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Gemeindeleben
Bau der Potsdamer Synagoge steht erneut auf der Kippe

Ein Davidsstern steht auf dem mit einem Bauzaun abgesperrte Platz an der Ecke Schloßstraße/Friedrich-Ebert-Straße. Das Grundstück gegenüber dem Filmmuseum war vom Land Brandenburg für den Bau der Neuen Synagoge zur Verfügung gestellt worden. (Archivbild)
Ein Davidsstern steht auf dem mit einem Bauzaun abgesperrte Platz an der Ecke Schloßstraße/Friedrich-Ebert-Straße. Das Grundstück gegenüber dem Filmmuseum war vom Land Brandenburg für den Bau der Neuen Synagoge zur Verfügung gestellt worden. (Archivbild) © Foto: dpa/Carsten Koall
dpa / 05.06.2020, 15:45 Uhr
Potsdam Der seit langem geplante Bau einer Synagoge in Potsdam steht erneut auf der Kippe. Die Jüdische Gemeinde hat die 2018 getroffene Vereinbarung mit dem Land Brandenburg und der Synagogengemeinde zum Bau und Betrieb der Synagoge gekündigt, wie der Vorsitzende Evgeni Kutikow am Freitag mitteilte. Grund sei, dass der Vorsitzende der Synagogengemeinde, Ud Joffe, seine Zustimmung zu dem Entwurf des Architekten Jost Haberland wieder zurückgezogen habe "und ein gänzlich anderes Vorhaben realisieren will", so Kutikow.

Damit sei Joffe aus Sicht der Jüdischen Gemeinde als gemeinsamer Ansprechpartner für das Land und den Architekten zur Realisierung des Synagogenbaus nicht mehr tragbar, erklärte Kutikow. Die Jüdische Gemeinde stehe aber weiter zu dem Ziel, das Synagogenzentrum zu errichten. "Die Jüdische Gemeinde Stadt Potsdam bittet das Ministerium, eine neue Form zu finden, in der dieses Ziel erreicht werden kann", sagte Kutikow.

Um die Gestaltung der Fassade und die Nutzung der Innenräume der Synagoge hat es zwischen den jüdischen Gemeinden bereits jahrelang erbitterten Streit gegeben. Im April hatte Kulturministerin Manja Schüle (SPD) mit den beiden Gemeinde-Vorsitzenden eine Einigung verkündet. Der Grundstein für das religiöse Zentrum sollte dieses Jahr gelegt werden und die Synagoge bis 2023 fertiggestellt sein. Dafür will die Landesregierung acht Millionen Euro bereitstellen.

"Wir haben die Kündigung erhalten und werden nun prüfen, wie wir damit umgehen", sagte der Sprecher des Kulturministeriums, Stephan Breiding. Es gebe in der Tat keinen gemeinsamen Ansprechpartner der jüdischen Gemeinden für den Architekten und das Land. Nach der Einigung im April hatte der zuständige Landesbetrieb mit den Bauvorbereitungen begonnen.

Joffe betonte wiederum auf Anfrage, seine Gemeinde stehe zu dem 2018 geschlossenen Vertrag mit dem Land und der Jüdischen Gemeinde. Bei seinen Änderungswünschen zum Bau habe er auch die Wünsche der Jüdischen Gemeinde einbezogen, versicherte er. Allerdings verweigere diese Gemeinde seit Oktober vergangenen Jahres jedes Gespräch. "Sollte die Jüdische Gemeinde nun die gemeinsame Arbeit an der Errichtung des Synagogenzentrums einstellen, dann wird allerdings auch der Betrieb und die gemeinsame Nutzung einer Synagoge in Potsdam fraglich", betonte Joffe.

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Norbert Wesenberg 06.06.2020 - 07:46:09

Frage

Warum verschweigt die DPA in ihrer Pressemitteilung die Stellungnahme des EX MP Platzeck zum HickHack innerhalb der beiden jüdischen Gemeinden und die Reaktion darauf; die da lautet: "Politiker sollten sich nicht in innerjüdische Angelegenheiten einmischen". Bleibt zu hoffen, das der Streit noch weile dauert, denn die 8 Mio. Euro kann das bettelarme Brandenburg auch anderswo gut gebrauchen.

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