uns im Kreis würde dann am Sonntag, 23. August, die neue Spielzeit anlaufen." Diese zeitliche Orientierung gelte jedoch unter Vorbehalt. Denn zuvor müsse ja erst wieder ein geregelter Trainingsbetrieb möglich sein.

Noch vor dem Saisonstart im August soll – wenn die Politik grünes Licht gibt – der Landespokal-Wettbewerb der Serie 2019/2020 zu Ende gespielt werden.

Auszug aus den Wettspielanweisungen

Die Einteilungen der zu den Pflichtspielen gemeldeten Mannschaften in die Kreis-Spielklassen nimmt der Spielausschuss vor. Der Verzicht auf ein Aufstiegsrecht in eine höhere Kreisspielklasse oder ein Antrag zur Einordnung in eine untere Kreisspielklasse trotz sportlicher Qualifikation für die bestehende Spielklasse ist bis zum 1. Juli durch die Vereine schriftlich beim Vorsitzenden des Spielausschusses per DFBnet-Postfach einzureichen. Abmeldungen und Nachmeldungen von Mannschaften sind ab dem 2. Juni nur per DFBnet-Postfach an den Vorsitzenden des Spielausschusses zu schicken und werden im DFBnet eingepflegt.

Bis zum 30. Juni haben Vereine die Möglichkeit, ihre Meldungen kostenfrei zurückzuziehen. Bei Fristversäumnis droht ein Sportgerichtsfall.

Der Fußballkreis Prignitz/Ruppin hat auf seiner Homepage mit Blick auf die Spielzeit 2020/2021 weitere Hinweise veröffentlicht.⇥⇥red

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