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Konjunkturprogramm
Hochschulen vermissen Digitalförderung vom Bund

Die digitale Lehre an Hochschulen und Unis wird in dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturprogramm der Bundesregierung mit keinem Wort erwähnt. (Symbolbild)
Die digitale Lehre an Hochschulen und Unis wird in dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturprogramm der Bundesregierung mit keinem Wort erwähnt. (Symbolbild) © Foto: Daniel Reinhardt/dpa
Dietrich Schröder / 06.06.2020, 04:00 Uhr - Aktualisiert 06.06.2020, 11:20
Frankfurt (Oder) (MOZ) Schulen sollen vom Bund finanzierte Systemadministratoren erhalten, die sich künftig um die digitale Ausstattung für ein besseres Lernangebot kümmern. Kitas können auf drei Milliarden Euro für mehr Plätze und die Ganztagsbetreuung hoffen. Auch eine Forschungsförderung, etwa für die Produktion von Wasserstoff und die Entwicklung der Künstlichen Intelligenz, ist angekündigt. Nur die digitale Lehre an Hochschulen und Unis wird in dem am Mittwoch vorgelegten Konjunkturprogramm der Bundesregierung mit keinem Wort erwähnt.

Bei den Betroffenen sorgt dies für Ernüchterung. Zumal die Lehre in diesem Semester coronabedingt komplett auf den Online-Betrieb umgestellt werden musste. Doch das dabei gezeigte Engagement stößt vielerorts auf mangelnde technische Voraussetzungen. Vorlesungen  oder Videokonferenzen müssen auf ungeschützten Kanälen wie Youtube oder Zoom veranstaltet werden, weil es keine interne Online-Plattformen gibt.

Die Wissenschaftsminister von Berlin, Brandenburg und vier weiterer Bundesländern haben Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) deshalb ein Programm zur "Digitalisierung der Lehre" vorgelegt. Das Geld könnte laut Medienberichten als "Digitalisierungspauschale" entsprechend der Zahl der Studierenden in der Regelstudienzeit gezahlt werden. Unterstützt würden elektronische Lehrbücher, Videokonferenz-Anlagen, Server- und Speicherkapazitäten oder der Kauf von Softwarelizenzen.

"Brandenburg stellt selbst kurzfristig vier Millionen Euro bereit, um die Hochschulen bei der Umstellung auf die Online-Lehre zu unterstützen", bestätigte der Sprecher des Wissenschaftsministeriums, Stephan Breiding, am Freitag. Nachdem die Hochschule bis zum 11. Mai ihre Anträge einreichen konnten, soll kommende Woche bekanntgegeben werden, wer die Mittel erhält.

Äußerst zögerlich hatte der Bund bereits bei der finanziellen Unterstützung der Studierenden agiert. Wegen der Corona-Krise gingen zahlreiche der Nebenjobs verloren, mit deren Hilfe rund zwei Drittel der Studierenden ihren Lebensunterhalt aufbessern. Doch statt Zuschüssen  gibt es lediglich Kredite, die zurückgezahlt werden müssen.

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Beratungstage in diesem Jahr online

Wo finde ich das beste Studium für mich? Auch die Antwort auf diese Frage müssen die Abiturienten in diesem Jahr online finden. Die traditionellen Informationstage sowie auch Probestudien wurden ins Internet verlegt. Den Beginn machte in dieser Woche bereits die Uni Potsdam, die TH Wildau ist an diesem Sonnabend von 10 bis 15 Uhr virtuell geöffnet und die Frankfurter Europa-Uni bietet am kommenden Mittwoch ihren traditionellen Viadrina-Day online an. Außerdem gibt es ein gemeinsames Info-Portal aller staatlichen Brandenburger Hochschulen unter: www.netzwerk-studienorientierung.de ⇥ds

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