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Denkmalschutz
Das Gut Gentzrode wird gesichert

Es tut sich was: Schon Theodor Fontane hat 1864 den Kornspeicher beschrieben und gezeichnet. In den zurückliegenden Jahren sind die Gebäude immer mehr verfallen, die nun wieder gesichert werden sollen.
Es tut sich was: Schon Theodor Fontane hat 1864 den Kornspeicher beschrieben und gezeichnet. In den zurückliegenden Jahren sind die Gebäude immer mehr verfallen, die nun wieder gesichert werden sollen. © Foto: Markus Kluge
Markus Kluge / 05.06.2020, 05:00 Uhr
Neuruppin (MOZ) Am Gut Gentzrode laufen jetzt Sicherungsarbeiten. Im Auftrag der türkischen Eigentümer soll die historische Bausubstanz geschützt werden, was Politik und Denkmalschutz seit langer Zeit fordern. Die zuständigen Behörden in der Stadt Neuruppin und im Land sind über die Sicherung informiert worden.

Begonnen haben die Arbeiten am Kornspeicher. Dort sind die ersten Fenster- und Türen verschlossen worden, um das Gebäude vor Eindringlingen und Vandalismus zu schützen. Wie der zuständige Architekt mitteilte, werden an Speicher und Gutshaus auch tragende Elemente verstärkt oder ersetzt. Somit sollen die Gebäude bis zu ihrer vollständigen Renovierung bewahrt werden. Vorgesehen ist auch, die Dächer und Fenster in den oberen Etagen zu schließen, damit kein Regenwasser mehr eindringen kann. Weiterhin soll mit Schildern nicht nur auf das Betretungsverbot der unter Denkmalschutz stehenden Gebäude hingewiesen werden.

Der Kornspeicher wurde 1861 nach Plänen von Carl von Diebitsch und das Herrenhaus 1876/77 nach Entwürfen von Martin Gropius sowie Heino Schmieden im Auftrag des Neuruppiner Kaufmanns Ludwig Alexander Gentz gebaut. Nach mehreren Besitzerwechseln und militärischer Nutzung stehen die Gebäude seit 1992 leer. Vor zehn Jahren hatten die jetzigen Eigentümer das rund 500 Hektar große Gut gekauft, um es zu entwickeln. Alle Sicherungen waren nicht von Dauer. Der Verband deutscher Kunsthistoriker hat das Gut im Mai auf die Liste bedrohter Denkmale gesetzt.

Trotz der jetzigen Arbeiten halten die Denkmalschützer an ihren Plänen fest, ein Gutachten zu erstellen, das die Grundlage für eine Sanierung bilden soll. "Darüber hinaus ist die Gründung einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern des Landkreises, der Stadt und des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und des Archäologischen Landesmuseums geplant, die sich in Zukunft mit der Sicherung und Umsetzung des Konzeptes befassen wird", teilte Julia Lennemann vom Landesamt mit.

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